Tod in der Speicherstadt als Taschenbuch
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Tod in der Speicherstadt

Taschenbuch
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Hamburg zu Beginn der Hafenarbeiterstreiks.

Hamburg 1896: Der Sohn des wohlhabenden Kaffeehändlers Bellingrodt wird tot in der Elbe gefunden. Als Kommissar Hauke Sötje den Eltern die traurige Nachricht überbringt, gerät er in ein gefährliches Geflecht … weiterlesen
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Produktdetails

Titel: Tod in der Speicherstadt
Autor/en: Anja Marschall

ISBN: 3740806613
EAN: 9783740806613
Emons Verlag

17. Oktober 2019 - kartoniert - 334 Seiten

Beschreibung

Hamburg zu Beginn der Hafenarbeiterstreiks.

Hamburg 1896: Der Sohn des wohlhabenden Kaffeehändlers Bellingrodt wird tot in der Elbe gefunden. Als Kommissar Hauke Sötje den Eltern die traurige Nachricht überbringt, gerät er in ein gefährliches Geflecht aus Macht, Gier und falscher Liebe. Zu allem Überfluss bittet ihn seine Verlobte Sophie, eine vermisste junge Frau und ihr Kind in der Stadt zu finden. Man hatte die beiden zuletzt vor der Villa der Bellingrodts gesehen ...

Portrait

Die gebürtige Hamburgerin Anja Marschall lebt seit vielen Jahren mit ihrer Familie im Westen Schleswig-Holsteins, wo sie als Journalistin und Autorin arbeitet. Sie initiierte den ersten Krimipreis für Schleswig-Holstein, ist Mitglied im Syndikat sowie Vizepräsidentin der Mörderischen Schwestern.
Bewertungen unserer Kunden
Kommissar Hauke Sötje ermittelt in Hamburg und stößt in ein Wespennest
von janaka - 11.02.2020
*Klappentext (übernommen)* Hamburg zu Beginn der Hafenarbeiterstreiks. Hamburg 1896: Der Sohn des wohlhabenden Kaffeehändlers Bellingrodt wird tot in der Elbe gefunden. Als Kommissar Hauke Sötje den Eltern die traurige Nachricht überbringt, gerät er in ein gefährliches Geflecht aus Macht, Gier und falscher Liebe. Zu allem Überfluss bittet ihn seine Verlobte Sophie, eine vermisste junge Frau und ihr Kind in der Stadt zu finden. Man hatte die beiden zuletzt vor der Villa der Bellingrodts gesehen ... *Meine Meinung* Tod in der Speicherstadt von Anja Marschall ist bereits der 4. Fall mit dem sympathischen Kommissar Hauke Sötje. Ich mag den spannenden Schreibstil der Autorin, er fesselt mich ungemein und durch die bildhafte Beschreibung habe ich auch die Begebenheiten aus dem 19. Jahrhundert schnell vor meinen Augen. Die dort herrschende Atmosphäre kann ich richtig spüren. Beim Lesen merkt man außerdem, wie akribisch die Autorin recherchiert hat. Die Charaktere sind lebendig und facettenreich. Sophie muss man einfach lieben, sie ist eine starke und selbstbewusste Frau, ich mag und bewundere sie sehr. In der damaligen Zeit setzt sie ihren Kopf trotz einiger Widerstände durch und sucht auf eigener Faust die vermisste Frau und deren Kind. Aber auch Hauke ist mir sehr sympathisch, ich mag seine ruhige und besonnene Art, aber er kann auch anders, gerade wenn es um das Wohl von Sophie geht. Sehr sympathisch ist mir auch der Zollbeamtenanwärter Hans Detlefsen, er wird Hauke im Hafen zur Seite gestellt. Hans ist ein aufgeweckter junger Mann, der es bestimmt einmal sehr weit bringen wird. Ein Erkennungsmerkmal von Anja Marschall sind die originalen Zeitungsauschnitte aus dieser Zeit. Es ist richtig faszinierend, was damals alles so eine Nachricht wert war. *Fazit* Ein spannender historischer Krimi, mit interessanten Charakteren und einem fesselnden Fall. Von mir gibt es eine absolute Leseempfehlung und 5 Sterne.
