Band 2 hat mir noch besser gefallen als Band 1, obwohl ich den auch richtig gut fand! Man ist sofort mitten im Geschehen und lernt Sophies Patienten/Patientinnen samt ihren kniffligen Problemen schnell gut kennen. Die Autorin beweist dabei viel Einfallsreichtum, einen herrlich düster-komischen Humor, Verständnis für komplexe oder gar widersprüchliche Gefühle sowie Sinn für Dramatik! Für mich war der 2. Band insgesamt einfach runder. Sophie hilft ihren Klienten/Klientinnen, indem sie jene Menschen ausschaltet, die für deren Leid verantwortlich sind - denn die beste Therapie nützt nichts, wenn man von zerstörerischen Personen und/oder himmelschreiender Ungerechtigkeit umgeben ist. Doch der Kriminalhauptkommissar, mit dem Sophie seit dem entsetzlichen Ende ihrer Ehe zusammen ist, bemerkt die Verbindungen zwischen Mordfällen sowie Sophies Klientel, sodass sie unter Druck gerät. Sophie ist chaotisch: Sie weiß theoretisch genau, worauf sie achten muss, sie ist sehr reflektiert, verfällt dennoch immer wieder in problematische Verhaltensmuster wie zu viel Rauchen und Trinken. Ihre "Hilfsaktionen" sind oft unüberlegt und verschlimmbessern die Lage - sowohl für ihre Patienten/Patientinnen als auch für sie selbst. Danach muss sie ihre Missgeschicke ausbügeln, wobei sie ständig zwischen Panik, innerer Ruhe sowie Übermut pendelt. Der Schreibstil ist lebendig, witzig¿spritzig, unverblümt, selbstironisch und geistreich- galgenhumorig - ich bin nur so durch die Seiten geflogen! Durch die Ich¿Perspektive ist man Sophie ganz nah und kann intensiv mitfühlen. "Mordscoach" war für mich ein wunderbar skurriler, rasanter, ereignisreicher und nervenaufreibender Thriller, der meine Erwartungen übertroffen hat. Die Handlung ist nicht nur amüsant und spannend, sie hat zudem Substanz, weil verschiedene Arten toxischer Beziehungen sowie ihre tiefgreifenden Auswirkungen beleuchtet werden. Und das Ende verspricht einen turbulenten 3. Band voller Herausforderungen für Sophie.