Harlow ist als Kriegerin aufgewachsen ein Leben, das sie nie wollte und bis heute verabscheut. Als ihre einzige Freundin von einer rätselhaften Krankheit befallen wird, trifft Harlow eine folgenschwere Entscheidung: Entgegen aller Regeln geht sie einen Pakt mit einem Gott ein. Mit niemand Geringerem als Loki, dem Gott der Täuschung.
Gemeinsam versuchen sie, den Pfeil Amors zu stehlen, doch der Plan scheitert. Zur Strafe werden ihre Seelen miteinander verbunden, sodass sie sich körperlich nicht mehr weit voneinander entfernen können. Widerwillig ist Harlow nun gezwungen, an Lokis Seite zu reisen und ihn bei seiner geheimnisvollen Suche zu begleiten nach etwas, dessen Ziel er hartnäckig verschweigt. Ihr einziger Antrieb bleibt die Hoffnung, dass Loki im Gegenzug ein Heilmittel für ihre Freundin beschaffen kann.
Grundsätzlich war eine gewisse Spannung vorhanden, doch die Handlung wurde so sehr in die Länge gezogen, dass sie ihre Wirkung verlor. Statt mitzufiebern, fühlte ich mich zunehmend gelangweilt und unsicher, ob ich überhaupt weiterlesen möchte. Die Geschichte plätscherte vor sich hin, ohne wirklich an Dynamik zu gewinnen. Eine straffere Erzählweise hätte dem Ganzen meiner Meinung nach gutgetan, ohne der Story zu schaden.
Ein Lichtblick war der kleine Wassergeist eine erfrischende Figur, die sofort Sympathie weckte und der Handlung etwas Leichtigkeit verlieh. Mit Harlow hingegen wurde ich von Anfang an nicht richtig warm. Ich hoffte lange, dass sich das im Verlauf ändern würde, doch dieser Moment blieb leider aus.
Der Schreibstil war angenehm und flüssig, was letztlich der Grund war, warum ich das Buch zu Ende gelesen habe. Erst im Finale gewann Loki für mich an Profil und wurde endlich sympathischer. Zuvor entsprach er jedoch kaum dem Bild, das ich von ihm aus den Legenden kenne. Generell wirkten die Götter so, als seien sie in einen Topf geworfen und neu interpretiert worden, wodurch sie sich stark von ihren mythologischen Vorbildern unterschieden.