Düster, intensiv und vielschichtig ¿ Sinister Crown zeigt, wie nah Macht, Angst und Verlangen beieinander liegen.
3,5 Sterne
Ein düsteres, vielschichtiges Spiel aus Macht, Geheimnissen und inneren Abgründen.Schon der Prolog von Sinister Crown hat mich gefesselt er gewährt einen Blick in Maeves Vergangenheit, die alles andere als schön war und bis heute wie ein Nebel über ihr liegt. Diese Schatten scheinen sie geprägt zu haben und erklären vielleicht vieles an ihrem Verhalten.Maeve ist ein schwieriger Charakter. Sie ist stark, aber auch verschlossen, oftmals auf sich selbst bedacht und gegenüber anderen, besonders Frauen, eher distanziert. Obwohl sie sich eigentlich im Hintergrund halten möchte, rückt sie im Verlauf der Geschichte immer stärker in den Mittelpunkt ob sie will oder nicht. Über ihre Gedanken erfährt man nur oberflächlich etwas, vieles bleibt zwischen den Zeilen. Gerade das macht sie spannend, aber auch schwer greifbar und lässt sie oft sehr ichbezogen wirken.CharaktereNeben Maeve treten mehrere Männer in Erscheinung, die alle auf ihre Weise Einfluss auf sie nehmen und keiner von ihnen ist wirklich unschuldig.Tristan ist für mich der unsympathischste Charakter der Gruppe. Er wirkt egoistisch, herzlos und gefangen in seiner Rolle, die er offenbar nicht ausfüllen möchte. Seine Vergangenheit und die Verluste, die er erlitten hat, haben ihn geprägt, doch sein Verhalten besonders Frauen gegenüber ist oft erschreckend und grausam.Ryle war mir anfangs sympathisch, da er Maeve beschützt. Doch er steht zu sehr hinter Tristan und verteidigt dessen Handlungen, anstatt sie zu hinterfragen.Nathen hingegen ist ein sehr vielschichtiger Charakter. Seine Loyalität gegenüber Tristan scheint nicht sein einziger Antrieb zu sein da steckt eindeutig mehr dahinter, als man zunächst vermutet.Auch der Professor spielt eine größere Rolle, als es auf den ersten Blick scheint. Er ist geheimnisvoll, verstrickt in die Geschehnisse und alles andere als der neutrale Beobachter, für den man ihn halten könnte.Eines ist klar: Keiner dieser Männer behandelt Maeve mit Respekt. Sie wird von allen wie ein Objekt betrachtet, nie wirklich ernst genommen. Und genau das weckt viele Fragen besonders, wer hinter den Drohungen steckt, die sie erhält. Ist es einer von ihnen? Oder jemand aus ihrer Vergangenheit?Schreibstil und ErzählweiseDer Schreibstil ist atmosphärisch, dunkel und manchmal schon beklemmend perfekt passend zur Geschichte. Besonders gut gefallen hat mir, dass die Handlung aus mehreren Perspektiven erzählt wird. So bekommt man einen tieferen Einblick in die Gedanken und Motive aller Beteiligten. Dadurch entsteht ein komplexes Gesamtbild, das zum Miträtseln und Interpretieren einlädt.Die Autorin schafft es, Spannung aufzubauen, ohne zu früh zu viel zu verraten. Gerade das macht den Reiz aus vieles bleibt unausgesprochen, vieles ahnt man nur.FazitSinister Crown ist kein leichtes Buch es ist intensiv, emotional und voller Abgründe.Die Charaktere sind vielschichtig, die Atmosphäre düster und geheimnisvoll.Besonders Maeves innere Zerrissenheit und die verschiedenen Perspektiven haben mich sehr fasziniert.Ein Buch, das nicht nur Fragen nach Wahrheit und Macht aufwirft, sondern auch danach, wie weit Menschen gehen, wenn sie ihre Kontrolle zu verlieren drohen.