An jedem Wochentag macht der Postbote seine Tour durch das Dörfchen Chipping Cleghorn und steckt dabei den Bewohnern auch ihre Zeitungen in die Briefkästen. Jeder von ihnen hat da so seine eigenen Vorlieben, die Einen lesen die Times, die Anderen den Daily Telegraph, wieder Andere die Daily Mail, was aber bei jedem im Ort landet ist die Gazette, das örtliche Wochenblatt, das immer freitags verteilt wird. An diesem Freitag weckt ein Inserat das Interesse der Dorfbewohner, wird darin doch ein Mord bei einer der Nachbarinnen angekündigt. Die Dorfbewohner vermuten eine Art "Mörderspiel" , deuten das Inserat als etwas merkwürdige Art der Einladung und finden sich alle unter einem Vorwand pünktlich für das Spektakel ein. "Ein Mord wird angekündigt" ist ein Fall für Miss Marple und auch wenn diese nicht direkt zu Beginn des Buches in Erscheinung tritt, leistet sie doch ihren Beitrag zu den späteren Ermittlungen. Wie in den meisten Agatha Christie Krimis findet ein Mord innerhalb einer geschlossenen Gruppe von Personen statt. Hier ist es für den Leser nicht immer ganz leicht den Überblick zu behalten, die vielen unterschiedlichen Figuren und besonders wieder die vielen, oft recht merkwürdigen Namen sind da schon eine Herausforderung. Wärend der Ermittlungen der Polizei und natürlich bei den Gesprächen, die Miss Marple mit den Beteiligten führt bekommt man einiges an Informationen zum mitermitteln, allerdings kann man sich hier nie sicher sein, was tatsächlich für den Fall wichtig und was eher nur eine falsche Spur der Autorin ist. In gewohnter Manier und mit präzisem Blick zeichnet AC das Bild einer typisch englischen Dorfgemeinschaft, angefangen beim Pfarrer und seiner Frau, über den alten Kriegsveteranen, bis hin zur ältlichen Jungfer, die ihre kranke Schulfreundin bei sich aufgenommen hat. Jede dieser Figuren spielt eine Rolle für den Fall, manchmal nur als Statist im Hintergrund, manchmal aber auch als wichtiger Hinweisgeber und womöglich sogar als Täter. Der Mordfall ist sehr verworren, was anfangs eigentlich als recht klar und einfach dargestellt war, wird immer vielschichtiger und wie so oft bei AC bleibt es nicht bei einem Mord. Als Leser hat man natürlich einen Verdacht, so auch ich, allerdings war ich natürlich wieder nur teilweise auf der richtigen Fährte. Die finale Auflösung ist typisch für die Autorin konstruiert, wird aber letztlich nachvollziehbar von Miss Marple aufgelöst.