Die Theatergruppe von Marlow feiert ein denkwürdiges Jubiläum und Gründer Oliver lädt zu einer exclusiven Feier auf einem Schiff ein. Anwesend sind nur die Mitglieder des Vorstandes und eine sehr berühmte Schauspielerin, die ihre künstlerische Laufbahn vor Jahren in Marlow begonnen hat. Am nächsten Morgen steht Verity, Olivers Frau, vor Judiths Tür und bittet um Hilfe, Oliver ist nach der Party nicht nach Hause gekommen.
Auch im vierten Band der Reihe ermitteln die drei Freundinnen Judith, Suzie und Becks in gewohnter Manier und natürlich findet die örtliche Polizei das nicht so toll. Inspector Tanika Malik, die schon des öfteren von den Hinweisen des Trios profitieren konnte, steht wegen der Nähe zu den Freundinnen ziemlich unter Druck und unter der Beobachtung ihres Kollegen. Schon bevor die Leiche Olivers gefunden wird ist Judiths Neugier geweckt und natürlich kann sie gar nicht anders, als selber auf Spurensuche zu gehen. Als Täter kommt eigentlich nur eine der Personen infrage, die auf dem Boot anwesend waren und um ganz dicht an denen dran zu sein nimmt Judith kurzerhand eine Rolle im neuesten Stück der Theatergruppe an.
Autor Robert Thorogood bleibt seinem Stil treu und schickt Judith, Becks und Suzie ganz im Stil einer Miss Marple auf Verbrecherjagd. Etwas forscher als das berühmte Vorbild geht die Truppe dabei allerdings schon vor, profitiert aber sehr von der Tatsache, dass man einer netten älteren Dame eben mehr erzählt, als der Polizei. Bei ihren Nachforschungen decken die Frauen daher auch so manches Geheimnis auf und lösen so den verzwickten Fall, bei dem eigentlich jeder ein handfestes Motiv, aber eben auch ein Alibi hat. Das Hauptaugenmerk der Story liegt natürlich in den Hintergründen der Figuren, hier ist das Ganze dann vielleicht auch etwas sehr konstruiert und wartet mit mehr als einer Überraschung auf. Zusätzlich geht es auch im Leben der Freundinnen etwas holprig zu. Während Suzie im Laufe der Ermittlungen auf eine verflossene Liebe trifft, versucht Becks ihr ungutes Gefühl im Bezug auf den Freund ihrer Tochter zu unterdrücken und bei Judith klopft anscheinend die Vergangenheit an die Tür und sorgt für einen ziemlichen Cliffhanger am Ende des Buches.
Wer Cosycrime, etwas spezielle Ermittler und typisch englisches Landleben mag, wird auch in diesem Buch der Reihe wieder gut unterhalten. Ganz klassisch im Stil von Agatha Christie wird ein Locked Room Szenario geschaffen, in dessen kleinem Kreis der Täter zu finden sein muss. Im Laufe der Ermittlungen gerät jede dieser Personen mal mehr, mal weniger in den Fokus und am Ende ist dann natürlich alles ganz anders. Mich hat das Buch wieder gut unterhalten und ich bin gespannt auf die Fortsetzung.