... Tilly trifft meinen Nerv
Da mir der erste Band sehr gut gefallen hat, ist mir alles noch in lebhafter Erinnerung und ich habe den Fortgang der Geschichte sehr genossen. Kenntnisse der Handlung des ersten Bands sind zum besseren Verständnis von Vorteil, aber nicht unbedingt nötig.
Tillys Achterbahnfahrt der Gefühle geht rasant weiter.
An der originellen Namensgebung der eigenwilligen Charaktere hatte ich wieder genauso viel Freude wie an dem flüssigen, leb- und bildhaften, liebevoll detaillierten, empathischen, kessen, humorvollen Schreibstil, der alles gerne auf die Spitze treibt und mich mitten ins Geschehen zog.
Andreas Suchanek bringt Tillys Persönlichkeit sehr gut zur Geltung.
Als Reinigungsfachkraft (41 Jahre) wird sie von vielen nicht (richtig) wahrgenommen und unterschätzt. Dabei ist sie wissbegierig, lerneifrig und vielseitig talentiert. Sie stellt sich jedem Abenteuer mit offenen Augen und Ohren sowie offenem Herzen und dadurch bedingt auch einem ausgeprägten Beschützerinstinkt für alle Lebewesen.
Ihr neugieriger, verfressener Bassetwelpe Muffin bringt sie in Erklärungsnot, Schwierigkeiten sowie zum Lachen und ist in der Geschichte neben Tilly mein Favorit. Er tapst auch optisch durchs Buch und seine Pfotenabdrücke haben mich jedes Mal schmunzeln lassen. Er hinterlässt wie sein Frauchen einen bleibenden Eindruck.
Die unterschiedlichen, sehr gut ausgearbeiteten, teilweise auch queeren Charaktere in verschiedenen Altersstufen harmonieren vortrefflich miteinander, verstehen aber auch zu polarisieren.
Tillys Mitarbeiter Leon, der kurz vor seinem Abitur steht und seine Freunde sind äußerst pfiffig und gewitzt. Sie glänzen nicht nur durch ihr technisches Wissen, sondern auch durch ihre liebenswerten Wesen.
Das Miträtseln bereitete mir viel Vergnügen.
Die Auflösung hat mich überrascht, war aber stimmig und sehr gut nachvollziehbar.
Die Spannung war und bleibt auch durch den Cliffhanger auf einem hohen Niveau, fesselte mich ans Buch und lässt mich auf eine baldige Fortsetzung hoffen.