Spannender Hamburger Krimi
von Katzenmicha - 11.01.2020
Eine Leiche die Tod in der Elbe treibt-mit einem Siegelring am Finger-eine weitere die verbrannte und ein toter Zollbeamter führen den Rendsburger Kriminalkommissar Hauke Sötje nach Hamburg.Der Siegelring führt Hauke in die höchsten Hamburger Kreise.Unteranderem zu der Familie Bellingrodt-doch er stößt auf eine Mauer des Schweigens.Dann bittet Haukes Verlobte Sophie um seine Hilfe.Sie arbeitet bei einem angesehenem Mann und erzieht seine Tochter nach dem Tod seiner Frau.Eine befreundete Familie ,die Frau von Bellingsgrodt bittet sie um Hilfe.Sie soll nach einer jungen Frau mit einem kleinen Kind suchen,die vor einiger Zeit vor ihrem Haus stand.Schnell scheint klar das der Tote mit dem Siegelring, der ältere Sohn von Bellingrodt ist und die verbrannte Leiche die junge Frau.Doch wo ist das kleine Kind und warum wird plötzlich ein Zollinspektor  in der Speicherstadt ermordet!?Leider wird Haukes Ermittlungen erschwert und auch Sophie gerät in Gefahr...... Die Autorin Anja Marschall hat wieder einen sehr spannenden Krimi geschrieben.Sehr gut recherchiert und sehr anschaulich beschreibt sie alles.Man hat das Gefühl an der Seite von Hauke durch das Hamburg 1895 zu spazieren,die Probleme der Stadt zu erleben.Auch das Problem macher Dame die schwanger wird und zu einer Engelmacherin gehen zu müssen-erfährt der Leser.Man geht an Sophies Seite durch das Elendsviertel von Hamburg. Die Gedanken und Geschehnisse dieser Zeit kommen sehr gut rüber und man fühlt sich hautnah dabei. Leider konnte ich nur 5 Sterne geben-ich hätte deutlich mehr gerne gegeben.
Historischer Krimi mit starken Figuren
von buchwurm05 - 11.01.2020
1896. Hauke Sötje, Kommissar aus Kiel, ermittelt wegen eines Schiffunglücks. Der Ewer hatte Kaffee geladen. Zudem wurde bei einem toten Matrosen ein Siegelring gefunden, der auf edlere Herkunft hinweist. Die Spuren führen ihn nach Hamburg in die Speicherstadt und damit zu den Bellingroths. Gleichzeitig sucht seine Verlobte Sophie eine junge Frau, die scheinbar spurlos verschwunden ist. Zuletzt wurde sie bei den Bellingroths gesehen....... Tod in der Speicherstadt ist der 4. Band der historischen Krimireihe um Hauke Sötje. Obwohl ich die Vorgänger nicht kenne, ist mir der Einstieg ohne Probleme gelungen. Lediglich zu Hauke hat mir etwas Vorwissen gefehlt. Durch einige Andeutungen konnte ich mir aber einen groben Einblick verschaffen. Die Figuren sind stark gezeichnet. Vor allem Sophie mit ihrem starken Willen und kriminalistischen Spürsinn haben mir gut gefallen. Der Schreibstil ist flüssig, bildlich und authentisch. So konnte ich mir die damaligen Begebenheiten und Ermittlungen gut vorstellen. Habe einen interessanten Einblick in die Anfänge der Speicherstadt bekommen. In manchen wenigen Dialogen bekommt man es mit Hamburger Platt zu tun. Auch wenn ich nicht immer alles verstanden habe, sind sie jedoch gezielt eingesetzt. Die Nebenfiguren so greifbarer. Der Fall selbst beginnt langsam. Erst nach und nach steigert sich die Spannung bis zum dramatischen Showdown. Hier werden die einzelnen Erzählstränge dann logisch zusammengefügt. Fazit: Ein spannender historischer Krimi mit starken Figuren. Der einen guten Einblick in das damalige Hamburg gibt. Der authentisch ist und gekonnt Fiktives mit Historischem vermischt. Empfehle ich gerne weiter.
