Die bekannte SPIEGEL- Bestseller-Autorin M.C. Beaton hat mit Agatha Raisin und die tote Therapeutin bereits den sechsundzwanzigsten Band ihrer Krimireihe um die clevere Ermittlerin vorgelegt. Da die Autorin bereits verstorben ist, wurde dieser Band posthum veröffentlicht. Das idyllische, ruhige Cover des Buches entführt die Lesenden in das Dorf Carsely in den malerischen Cotswolds.
Agatha Raisin ist empört. Eine neu im Dorf zugezogene Therapeutin, Jill Davent, verbreitet Gerüchte über Agathas einfache Herkunft. Das kann ihrem Ruf als Privatdetektivin mit gut gehender Firma schaden, daher versucht sie, mehr über Jill herauszufinden. Zudem scheint sich Jill an Agathas Ex-Mann James heranzumachen, da kommt Eifersucht auf. Doch Jill, deren Qualifikationen fragwürdig sind, wird ermordet aufgefunden, Agatha gerät unter Verdacht. Während sie mit allen Mitteln versucht, Jills Mörder zu finden, ereignen sich in ihrem Umfeld weitere Gewalttaten, auch Agatha selbst schwebt in höchster Lebensgefahr.
Doch kann sie sich immer auf die Loyalität ihrer Angestellten verlassen, auch ihr Ex- Mann James und ihr Freund Sir Charles Fraith, mit dem sie eine on- off Beziehung führt, unterstützen sie. Trotzdem- in keinem anderen Fall war Agatha so erschüttert und schockiert über die Gefahren ihres Berufs.
In ihrem neuen Kriminalfall hat die Autorin M.C. Beaton wieder eine lange undurchschaubare Geschichte gestrickt. Agatha wird als zähe Person beschrieben, durchaus attraktiv und mit einem Faible für gut aussehende Männer. Auch wenn sie zu Amouren neigt, stellt sie sich immer wieder vor, wie schön es wäre, verheiratet zu sein, kaum dass sie einen weiteren Favoriten kennen gelernt hat. Ihr zur Seite steht Sir Charles, vermögend, aber geizig. Er kommt und geht in Agathas Leben, wie er möchte, so dass Agatha nicht immer gut auf ihn zu sprechen ist. Dennoch unterstützt er Agatha bei der Falllösung und ist im entscheidenden Moment zur Stelle.
Agatha ist ein interessanter Charakter. Arbeitswütig, aber freundlich zu ihren Angestellten, scharfsinnig, aber immer wieder in prekäre Situationen kommend. Sie reagiert oft impulsiv, nimmt kein Blatt vor den Mund und wirkt manchmal sehr direkt und daher unhöflich. Erst spät wird sie, trotz ihres geschulten Verstandes und guter Intuition, erkennen, dass hinter allen Morden eine Person steckt, die sie lange für völlig harmlos hielt. Zu allem Überdruss schnappt ihr ihre Freundin Mrs. Bloxby, eine biedere Vikarsfrau, auch noch einen neu ins Dorf gezogenen, gut aussehenden Mann vor der Nase weg.
Agatha Raisin und die tote Therapeutin ist wieder ein gelungener Krimi voll überraschender Wendungen, glaubhafter Indizien und falscher Spuren, bei dem auch der feine Britische Humor und way of life nicht zu kurz kommen. Pointiert werden die kleine Dorfgemeinschaft, der Tratsch und die üblen Gerüchte dargestellt. Ebenso, welche umfassende Neugier Menschen dazu treibt, Verleumdungen in die Welt zu setzen. Die Handlung ist kurzweilig, das Buch hält den Spannungsbogen bis zum Schluss und bietet eine unerwartete, aber durchaus glaubhafte Auflösung der Geschehnisse. Fans von Miss Marple kommen hier voll auf ihre Rechnung. Daher kann ich diesen charmanten Roman gerne allen Lesenden empfehlen, die Cosy- Crime Geschichten mit einer eigenwilligen, aber sympathischen Ermittlerin lieben.