Der Krimi im historischen Setting seinen Charme und ist leichte Unterhaltung.
1913 arbeitet Emma Stein als Assistentin ihres Vaters, einem Hoteldetektiv im Luxushotel Imperial in Berlin. Da ihr Vater krankheitsbedingt immer öfter ausfällt, übernimmt sie zunehmend die vielfältigen Aufgaben und regelt viele Angelegenheiten im Hintergrund. In dieser Zeit musste ein Hoteldetektiv, auch stellvertretender Hoteldirektor genannt, auch Probleme lösen, wie beispielsweise Besuche von unverheirateten Damen bei Hotelgästen, die grundsätzlich nicht erlaubt waren. Als ein Hotelgast tot in seiner Suite aufgefunden wird, und die Polizei Suizid konstatiert, ist es Emma, die aufgrund von Zweifeln, eigene Ermittlungen anstellt. Grade in dieser historischen Zeit gab es einige hochmoderne Entwicklungen wie die Verwendung von Fingerabdrücken. Emma hält sich als Autodidaktin auf den neuesten Stand und wendet die Technik an. Der mysteriöse Todesfall im glamourösen Grand Hotel gleich zu Beginn weckt Neugier und man wird schnell in die Handlung hineingezogen. Während Emmas Nachforschungen verliert der Roman etwas an Fahrt und ich empfand einige Längen. Ab der Mitte entwickelt sich der Kriminalfall zu einem komplexen Geflecht aus Intrigen, Macht und politischen Verwicklungen und wird zusehends spannender.Alexander Eden ist das Pseudonym von Christof Weigold, Autor der von mir geliebten Buchreihe über einen Ermittler im Hollywood der 20er und 30er Jahre. Auch in seiner neuen Reihe bettet er historisch belegte Fakten sowie real existierende Figuren der Historie in den fiktiven Krimiplot ein. Die Protagonistin Emma Stein muss sich in einer von Männern dominierten Welt behaupten, agiert für die damalige Zeit sehr unkonventionell. Der Autor hat wieder akribisch recherchiert und viele Elemente des Zeitkolorits eingebaut. Für mich wirkte das teilweise aufgesetzt und den Figuren fehlte es an Tiefe. Alles in allem hat der Krimi im historischen Setting seinen Charme und ist leichte Unterhaltung.