Dieses Buch erschien 2026 und beinhaltet 377 Seiten.Die Geschichte beginnt in Noer an der Ostsee 1941. Anna Schneider ist achtzehn Jahre jung. Sie wird mit ihrer Familie nach Minsk deportiert. Dort bestimmen im Ghetto Hunger, Angst und Gewalt den Alltag. Dann muss Anna mitansehen, wie Nationalsozialisten Tag für Tag jüdische Männer, Frauen und Kinder ermorden und trifft eine folgenschwere Entscheidung: Sie leistet Widerstand. Anna hat fast sechzig Jahre niemandem erzählt, was in Minsk wirklich geschah. Ihr Geheimnis kennt nicht einmal ihre Familie. Ihre Enkelin befragt sie für ein Schulprojekt nach ihrer Vergangenheit und Anna kehrt nach Minsk zurück, an den Ort, an dem ihr Überleben einen hohen Tribut forderte. In Minsk begreift Anna erst, dass auch Schweigen seinen Preis hat. Dies ist ein historischer Roman über Mut in einer Zeit der Unmenschlichkeit und den hohen Preis des Überlebens.Dies ist bereits der vierte Teil der Reihe "Zwei Leben". Jeder Roman kann unabhängig von den anderen Teilen gelesen werden, da die Geschichten in sich abgeschlossen sind. Ich liebe die Bücher der Autorin Astrid Korten über alles, ja, sie ist eine meiner absoluten Lieblingsautorinnen. Ich weiß, dass sie für jede Geschichte ausreichende Recherchen betreibt. Genau das machen ihre Geschichten so lebendig und authentisch. Was Anna Schneider in ihrem Leben alles entbehren musste, ahnt man schon auf den ersten Seiten. Anna ist mit ihren Eltern und mit ihrem Bruder Matthias nach Minsk deportiert worden. Jeden Tag erlebt die Familie, und nicht nur sie, ja alle Menschen aus dem Ghetto, den täglichen Kampf ums Überleben. Die Familien haben nur das Notwendigste zum Leben, und müssen täglich damit rechnen, dass ihr Leben zu Ende ist. Oh man, ich habe das alles an Annas Seite erlebt, den Schrecken dieser Zeit, die Angst, entdeckt zu werden und den täglichen Kampf ums Überleben. So oft flossen die Tränen bei mir so sehr, dass ich gar nicht weiterlesen konnte. Und doch wollte ich unbedingt erfahren, was Anna alles erlebte. So viele Menschen, denen solch ein Leid widerfahren ist, konnten einfach später nicht darüber reden. Annas Enkeltochter will sie unbedingt für ein Schulprojekt gewinnen und so entsteht in Anna der Wunsch, noch einmal, sechzig Jahre später, nach Minsk zu reisen. Dort wird sie mit ihrer Vergangenheit mit einer Wucht konfrontiert, die mich als Leserin schier umgehauen hat. Die Autorin Astrid Korten hat eine so gewaltige Art zu schreiben, dass man sowohl in die Gegenwart als auch in die Vergangenheit der Protagonistin katapultiert wird und schier fassungs- und sprachlos ist. Was habe ich Anna bewundert, als sie Widerstand leistet. Und wie mutig, sich später noch einmal der Vergangenheit zu stellen. Alles wurde so bildhaft beschrieben, dass ich alles wie einen Film vor meinen Augen ablaufen sah. Ich war emotional total aufgewühlt und weiß, dass diese Geschichte noch lange in mir nachhallen wird. Mich hat die Autorin Astrid Korten total überwältigt. Sie ist eine Meisterin ihres Faches, die mittlerweile in verschiedenen Genres unterwegs ist und ein jedes hervorragend beherrscht. Ich kann dieses Buch sehr gern weiterempfehlen, aber ich kann euch sagen, dass sie zutiefst das Herz berührt , also: unbedingt Taschentücher bereitlegen! Das Schicksal Annas ging mir sehr zu Herzen und man kann erkennen, wie mutig sie war und was für ein Glück sie hatte, all das Schreckliche zu überleben, wenn es auch sehr schwer für sie war. All das Leid hat sie so viele Jahre unter Verschluss gehalten. Nun hat sie ihr Schweigen gebrochen und mich an ihrem beschwerlichen Leben teilhaben lassen. Mich konnte die Autorin Astrid Korten mit dieser beeindruckenden Geschichte überzeugen, begeistern und faszinieren. Geschichte darf niemals vergessen werden. Einfach schrecklich, was alles so in der Geschichte passierte und bis heute noch Auswirkungen hat. Für mich ist dieses Buch ein absolutes Lesehighlight.