Das Buch Coach von Devney Perry hat mir insgesamt gut gefallen. Der Schreibstil der Autorin ist angenehm leicht, flüssig und sorgt dafür, dass man nur so durch die Seiten fliegt.
Besonders überzeugen konnten mich die Figuren. Millie und Ford waren mir von Anfang an sympathisch, aber auch Fords kleine Tochter Joey hat mein Herz im Sturm erobert. Sie bringt eine besondere Wärme und Lebendigkeit in die Geschichte und sorgt für viele der schönsten Momente des Buches.
Die Charaktere wirken insgesamt authentisch und greifbar. Sie haben Ecken und Kanten, bringen Lebenserfahrung mit und strahlen dadurch eine angenehme Reife aus. An Ford mochte ich besonders sein großes Herz. Er ist ein liebevoller Vater und reflektiert genug, um aus den Fehlern seiner Vergangenheit zu lernen. Genau das macht ihn zu einem sympathischen Protagonisten. Gleichzeitig gab es aber einige Situationen, in denen mir sein Verhalten etwas zu besitzergreifend oder überzogen vorkam, weshalb ich ihn nicht immer uneingeschränkt nachvollziehen konnte.
Millie hat mich vor allem mit ihrer Willensstärke beeindruckt. Sie arbeitet hart für ihre Ziele, gibt auch in schwierigen Situationen nicht auf und begegnet den Herausforderungen ihres Lebens mit viel Entschlossenheit. Gleichzeitig macht ihre sensible Seite sie zu einer sehr nahbaren und authentischen Figur.
Auch die Handlung hat mir insgesamt gefallen, obwohl einige Entwicklungen recht vorhersehbar waren. Das hat mich persönlich aber kaum gestört. Coach ist eine Second-Chance-Romance, ein Trope, der normalerweise nicht zu meinen Favoriten zählt. Hier hat er für mich aber gut funktioniert. Besonders begeistert hat mich hingegen der Single-Dad Aspekt. Ich mag Geschichten mit familiären Dynamiken sehr und genau diese wurden hier liebevoll eingefangen. Vor allem die Szenen zwischen Ford, Millie und Joey waren unglaublich herzlich und haben der Geschichte viel Charme verliehen. Durch ihre Interaktionen entstand ein echtes Gefühl von Familie, was ich sehr gerne gelesen habe.
Etwas mehr hätte ich mir dagegen bei den Konflikten gewünscht, insbesondere im letzten Drittel des Buches. Einige Themen boten viel Potenzial, wurden letztlich aber nur angerissen oder recht schnell abgehandelt. Hier hätte ich mir etwas mehr Tiefe und Ausarbeitung gewünscht.
Insgesamt ist Coach für mich eine gefühlvolle, unterhaltsame Romance mit liebenswerten Charakteren und einer warmen Atmosphäre. Auch die Gestaltung des Buches gefällt mir richtig gut. Wer eine emotionale und gleichzeitig leichte Geschichte für zwischendurch sucht, sollte diesem Buch definitiv eine Chance geben. Für mich wird es mit Sicherheit nicht das letzte Buch von Devney Perry gewesen sein!