Ich freue mich extrem auf dieses Buch seit es angekündigt wurde. Habe es dann auch innerhalb von 2,5 - 3 Stunden durchgesuchtet (was normalerweise absolut nicht meinem Lesetempo entspricht) und bin gerade dabei, es nochmal zu lesen um wirklich die gesamte Geschichte zu erfassen. Und was soll ich sagen? Krasses Buch. Es war von Seite eins bis zur letzten Seite spannend, ohne gruselig zu sein, hatte dennoch die Josi-typische Portion Humor, die mich häufig hat schmunzeln lassen und passt mit einer Menge Feminismus super zu Josis bisherigen Büchern (vor allem Fallen Grace). Beim zweiten Mal lesen fallen mir jetzt so viele klug durchdachte Hinweise auf, durch die man Teile der Auflösung bereits hätte vorhersehen können, allerdings so subtil, dass sie wahrscheinlich wirklich niemandem beim ersten Lesen auffallen. Durch die miteinander kombinierten Medien (Zeitungsartikel, Podcast Skripte, annotierte Manuskriptauszüge, Blogbeiträge) und die verschiedenen Perspektiven sind die Puzzleteile Stück für Stück an die richtige Stelle gefallen. Ich fand sowohl das annotierte Manuskript super, weil es nacherzählt deutlich uninteressanter gewesen wäre, als auch die Podcast Skripte, da man die Podcast Folgen auf diese Weise quasi als Zuhörerin miterleben konnte. Aber auch alle anderen Medien fand ich toll, wie zum Beispiel die Blogbeiträge von Mara, die einem zeigen wer sie ist und gleichzeitig auch noch echt interessant waren (und die Kommentare hab ich auch geliebt).
Zu den Personen an sich kann man wenig sagen ohne zu spoilern, aber was ich hier ganz besonders toll umgesetzt fand, war die Atmosphäre zwischen den Charakteren. Man hat sofort gespürt, wie gewisse Personen zueinander stehen, was sie einander gegenüber empfinden und inwieweit sie sich vertrauen. Und das nur durch kleine sprachliche Nuancen, die einem ein Gefühl gegeben haben, anstelle von offensichtlichen Gedanken wie beispielsweise Ich mag xyz nicht. Das hat nicht nur für die passende Atmosphäre gesorgt, sondern mich als Leserin gleichzeitig die ganze Zeit im Unklaren gelassen. Ich habe mich ständig gefragt Kannten die sich vorher schon? Was ist da vorgefallen? Wie ist deren Vorgeschichte? Warum mag Person A Person B (nicht)? Das hat irgendwie nochmal total dieses Thriller Feeling verstärkt und ich habe auch den Gedanken der Personen, nicht mehr vertraut.
Das Bergchalet als Setting hat zur Geschichte gepasst und ich konnte es mir total gut vorstellen, wie die fünf dort sitzen und an Adam Ashwoods Fall rätseln. Ich bewundere Josi wirklich für die Art, wie sie ihre Geschichten zum Leben erweckt und so real wirken lässt, dass es fast echt sein könnte. Das kleine Detail, dass die Daten die teilweise angegeben waren, zum Releasedatum passen macht es umso realer, denn wenn man das Buch am Releasetag anfängt, erlebt man es sozusagen gleichzeitig wie die Figuren. So viele kleine Details an diesem Buch, die am Ende so viel Sinn ergeben haben, machen Dead Air für mich zu dem perfekten Thriller.
Ich würde es auch total für Thriller Einsteiger empfehlen.
Absolute Leseempfehlung von mir.