Hauke Sötje ermittelt in der Speicherstadt
von claudi-1963 - 30.12.2019
Die Anfänge der Speicherstadt im Hamburger Hafen werden im Jahre 1881 datiert. In diesem Jahr begann der Bau der historischen Gebäude. Anlass des Baus war die Angliederung des Viertels an den Deutschen Zollverein, welcher von Otto von Bismarck veranlasst wurde. Die Speicherstadt sollte der Lagerung und Veredelung exklusiver Rohstoffe wie Gewürze, Kaffee, Tee und Kakao aus aller Welt dienen. (speicher-consorten) Hamburg 1896: In der Elbe im Kieler Raum wird bei einem Brand der Wilhelmine ein unkenntlicher Toter geborgen. Lediglich ein Siegelring führt Kommissar Hauke Sötje deshalb nach Hamburg und zu den Bellingroth einer großen Kaffeehändlerfamilie. Wie sich schnell herausstellt, scheint Johann Bellingroth der Tote zu sein, dieser wurde von seinem Vater verstoßen und nach Südamerika gesandt. Als Hauke der Familie den Tod ihres Sohnes mitteilt, gerät er in ein gefährliches Netz aus Intrige, Macht, Gier und einer Liebe zwischen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten. Zu allem Überfluss gerät Sophie ebenfalls in die Kreise der Bellingroths, da sie Claras Abschiedsball organisieren muss. Das Amelie Bellingroth, Sophie bietet Johanns Geliebte und ihr Kind zu suchen, um ihr einen Brief zu übergeben, bringt Sophie zu den Abgründen Hamburgs und in große Gefahr. --- Meine Meinung: Ein beeindruckendes, historisches Bild der Hamburger Speicherstadt ziert das Cover dieses bemerkenswerten vierten Falls von Kommissar Hauke Sötje. Der wunderbare Schreibstil, der sich hier wieder sehr lebhaft und locker präsentiert, wird wie schon in den Bänden davor durch mehrere Kapitel unterteilt. Mit viel Liebe zum Detail ziert jedes Kapitel ein gut recherchierter Zeitungsartikel, bei dem ich interessante Meldungen von damals erfahre. Diesmal erlebte ich Hauke Sötje nicht in Kiel, wo er sonst arbeitet, sondern in der Hansestadt Hamburg. Erneut hat sich die Autorin mit der Speicherstadt ein beeindruckendes Lokalkolorit ausgesucht. Durch die damaligen Kontore und Warenlager war dieser Ort eine Stadt in der Stadt, wo oft andere Gesetze herrschten. Dies bekommt nicht nur Hauke, sondern auch die Kripo Hamburgs zu spüren, die einigen ein Dorn im Auge ist. Bildhaft beschrieben Szenen lassen mich wieder spüren, was für harte Zeiten damals oft für die ärmliche Bevölkerung bestand. Die Beschreibung des damaligen Gängeviertels, in das sich selbst die Polizei nicht gerne traut, hat mich schwer erschüttert. Zudem fieberte ich meist mit Sophie mit, die sich mal wieder zwar ungewollt, aber eigenmächtig in Haukes Fall einmischt. Diesmal spürt man jedoch, dass aus der schüchternen, ruhigen Sophie inzwischen eine durchsetzungsfähige, robuste Frau geworden ist. Ich könnte mir sie durchaus als eine gute Ermittlerin vorstellen, auch wenn dies zur damaligen Zeit noch unvorstellbar war. Hauke besticht wieder durch seine ruhige, kompetente Art, selbst wenn er gelegentlich wieder in seine Vergangenheit abtaucht. Dass er Sophie eigentlich fürsorglich beschützen möchte, gelingt ihm auch diesmal wieder nicht. Trotzdem ist er immer in den entscheidenden Moment an ihrer Seite und für mich bleiben die beiden weiter mein Traumpaar, denen ich eine gute Zukunft wünsche. Sehr unsympathisch empfand ich Wilhelm und Alfons Bellingroth, besonders bei Wilhelm spürt man den Patriarchen, der nicht nur seine Familie im Griff hat, sondern auch maßgebend die Speicherstadt beherrscht. Seine Frau Amalie hingegen ist eine liebevolle Frau, bei der ich sofort die Ängste einer Mutter spüre und die trotz ihres Standes, keinerlei Privilegien zu haben scheint. Die Atmosphäre der alten Speicherstadt mit ihren damaligen Aufgaben gibt diesem Kriminalfall wieder ein ganz besonderes Flair. Ich bin wieder einmal total begeistert, mit wie viel Liebe und Leidenschaft die Autorin dieses Buch geschrieben hat. Lasst Euch die Hauke Sötje Reihe nicht entgehen, sie ist eine einmalige Gelegenheit in die Zeiten Otto von Bismarcks und des deutschen Kaiserreichs zu reisen. Darum gibt es von mir 5 von 5 Sterne und eine Leseempfehlung nicht nur für Krimi-Fans, sondern auch für Leser von historischen Romanen.
