Der Weg von der Psychologie zur Leidenschaft
Wenn mir vor zehn Jahren jemand gesagt hätte, dass ich eines Tages schwule Liebesromane schreiben würde, hätte ich wahrscheinlich herzlich gelacht. Mein Name ist Adrian Sturm, geboren am 27. Mai 1981. Mein beruflicher Weg führte mich zunächst in die Psychologie, wo ich mich auf die therapeutische Arbeit mit Borderline-Patienten spezialisierte. Diese Jahre haben mich nicht nur beruflich geprägt, sondern meinen Blick auf Menschen und ihre Gefühle nachhaltig verändert.
Die lange verschwiegene Leidenschaft
Geschichten begleiten mich schon seit meiner Jugend. Heimlich schrieb ich Liebesgeschichten, füllte Notizbücher mit Ideen und Figuren, ohne sie jemals jemandem zu zeigen. Als schwuler Jugendlicher in den neunziger Jahren fehlte mir der Mut, offen über diese Leidenschaft zu sprechen. Studium, Beruf und Verantwortung rückten das Schreiben immer weiter in den Hintergrund, doch die Geschichten verschwanden nie. Sie warteten nur auf den richtigen Moment.
Ein Neuanfang zwischen Weinbergen
2015 heiratete ich meinen Mann Lukas. Gemeinsam leben wir heute in Rheinhessen und betreiben zusammen mit meinen Schwiegereltern ein familiengeführtes Weingut. Die Ruhe zwischen den Weinbergen bildet bis heute den perfekten Ausgleich zum Schreiben und schenkt mir viele Ideen für neue Geschichten.
Während der Corona-Pandemie fand ich schließlich den Mut, meine langjährige Leidenschaft wieder aufzugreifen. Aus ersten Notizen entstand mein Debütroman Levins Erwachen und damit gleichzeitig der Auftakt der Reihe Prager Geschichten. Was ursprünglich als einzelner Roman geplant war, entwickelte sich schnell zu einer ganzen Welt mit Figuren, deren Geschichten weitererzählt werden wollten.
Warum schwule Liebesromane?
Ich schreibe über Menschen, Beziehungen und Gefühle, die ich authentisch erzählen kann. Als schwuler Mann in einer glücklichen Ehe weiß ich, wie wichtig glaubwürdige queere Liebesgeschichten sind. Leidenschaft gehört dabei ebenso selbstverständlich dazu wie Vertrauen, Humor, Unsicherheit oder die kleinen Momente des Alltags. Meine psychologische Ausbildung hilft mir, Figuren zu erschaffen, die weit über Klischees hinausgehen und den Leser emotional berühren.
Authentisch, intensiv, unzensiert
Wenn ich nicht schreibe, verbringe ich meine Zeit mit Lukas, unseren beiden französischen Bulldoggen oder restauriere alte Möbel. Vielleicht liegt gerade darin eine Parallele zum Schreiben: Aus etwas scheinbar Unscheinbarem entsteht mit Geduld, Leidenschaft und Hingabe etwas Neues.
Mein Motto lautet "Authentisch. Intensiv. Unzensiert."
Denn ich bin überzeugt, dass jede Liebesgeschichte es verdient, ehrlich erzählt zu werden, mit all ihren Höhen, Tiefen und den unvergesslichen Momenten dazwischen.