eher ruhig und mit ganz viel Gefühl..
Requiem für einen blutroten Stern" von Anika Beer"Wenn die Menschen begreifen würden, was Unsterblichkeit wirklich bedeutet, würden sie sofort aufhören, danach zu suchen."Zuallererst muss ich einfach mal erwähnen wie schön dieses Buch ist. Es handelt sich um ein Hardcover mit Softtouch und detaillierten Farbschnitt und ist in dieser Ausgabe nur beim Drachenmond Verlag erhältlich.Als Setting hat sich die Autorin London im Jahre 1873 ausgesucht, und mit ihrer bildhaften und facettenreichen Beschreibung eine unglaublich schöne und gleichzeitig düstere Welt erschaffen. Es war für mich Dank ihrer Darstellungen kein Problem mich in den Gassen von London zu verlieren.Cedric Edwards, begnadeter Pianist und Klavierlehrer musste erst den tragischen Tod seiner geliebten Frau verarbeiten, um dann eine tödliche Diagnose zubekommen. Aber es gibt Hilfe in Form von einer unbekannten Therapie.Annika hat Cedric lebendig gezeichnet, ihre Ausführungen wenn er am Klavier spielte waren alleine durch ihre Worte spürbar. Seine schiere Verzweiflung alles zu probieren um am Leben zu bleiben, für seine Familie war so deutlich spürbar das es mir fast das Herz zerriss. Aber auch seine Liebe zur Musik hat die Autorin sehr schön in Worte verfassen können. Aufgeteilt wird uns die Story in zwei Perspektiven. Die Kapitel beginnen immer sehr schön verziert. Die zweite Erzählperspektive handelt von Dorian, da erleben wir gleich einen Schauplatzwechsel und befinden uns im antiken Rom. Dorian ist ein junges Straßenkind und wurde von seinem Gönner von Budapest nach Rom gebracht. Dort lebt er zusammen mit anderen Kindern in einem Waldhaus, gegenüber der Villa seines Herren. Was es mit dieser ominösen Villa auf sich hat, bleibt einige Zeit geheimnisvoll. Und auch dieser Szenario wechsel gelang Annika immer sehr geschickt und auf einem Höhepunkt. Ich hab mich selbst gesehen wie ich mit den anderen Kindern durch die Gassen von Rom gelaufen bin, musiziert habe, Schuhe geputzt habe, gebettelt habe. Im Waldhaus freundet sich Dorian mit Dorothy und Bartosz an. Auch diese beiden Charaktere sind mir im Laufe der Erzählung sehr ans Herz gewachsen. Ihre tiefgehende Freundschaft, ihr Zusammenhalt und ihr Mut haben mich tief beeindruckt. Drei Sterne.. Die Ausdrucksweise im Buch ist typisch 18. Jahrhundert, und trotz das es langsam erzählt wird, empfand ich die Story als durchweg fesselnd. Gerade Dorian's Perspektive hat mich stets neugierig gemacht, aber auch Cedric's Entwicklung war spannend zu verfolgen. Im weiteren Verlauf haben sich beide Charaktere zu starken Persönlichkeiten entwickelt und es kam zu einigen Überraschungen. Gekonnt hat Annika die beiden Erzählperspektiven miteinander verwoben und so auf ein fesselndes Ende gebracht. Mit "Requiem für einen blutroten Stern" hat Annika einen Vampir Roman erfasst der mich überzeugen konnte. Ihr Schreibstil und ihre Art Emotionen in Worte zu fassen war außergewöhnlich. Die Spannung wurde unterschwellig aufgebaut und in kleinen Schüben entfesselt.