Eine kriminelle Zeitreise in das historische Hamburg von 1896
von Helga S. - 29.12.2019
Anja Marschall hat mit "Tod in der Speicherstadt" ihren 4. Krimi um Kommissar Hauke Sötje und seiner Verlobten Sophie Struwe vorgelegt - und ich war mal wieder vollkommen begeistert! Für mich war es das 2. Buch mit diesen beiden sympathischen Protagonisten, man kann jedes Buch einzeln lesen, die Geschichten sind in sich abgeschlossen. Die Autorin schafft es, uns Leser*innen mit "lockerer Feder" in das Hamburg von 1896 zu entführen: die Speicherstadt ist gerade mal ein paar Jahre alt, Sophie und Hauke "konditorn" im Alsterpavillon, Sophie bewundert das Angebot im neueröffneten Kaufhaus Tietz. Wir begleiten Sophie und Hauke bei ihren Ermittlungen quer durch die Stadt, erfahren von politischen Intrigen, nehmen die schlechte Arbeitssituation der Hafenarbeiter wahr, lernen einiges über den Kaffeehandel, staunen über den Dovenhof: "Das ist das feinste Kontorhaus in der ganzen Stadt. Hunderte von Büros gibt es dort und einen dieser neuen Pa-ter-nos-ter." (S. 77). Aber was mich am meisten verwundert hat: Frau Marschall hat es geschafft, dass ich manchmal sogar meinte, die Gerüche wahrzunehmen: den intensiven Geruch frisch gerösteten Kaffees in der Rösterei oder den - sagen wir mal - unangenehmen Gestank im Hamburger Gängeviertel. Hauke ermittelt in Hamburg gegen eine Schmugglerbande. Er ist nach Hamburg gereist, da eine wichtige Spur in die Hansestadt führt. Schnell merkt er aber, dass er sich durch seine Ermittlungen nicht gerade beliebt macht: der Leiter der Hamburger Kriminalpolizei kämpft um das Überleben seiner Polizei: "Wussten Sie, dass Verbrecherjagd zu teuer, ja, sogar überflüssig sein kann? Gewisse Kreise in der Stadt würden gern die Kriminalpolizei wieder abschaffen, ..." (S. 26) Und Haukes Spur führt zu einem wohlhabenden Kaufmann...Herr Oberzollinspektor Jensen reagiert auf Haukes Verdacht vollkommen ungläubig und ungehalten:" Schmuggel gibt es bei mir nicht! brüllte er." (S. 65) Keine einfache Situation für Hauke, wie kann er unter diesen Umständen den Fall lösen? Sophie wird währenddessen gebeten, eine vermisste junge Frau und deren Kind zu finden. Wo soll sie ansetzen? Mit sicherer Hand führt die Autorin Sophie, Hauke und uns durch das Hamburg im ausgehenden 19. Jahrhundert, lässt sie und uns manchmal verzweifeln an dem undurchsichtigen Geflecht aus Intrigen, Macht, Gier und Lügen. Wir wurden im positiven Sinne "gefesselt" von dem spannungsgeladenen, flüssigen Schreibstil, ich konnte manchmal das Buch nicht aus der Hand legen (schnell, nur noch eine Seite...)! Als "Sahnehäubchen" werden allen Kapiteln Originalzitate aus Hamburger Zeitungen vorangestellt, z.B. "Präsidentschaftswahl: Wer in Amerika auf die Massen wirken will, muss sich nicht scheuen, Worte zu gebrauchen, die es zweifelhaft lassen, ob sie mehr in den Bereich des landesüblichen Humors oder des politischen Fanatismus gehören. Bis zur Wählerentscheidung am 4. November wird man sich wohl noch auf manche ähnliche Blüthen der Beredsamkeit von beiden Seiten gefaßt machen müssen." (Originalauszug: