Überraschend unterhaltsam, aber ohne Knallermomente
Dreizehn Jahre Funkstille, ein Film mit Kultstatus und dann ausgerechnet die Idee, genau diesen noch einmal fortzusetzen. Für Cynthie und Jack ist das weniger nostalgisch als unerquicklich. Beide haben ihr Leben längst neu sortiert, Karrieren aufgebaut, sich voneinander entfernt. Und nun sollen sie nicht nur wieder zusammenarbeiten, sondern der Öffentlichkeit auch noch eine Geschichte verkaufen, die für sie selbst nie wirklich abgeschlossen war.Let's Make a Scene beginnt deshalb nicht mit Romantik und Herzklopfen. Cynthie und Jack wollen einander eigentlich nur aus dem Weg gehen. Alte Kränkungen, unausgesprochene Vorwürfe und eine Menge verletzter Eitelkeit liegen zwischen ihnen. Dass sie beide heute erfolgreiche Schauspieler sind, macht die Situation nicht leichter. Im Gegenteil. Beide wissen genau, wie man sich schützt, wie man kontrolliert und was nach außen dringen darf.Die Geschichte springt zwischen früher und heute, was gut gewählt ist. Die Rückblicke erklären nicht alles, aber sie geben genug Kontext, um die Spannungen der Gegenwart nachvollziehbar zu machen. Es wird deutlich, dass das damalige Chaos nicht einfach ein Missverständnis war, das man mit ein paar ehrlichen Worten hätte auflösen können. Die Beziehung war schon damals kompliziert, geprägt von Konkurrenz, Erwartungsdruck und Rollen, die ihnen von außen zugeschrieben wurden.Besonders überzeugend fand ich, dass sich die Annäherung der beiden Zeit lässt. Es gibt kein abruptes Umschlagen von Abneigung in Leidenschaft. Stattdessen entstehen kleine, vorsichtige Momente. Gespräche, die länger dauern als geplant. Situationen, in denen alte Muster kurz aussetzen. Genau dadurch wirkt die Entwicklung glaubwürdig.Das Filmset ist dabei mehr als nur eine glamouröse Kulisse. Laura Wood zeigt sehr klar, wie stark Inszenierung und Vermarktung das Leben von Schauspielerinnen und Schauspielern bestimmen. Gerade aus Cynthies Perspektive wird spürbar, wie anstrengend es ist, ständig eine Version von sich selbst präsentieren zu müssen, die Erwartungen erfüllt. Auch Themen wie Machtverhältnisse, Grenzüberschreitungen und öffentliche Zuschreibungen fließen ein.An Humor fehlt es trotzdem nicht. Die Dialoge sind pointiert, manchmal bissig, manchmal auch etwas leiser. Die Nebenfiguren bringen Leichtigkeit hinein und sorgen für dieses angenehme Gefühl von Gemeinschaft, das man sich in einer RomCom wünscht. Der Spice ist da, aber dezent. Die Szenen ergeben sich aus der emotionalen Entwicklung und wirken nicht wie ein Pflichtprogramm.Ganz ohne Kritik komme ich nicht aus. An einigen Stellen hätte der Geschichte ein etwas strafferes Tempo gutgetan. Außerdem taucht das klassische Problem der mangelnden Kommunikation zwischen den Hauptfiguren derart häufig auf, dass es stellenweise echt für Frust sorgt.Unterm Strich ist Let's Make a Scene eine romantische Komödie, die mehr zu bieten hat als ihre bekannten Themen wie Fake Dating, Second Chance und Hollywood-Setting. Im Mittelpunkt stehen zwei Menschen, die sich ihrer Vergangenheit stellen müssen, bevor sie entscheiden können, ob es für sie eine Zukunft gibt. Eine überraschend unterhaltsame Geschichte.