Rosa Monti, der Name klingt wie Poesie. Die Autorin war mir bisher unbekannt, dabei hat sie unter ihrem Klarnamen bereits einige Krimis und Kurzgeschichten veröffentlicht. Aber Rosa Monti passt viel besser zum Gardasee, wo Mord zwischen Pasta und Pedalen spielt.
Heiner Krum, Kommissar im Ruhestand, langweilt sich zu Tode und hat einem Urlaub am Gardasee nur zugestimmt, weil seine Frau Antonia versprochen hat, die Diätzügel in dieser Zeit zu lockern. Der gemütliche Heiner ist den leiblichen Genüssen sehr zugetan und versteht es zu genießen, da ist er in Italien natürlich genau richtig und mir sofort sympathisch.
Leider wird die Ankunft von Heiner und Antonia überschattet vom Tod eines jungen Radsportlers, der ihnen ins Auto fährt und stirbt. Heiner wittert sofort ein Verbrechen und gemeinsam mit dem örtlichen Polizisten Bruno Bresaola darf er endlich wieder ermitteln.
Wie witzig, dass Heiner und Bruno sich so ähnlich sind, Bruno ist quasi das italienische Pendant zu Heiner und hat auch keine Probleme damit, dass sich sein deutscher Kollege in die Ermittlungen einbringt. Endlich mal kein Kompetenzgerangel, sondern Freude über die Unterstützung von außen.
Auch Antonia mischt munter mit, wenn sie nicht gerade Kunstunterricht gibt, und das Trio sorgt für Unruhe bei den Radsportprofis. Sollte hier womöglich ein Konkurrent auf den Titel ausgeschaltet werden?
Der Höhepunkt eines jeden Radprofis ist wohl die Tour de France, wobei ich seit den vielen Dopingskandalen, die diese Branche erschüttert hat, das Interesse an diesem Sport verloren habe. Wenn nicht mehr der Mensch und seine Leistung zählt, sondern nur der beste Arzt bzw. das wirksamste Medikament, dann kann man von einem wahren Wettbewerb nicht mehr sprechen.
Rosa Monti beleuchtet kritisch die Radsportszene, bietet aber auch jede Menge dolce Vita und Entspannung am schönen Gardasee. Das Ermittlertrio hat Potential für weitere Fälle und ich würde mich freuen, wenn wir Bruno bald wieder besuchen würden.