Hamburger Nachrichten, 21.Oktober 1896), S. 226. Diese Zitate unterstreichen das Lokalkolorit und machen es in meinen Augen authentischer... Der Schluss ist spannend, dramatisch, rührend, überraschend - zusammengefasst: äußerst befriedigend! Lose Enden waren kunstvoll verknüpft worden, mein Krimileserherz war rundum überzeugt! Ich habe es bedauert, mich von Sophie und Hauke trennen zu müssen - deshalb hoffe ich natürlich auf ein baldiges Wiedersehen und spreche in der Zwischenzeit für "Tod in der Speicherstadt" eine absolute Leseempfehlung aus!
Hamburg Krimi vom Feinsten
von Bibliomarie - 26.12.2019
Hamburg, das 19. Jahrhundert neigt sich dem Ende zu. Im Hafen und den angrenzenden Gängevierteln gärt es. Die Arbeiter in den Speichern und im Hafen können von den geringen Löhnen kaum überleben, während die Kaufmannschaft immer weiter prosperiert. Kommissar Hauke Sötje kommt nach Hamburg um einen rätselhaften Schiffsbrand zu untersuchen. Rätselhaft deshalb, weil es den Ewer offiziell gar nicht gibt. Nirgends ist die "Wilhelmine" gelistet und für den geladenen Kaffee gab es auch keine Frachtpapiere. Schmuggel ? Die Verantwortlichen im Freihafen sind überzeugt davon, dass keine Bohne unverzollt den Speicher verlässt. Es gibt auch einen Toten, bis zur Unkenntlichkeit verbrannt und nur an einem Siegelring als Sohn des Kaffeebarons Bellingrodt zu erkennen. Doch in der Familie kommt Sötje mit seinen Ermittlungen nicht weiter, Johann war das schwarze Schaf der Familie und es scheint, dass weder Vater noch Bruder sonderlich trauern. Aber da ist ja noch Sötjes Verlobte Sophie, die als Hauslehrerin in einer Kaufmannsfamilie angestellt ist und so eher Zugang zu Frau Bellingrodt bekommt. Ich kannte bisher noch keinen historischen Hamburg-Krimi aus der Feder von Anja Marschall und dass ich mit dem vierten Band einstieg, habe ich anfangs gar nicht richtig bemerkt. Ich fand die Figur des Kommissars so eingängig beschrieben, dass er mir sofort ganz vertraut war. Wenn mal auf frühere Begebenheiten Bezug genommen wird, erklärt sich das auch gleich in der Handlung. Besonders hat mir die kenntnisreiche Beschreibung des Hafenlebens aus der Zeit gefallen. Das war wie eine Geschichtsstunde aus erster Hand. Das Leben der rechtlosen Arbeiterschaft, die geringen Löhne, die nicht mal zu einer ausreichenden Wohnung oder Ernährung reichen und im Gegensatz der Luxus der "feinen" Gesellschaft , ergibt einen farbigen und unglaublich interessanten Hintergrund für diesen Krimi. Hier merkt man die Liebe der Autorin zur Stadt und ihrer Geschichte. Ich bin richtig eingetaucht und hatte gleich die Bilder der Speicherstadt vor Augen. Die Ermittlung der noch neuen "Criminalpolizei" mit Hauke Sötje sind spannend und bekommen noch eine zusätzliche Würze durch Haukes Verlobte Sophie. Die ist mit einem rechten Sturkopf und auch Selbstbewusstsein ausgestattet und lässt es sich nehmen auf ihre Weise nach Spuren zu suchen. Bis zum überraschenden Schluss hat mich jede Seite gefesselt und ich mochte das Buch gar nicht aus der Hand legen. Deshalb eine klare Leseempfehlung für Krimisfans.
