Schottisches Dorf, schrullige Ermittler und ein cleverer Mordfall, ein wunderbar atmosphärischer Cozy Crime zum Einkuscheln und Miträtseln.
In Die Toten von Glenfall Castle von Jane T. Endon zieht die bekannte Psychologin Fiona in das kleine schottische Glenfall. Dort hofft sie vor allem auf eines: ein ruhigeres Leben, möglichst ohne ständig erkannt zu werden.Doch mit der Ruhe ist es schnell vorbei. Eine junge Frau wird tot aufgefunden und aus Glenfall Castle verschwindet ein wertvolles Gemälde.Gemeinsam mit einem ziemlich exzentrischen Krimiautor und einem eher stillen, zurückgezogenen Antiquar beginnt Fiona, auf eigene Faust Nachforschungen anzustellen. Und in einem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt, gibt es dabei so einiges zu entdecken.Meine MeinungWas für ein wunderbar gemütlicher Cozy Crime!Schon nach wenigen Seiten hatte ich dieses typische schottische Dorf direkt vor Augen. Kleine Häuser, ein gemütliches Café, der Duft von Zimt, Tee und Shortbread - am liebsten hätte ich mich selbst mit an einen der Tische gesetzt.Besonders schön fand ich dabei die Gemeinschaft in Glenfall. Fiona wird als Fremde nicht misstrauisch beäugt, sondern findet sich schnell in einer Umgebung wieder, in der die Menschen füreinander da sind und sich gegenseitig beschützen. Dadurch bekommt die Geschichte trotz des Mordfalls etwas unglaublich Heimeliges.Mein Highlight waren aber definitiv die drei Hobbyermittler.Fiona, der exzentrische Krimiautor und der eher ruhige Antiquar könnten unterschiedlicher kaum sein - und genau deshalb funktionieren sie zusammen so gut. Jeder bringt seine eigene Art, seine Stärken und auch seine kleinen Eigenheiten mit. Dazu kommt eine schöne Portion Humor, wodurch es einfach Spaß macht, die drei bei ihren Ermittlungen zu begleiten.Und auch der eigentliche Kriminalfall konnte mich überraschen.Ich habe die ganze Zeit mitgerätselt: War es der? Vielleicht doch sie? Habe ich gerade einen Hinweis übersehen?Am Ende war die Auflösung für mich unglaublich stimmig. Das Beste daran: Rückblickend waren durchaus Hinweise vorhanden. Trotzdem hat die Geschichte es geschafft, sie so geschickt zu verpacken, dass ich auf den Täter überhaupt nicht gekommen bin.Genau das liebe ich bei Krimis!Natürlich darf man hier keinen düsteren Thriller mit Hochspannung auf jeder Seite erwarten. Die Spannung ist wesentlich sanfter, aber genau richtig für einen Cozy Crime. Der Fall, die Figuren, der Humor und vor allem diese wunderschöne herbstliche Atmosphäre ergeben zusammen einfach ein richtig rundes Gesamtpaket.Für mich ist das wirklich eines dieser Bücher, für die man sich einen englischen Tee macht, Shortbread danebenstellt, sich unter eine Decke kuschelt und für ein paar Stunden nach Schottland verschwindet.FazitEin spannender und wunderbar gemütlicher Schottland-Krimi mit einem herrlich ungewöhnlichen Ermittlertrio und ganz viel Dorfcharme. Tee und Shortbread schnappen, einkuscheln und ab nach Glenfall!