Während eines Essens wird ein 20 Jahre alter Vermisstenfall neu aufgerollt und überdacht. Überraschend, aber für 5 Sterne reicht es nicht.
Robyn und ihre Frau Cat laden zum Abendessen ein. Freunde und Verwandte sitzen an der Tafel und es kommt zu interessanten Gesprächen: Liv, die Psychologin und Freundin von Robyns Bruder Michael, schreibt an einer Arbeit zu veränderten Erinnerungen. Wie wird unser Gehirn getäuscht? Warum erinnert es sich an Dinge, die so gar nicht passiert sind? Am Ende der Tafel sitzt Claudette, die französische Freundin von Nate, Cats Bruder, die sich zunächst auffällig still verhält.Zunächst verwirrt der Roman, wegen der vielen Personen, die rasch die Handlung bevölkern. Dreh- und Angelpunkt der Geschichte ist das Verschwinden von Willas kleiner Schwester Laika, das mittlerweile 20 Jahre zurückliegt. In ihrer Jugend waren Robyn und Willa eng befreundet. Auch Willa nimmt mit ihrem Partner am Abendessen teil. In Rückblenden wird abwechselnd aus der Sicht von Robyn und Willa erzählt, was damals geschah und wie sich das Verschwinden von Laika auf das Leben aller - bis heute - ausgewirkt hat. Zwischendurch geht es immer wieder zurück zum Abendessen.Der Roman läßt sich sehr gut lesen, ist aber kein Thriller oder Krimi, wie die Handlung zunächst nahelegt. Er ist eher eine Studie über die Auswirkungen. In jedem Fall eine Leseempfehlung, da der Roman wirklicht gut unterhält und mit einigen Überraschungen aufwartet. Über das Thema "verfälschte Erinnerungen" hätte ich sehr gerne tiefergehend gelesen, das kam mir tatsächlich etwas zu kurz.Ich würde zu Beginn eine kleine Übersicht mit den Namen und Verwandtschaftsbeziehungen anlegen, das hilft, um in die Geschichte hineinzukommen.