Spannende Ermittlungen im historischen Hamburg
von Rosmarin - 25.12.2019
Hamburg zur Zeit der beginnenden industriellen Revolution: unter den Arbeitern in der Speicherstadt rumort es - da wird der Sohn eines wohlhabenden und einflussreichen Kaufmanns ertrunken aufgefunden. Hinter seinem Tod verbirgt sich nicht nur ein Drama, sondern auch ein Ränkespiel der Macht und Habgier, dem Kommissar Hauke Sötje auf die Spur kommen muss. Dabei wird er tatkräftig und hartnäckig von seiner Verlobten unterstützt, mit zwar mit einem klugen, aber auch einem ordentlichen Dickkopf ausgestattet ist¿ Anja Marschalls Zuneigung zu Hamburg entdeckt man in sämtlichen Details: sehr gekonnt beschreibt sie die Zustände in der Stadt, die Menschen, die Speicherstadt. Vor dem inneren Auge entsteht so ein wahres Kopfkino: der Leser wird sofort in den Bann der Ermittlungen gezogen! Man stürzt sich mit Hauke in die Kontore und Arbeitshallen der Speicherstadt, sitzt mit Sophie im Salon ihres reichen Arbeitgebers und staunt über den Kontrast in den ärmlichen, heruntergekommenen Gassen. Spannung pur erzeugt der Tod des jungen Erben, der viele Fragen aufwirft und einen weiteren Todesfall nach sich zieht. Eine schaurige, düstere Geschichte, die den Leser gefangen nimmt; ein absolut gelungener historischer Kriminalroman mit perfekt recherchiertem Lokalkolorit! Sehr gut geschrieben und wirklich empfehlenswert!
Wenn Geschichte lebendig wird und die Ermittlungen mehr als fesseln
von Elke Seifried - 23.12.2019
Als großer Fan von Anja Marschalls sowohl witzigen um Lizzy, als auch historischen Krimis um Hauke Söntje konnte ich mir den vierten Teil der Reihe natürlich auf gar keinen Fall entgehen lassen. Schon gar nicht, wenn jetzt nicht mehr in Kiel, sondern in Hamburg, das ich so liebe, ermittelt wird. Die Autorin hat mich nicht enttäuscht und mich wieder einmal mit den ersten Worten bereits in die Geschichte gezogen und mich erst beim Zuklappen des Buches wieder aus ihren Fängen gelassen. 1896. Den Kieler Kommissar Hauke Sötje treibt es nach Hamburg. Er soll ein Schiffsunglück auf der Elbe, bei dem ein Ewer in Brand geriet, genauer unter die Lupe nehmen. Das Segelschiff hat bei seinem Untergang nicht nur eine Ladung Kaffee, die in keinerlei Frachtpapieren zu finden ist, mit unter Wasser gezogen, sondern auch ¿"Eine der beiden Leichen an Bord der ¿Wilhemine` trug diesen Ring am Finger. Es war der Matrose:". Amtshilfe ersucht er dafür beim Hamburger Polizeirat Roscher, der "¿ nahm den Ring in die Hand und begutachtete ihn genau. "Das ist das Wappen von Wilhelm Bellingrodt. Kaffeezweig und Löwe."`, ist darüber allerdings alles andere als erfreut. Als Leser trifft man nach einem berührenden Prolog, der das Elend der Hamburger Hafenarbeiterfamilien so eindrücklich zeigt, und einen magisch in den Roman zieht, erst einmal Sophie und ihre Schülerin Clara, für die sie einen Abschiedsball zu organisieren hat, und bekommt dann gemeinsam mit Hauke die Fakten zum Schiffsunglück geboten. Beide führt der Weg anschließend zur Familie Bellingrodt. Hauke, der mit Roscher die Todesnachricht überbringen muss, und damit seine Ermittlungen startet, Sophie um die Familie zum Ball einzuladen. Dabei bekommt sie von Frau Bellingrodt einen Spezialauftrag. "Johann war einer jungen Dame zugetan, die