1954. Nach dem Tod ihres Sohns und Bruders hält die Familie Hedley nichts mehr in Deutschland, die Eltern gehen nach Kenia, und Laura zieht es nach ihrem Abschluss der Modeschule in die Heimat ihres Vaters nach Craster, einem kleinen Fischerdorf an der englischen Nordseeküste. Dort hat ihre Familie bis vor vielen Jahren eine Weberei betrieben, die Laura nun unbedingt wieder aufbauen möchte.Laura fällt auf in dem kleinen konservativen Dorf. Nur ihre Tante Jane freut sich über ihre Ankunft, viele der Dorfbewohner begegnen ihr mit mehr oder weniger verhohlenem Misstrauen, als wäre die Weberei eine Konkurrenz für die Fischräucherei und den Heringsfang.Und schon bald merkt Laura, dass sie nicht nur auf Ablehnung stößt, ihr werden Steine in den Weg gelegt und nicht alles, was schiefläuft, kann man als Zufall abtun.Trotz dieser Widrigkeiten gibt Laura nicht auf. Sie ist eine moderne, selbstbewusste Frau, die mit ihrem farbenfrohen Stil in dem konservativen Dorf schnell auffällt. Sinnbild dafür ist ihr roter Mantel, den sie als Abschlussarbeit an der Modeschule entworfen hat. Laura zeigt den Dorfbewohnern, dass Frauen mehr können als die ihnen zugedachten Rollen. So beginnen einige Frauen aus dem Dorf, in ihrer Weberei zu arbeiten.Und natürlich gibt es auch eine Liebesgeschichte, die ich allerdings als nicht so dominant empfand, dass es mich gestört hätte. Allerdings ist sie recht vorhersehbar: Schon bei der ersten Begegnung im örtlichen Pub war mir klar, dass sich etwas zwischen den beiden entwickeln wird und wer mit einer Beziehung nicht einverstanden sein würde.Was das Buch besonders macht, ist der liebevoll recherchierte historische Hintergrund. Die Details zu Webstühlen, Schafen und der Wolleverarbeitung lassen spüren, dass die Autorin sich intensiv damit beschäftigt hat. Ohne dass ich auch nur die geringste Ahnung davon habe, habe ich der Autorin jedes Wort geglaubt, das sie darüber schrieb.Sophie Olivers Schreibstil ist ruhig, entspannt und leicht lesbar, dabei nie flach. Es macht Spaß, das Buch zu lesen, und der Cliffhanger am Ende macht neugierig auf den zweiten Teil.