"Der Spuk von Beacon Hill" konnte mich von der ersten Seite an begeistern. Schon das erste Kapitel hat mir beim Lesen eine Gänsehaut beschert, denn die unheimliche Stimmung im Spukhaus ist unglaublich intensiv und bildhaft beschrieben.So befand ich mich sofort mittendrin, als ich die drei Jugendlichen, Orphelia, Leslie und Joey auf ihrem Weg in das verlassene Spukhaus begleitete. Fast war mir, als würde ich selbst das Spukhaus betreten, so plastisch ist alles beschrieben. Ich sah durch Orphelias Augen, ich hörte durch ihre Ohren, ich erlebte ihren Schrecken, als das Licht ausging und die Jugendlichen in ihrer Panik getrennt wurden. Mich packte das Grauen, als Orphelia sich einer erschreckenden Gestalt gegenüber sah und sie begreifen musste, egal, ob sie dem Haus entkommen wird oder nicht, dieser Gestalt, "Madenmutter" genannt, wird sie nicht entkommen.Doch das ist nur der Anfang. Als Orphelia nach diesem Vorfall psychisch zusammenbricht und wiederholt versucht, sich das Leben zu nehmen, wendet sich ihre verzweifelte Mutter an Sadie. Die 25jährige Bibliothekarin hat eine Gabe, die sie eigentlich nie nutzen wollte: Sie ist empfänglich für das Übernatürliche. Gemeinsam mit ihrem Kollegen August nimmt sie sich des Falls an und taucht tiefer ein in das dunkle Geheimnis von Beacon Hill und der Madenmutter.Sadie, die zwar voller Zweifel und Angst aber auch mutig ist, entwickelt sich im Laufe der Handlung weiter und verfolgt zielstrebig ihre Ziele. Das hat mir gut gefallen und sie war mir, ebenso wie ihr Arbeitskollege August, sofort sympathisch und so folgte ich gespannt ihren Ermittlungen zu den Vorfällen rund um Orphelia. Besonders gelungen finde ich, wie die zwei Handlungsstränge miteinander verwobenen sind: Einerseits die Geschichte rund um das Spukhaus und den grausamen Geist, andererseits Sadies persönliche Entwicklung und ihre Auseinandersetzung mit ihrer Gabe. Beide Ebenen greifen geschickt ineinander und treiben die Spannung stetig nach oben, bis sie sich auf beklemmende Weise überschneiden. Mit jeder Seite wurde ich tiefer in die Geschichte gezogen, das beklemmende Gefühl wuchs, und ich konnte das Buch kaum mehr aus der Hand legen. Besonders eine Wendung gegen Ende ließ mir das Blut in den Adern gefrieren. Damit hatte ich nicht gerechnet. Ein Cliffhanger, der mich sprachlos zurückließ. Ich muss wissen, wie es weitergeht.Fazit:Ein großartiger Horrorroman mit düsterer Atmosphäre, spannendem Plot und einer interessanten Protagonistin. Flüssig geschrieben, durchgehend spannend und stellenweise richtig unheimlich. Der Spuk von Beacon Hill ist ein echter Pageturner und absolut empfehlenswert.