von dem Unglück in Kenntnis gesetzt werden muss." Sie soll sich auf die Suche nach der großen Liebe ihres Sohnes machen. Als Leser darf man nun beide bei ihren Ermittlungen und Recherchen begleiten, klar dass sich ihre Wege immer wieder kreuzen, nicht nur bei den dünn gesiedelten Treffen der beiden Verlobten. Viel mehr will ich gar nicht verraten, nur so viel, während für Hauke gilt, "Das politische Pflaster in dieser Stadt war rutschiger als die Planken eines Nordkapfahrers bei Eisregen.", mit einem Bellingrodt legt man sich in Hamburg nicht an, was die Ermittlungen mehr als schwer macht, gilt für Sophie, man kann "in ihren Augen den leicht fiebrigen Glanz" entdecken und da schaut sie oft weder links noch rechts, sondern nur geradewegs aufs Ziel. Gefährlich und spannend wird¿s auf jeden Fall bei beiden mehr als genug. Der locker leichte Schreibstil der Autorin liest sich einfach nur toll. Sie beschreibt unheimlich anschaulich und einnehmend. Da kommt schon mal die "¿ Vorsteherin durch eine kleine Seitentür aus der Küche gelaufen. Eine Suppenkelle über dem Kopf schwingend, hielt sie zeternd aus den Redner zu. [Wat wullt ju heer in miehn fein¿ Salon? Wenn ju dat nicht god genog ist, dann rut![". Ich hatte es deutlich vor Augen, wie sie dem Mann, der zwei Köpfe größer ist als sie, die Schöpfkelle überzieht. Gelungen finde ich in der Beziehung auch die treffenden, originellen Vergleiche, die ganz genau so der Zeit entspringen könnten. Ein Hauke erntet so z.B. einen "angewiderten Blick, als sei er der verschimmelte Apfel in Dichter Schillers oberster Schublade." Auch in ihren historischen Krimis bietet Anja Marschall ihren Lesern viel Anlass für ein Schmunzeln und auch das ist perfekt an die Zeit angepasst. Ein Zollanwärter parodiert da schon mal seine Prüfungen mit den Worten "Worauf, Detlefsen, ist außer auf Beutel und Taschen, besonders zu achten? - Verstecke: dicke Bäuche, fette Ärsch,,,, steife Arme, hohe Hüte! - Zollanwärter Detlefsen, hiermit sich Sie Reichsaufseher.", oder er berichtet von seinen Erfahrungen mit dem neumodischen Aufzug. "Paternoster. Nee, meine Mutter hätte mir den Holzlöffel um die Ohren gehauen. Höllenmaschine, hat sie gesagt. Ober ick bün keen Bangbüx! Das nächste Mal fahre ich bestimmt." Fast schon ein Alleinstellungsmerkmal für diese gelungene Krimireihe sind auch die Originalauszüge aus den Hamburger Nachrichten, die ich unbedingt noch lobend erwähnen möchte. Sie vermitteln ein sehr authentisches Bild der damaligen Interessen und Verhältnisse. Von schockierenden Berichten über Menschen, die in der Not den Freitod wählen, über Stellenanzeigen und -gesuchen bis hin zu solch amüsanten Anzeigen wie, "Ein grüner allseits sprechender Papagei bill, zu verkaufen. Nach Herrn Strelow fragen! Nicht nach Frau Strelow.", vom 9.Septemer 1896 eine richtige Fundgrube, an Detailwissen, das Alltagsgeschichte so lebendig macht. "Mein Vater starb an dem Tag, an dem der Kaiser die Speicherstadt eröffnete. 