Dank an das Verlag Ullstein. Der Debütroman Letzte Stunde Tod von Sven Jacobs entfaltet von Beginn an eine düstere, nervenaufreibende Spannung und zieht den Leser tief in einen Strudel aus Misstrauen und Gefahr. Im Mittelpunkt steht der Lehrer Max Schilling und seine Freunde und Kollegen aus der Schule, dessen zunächst harmlos wirkende Treffen in eine schockierende Situation umschlagen. Plötzlich ist Max mit einem brutalen Mord konfrontiert, worauf weitere folgen, und gerät selbst unter Verdacht - während ihm zugleich eine bedrohliche, geheimnisvolle Person immer näherkommt.Jacobs gelingt mit seinem Erstling ein bemerkenswert souveräner Einstieg ins Thriller-Genre. Besonders überzeugend ist die dichte, beklemmende Atmosphäre, die sich konsequent durch die Handlung zieht. Die permanente Unsicherheit darüber, wem Max überhaupt noch trauen kann, erzeugt eine fast greifbare Spannung, die sich bis zum Ende steigert.Gleichzeitig wirkt die Figur des Max angenehm nahbar: kein überzeichneter Held, sondern ein Mensch, der zunehmend die Kontrolle verliert - genau das macht die Geschichte so fesselnd.Die Handlung entwickelt sich rasant, behält durchgehend das hohe Tempo und überrascht immer wieder mit Wendungen, die das Gefühl der Bedrohung konsequent verstärken.Doch kleinen Kritikpunkt muss ich anführen. So ein nichtssagendes Cover verleiht nicht zum Kauf. Ich habe nicht damit gerechnet, dass unter diesem Cover ein spannender Thriller sich verbirgt. Nichts ausgefallenes doch sehr unterhaltsam. Liest sich sehr schnell, ist flüssig und in einer einfachen Sprache geschrieben. Zum Entspannen sehr gut.Insgesamt ist Letzte Stunde Tod ein packendes, Debüt, das mit starker Spannung, einer glaubwürdigen Hauptfigur und einer unheimlich nahbaren Bedrohung überzeugt - und definitiv Lust auf mehr von diesem Autor macht.