In Books & Coffee An Wunder muss man glauben (Band 2) von Ella Lindberg kehrt Emilia nach einer Reihe persönlicher Tiefschläge in ihre Heimatstadt zurück. Ohne Job, ohne Beziehung und ohne echte Perspektive landet sie wieder bei ihren Eltern und beginnt widerwillig im Antiquariat ihrer Tante zu arbeiten. Dort begegnet sie Lucy, der warmherzigen Besitzerin des Café Zuckerzeit, und findet im gemeinsamen Buchclubprojekt langsam wieder Halt.
Doch während sie versucht, ihr Leben neu zu ordnen, taucht nicht nur ihr Exfreund Markus wieder auf, sondern auch Lucys Bruder Florian, den sie noch aus Schulzeiten kennt, bringt Emilias Gefühlswelt durcheinander.
Ich habe mich wirklich auf Books & Coffee An Wunder muss man glauben von Ella Lindberg gefreut, weil ich den ersten Band mochte und das Setting rund um Bücher, Café und Kleinstadtflair einfach total mein Ding ist. Insgesamt war das Buch für mich auch ganz nett, aber leider hat es mich emotional nicht so gepackt, wie ich gehofft hatte.
Der Schreibstil liest sich wie gewohnt angenehm und flüssig. Ich bin schnell durch die Seiten gekommen, ohne irgendwo hängen zu bleiben. Lindberg schreibt sehr zugänglich, leicht und ruhig, was grundsätzlich gut zum cozy Setting passt. Gleichzeitig war mir der Ton stellenweise fast zu ruhig. Die Geschichte plätschert über weite Strecken sehr unaufgeregt vor sich hin. Es passiert nicht wirklich viel Spannendes, keine größeren emotionalen Peaks, keine Momente, bei denen ich dachte: Okay, jetzt muss ich unbedingt weiterlesen. Für zwischendurch war das Buch absolut okay, aber es war nichts, was ich kaum aus der Hand legen konnte.
Atmosphärisch mochte ich die Rückkehr ins Café Zuckerzeit wieder sehr. Das Setting ist einfach unglaublich süß und gemütlich beschrieben, und genau diese Wohlfühlvibes kann Lindberg wirklich gut. Besonders gefreut habe ich mich, Lucy und Clara wiederzutreffen. Die beiden bringen für mich deutlich mehr Herz in die Geschichte und sorgen für Wärme, die mir an anderer Stelle ein bisschen gefehlt hat.
Emilia als Protagonistin konnte mich leider nicht vollständig überzeugen. Ich habe zwar verstanden, dass sie an einem Tiefpunkt steht, aber sie wirkte auf mich oft sehr genervt, kraftlos und irgendwie distanziert. Mir hat bei ihr ein bisschen die emotionale Tiefe gefehlt. Viele ihrer Gedanken blieben für mich seltsam blass, sodass ich nicht richtig mit ihr mitfühlen konnte. Sympathisch war sie für mich nur phasenweise.
Auch die Liebesgeschichte eigentlich ja das Herzstück hat mich nicht wirklich erreicht. Die Entwicklung zwischen Emilia und Florian wirkte auf mich nicht ganz rund. Sehr lange passiert zwischen den beiden kaum etwas, sie interagieren relativ wenig, und plötzlich sind da (alte?) Gefühle. Für mich kam das ziemlich abrupt und nicht ganz authentisch. Ich konnte die Verbindung zwischen ihnen emotional leider nicht richtig nachempfinden, was schade ist, weil hier eigentlich viel Potenzial gewesen wäre.
Positiv hervorheben möchte ich den Buchclub. Die Idee und die Umsetzung fand ich wirklich schön. Besonders mochte ich, wie dort ganz unterschiedliche Menschen zusammenkommen, sich langsam annähern, Gemeinsamkeiten entdecken und als Gruppe zusammenwachsen. Diese Dynamik hatte viel Wärme und war für mich einer der stärkeren Aspekte der Geschichte. Allerdings hätte ich mir auch hier noch mehr Tiefe gewünscht. Vieles wurde eher angerissen als wirklich ausgearbeitet.
Was mich am Ende etwas nachdenklich zurückgelassen hat: Rund um Clara werden einige Konflikte und Andeutungen gestreut, die nicht vollständig aufgelöst werden. Das wirkt fast so, als wäre noch ein weiterer Band geplant. Ich bin tatsächlich neugierig, ob ihre Geschichte noch weitergeführt wird, weil hier spürbar noch offene Fäden liegen.
Fazit
Unterm Strich war das Buch für mich eine ruhige, cozy Lektüre für zwischendurch mit einem sehr schönen Setting und liebgewonnenen Nebenfiguren. Emotional konnte es mich aber weder mit der Hauptfigur noch mit der Liebesgeschichte vollständig abholen. Mir persönlich hat diesmal leider ein bisschen Spannung, Tiefe und Herzklopfen gefehlt.