29. Oktober 1888. Meine Mutter sagt immer, es sei das gebrochene Herz gewesen." Nicht nur das Eisenwarengeschäft von Zollanwärter Detlefsens Familie musste dem Bau weichen, ganze Viertel wurden abgerissen. Die Autorin hat gründlichst zur Hamburger Speicherstadt und dem Freihafen, den Zollbedingungen, zur Arbeitsweise der verschiedenen Behörden oder auch zum Kaffehandel der Zeit recherchiert und der Roman ist eine Fundgrube an interessantem Wissen für jeden, der sich auch nur ein bisschen für Geschichte interessiert. Ich liebe Hamburg, für mich eine der schönsten Städte, und gerade auch der Vergleich meiner Eindrücke zu den Bedingungen früher, zur Entstehungsgeschichte so mancher Sehenswürdigkeit, die ich selbst schon gesehen habe, haben das Buch für mich zu etwas besonders Lesenswertem gemacht. Wirklich grandios wird auch die Atmosphäre der Zeit eingefangen, wozu auch die Rolle der Frau gehört. Sophie, eine Frau, die ihren eigenen Kopf hat, die für ihr Leben gern ihre Nase in die Ermittlungen steckt, leider aber noch keine Chance hat, selbst eine Stellung bei der Polizei zu bekommen, die sich entscheiden muss, Ehe oder weiter ihrer Anstellung als Lehrerin nachgehen, ein Polizeirat, der froh ist, dass er keine solche Frau zuhause hat, die selbst denkt oder ein Arbeitgeber, der zwar für seine Tochter das Beste will, aber eben auch, dass sie zur Frau wird und nicht zum Mann, was bedeutet, dass ihr wichtige Themen vorenthalten werden, all das lässt gelungen miterleben, wie es den Frauen damals ging. Mir sind Sophie und Hauke ja schon längst ans Herz gewachsen. Sophie ist eine mutige Frau, mit Dickkopf und einer Entschlossenheit, die einen oft in Angst und Schrecken versetzt. Sie ist impulsiv, was sie manchmal auch zu unüberlegten Handlungen treibt und dazu führt, dass Hauke sie nicht so beschützen kann, wie er mag. Auch ihn mag ich unheimlich gerne, vor allem auch seine ehrliche Art. Auch wenn er die Wahrheit manchmal großzügig auslegt, macht er dies nie unbegründet oder unbedacht, "Hauke fragte sich, wo die Wahrheit endete und die Pflicht zur Lüge begann, wenn es galt ein wichtiges Ziel zu erreichen." Richtig gut gefallen mir auch seine Ermittlungstaktiken, die mich oft ob der Raffinesse schmunzeln haben lassen. Mit den beiden darf man dieses Mal auch rätseln, ob sie endlich heiraten werden. Die beiden Hauptdarsteller sind toll gezeichnet, ebenso wie alle anderen Mitspieler. Besonders gut hat mir hier z.B. Zollanwärter Detlefsen gefallen, über den ich viel schmunzeln konnte, um den ich aber auch so richtig Angst haben musste, richtig nah ist mir auch die Kaltblütigkeit der Engelmacherin Wiesner gegangen. Alles in allem eine absolute Leseempfehlung von mir die begeisterte fünf Sterne bekommt.
von dorli - 20.12.2019
Hamburg 1896. Der Kieler Kommissar Hauke Sötje ermittelt gegen eine Schmugglerbande und hat seit einiger Zeit den Ewer "Wilhelmine" im Visier. Als das mit Kaffee beladene Frachtschiff auf der Elbe verunfallt und weder ein Eigner noch der Besitzer der Fracht ermittelt werden kann, bittet Hauke einen Hamburger Kollegen um Unterstützung. Polizeirat Roscher zeigt sich zunächst wenig interessiert, erst als Hauke ihm den Siegelring zeigt, den ein bei dem Unfall getöteter Matrose trug, wird er hellhörig, denn der Ring trägt das Wappen des reichen Kaffeehändlers Bellingrodt¿ Auch Haukes Verlobte Sophie hat alle Hände voll zu tun. Nicht nur, dass die Lehrerin für Clara, der ältesten Tochter ihres Arbeitgebers, einen Abschiedsball vorbereiten soll, Claras Großtante Amalie Bellingrodt tritt auch mit der Bitte an sie heran, eine vermisste junge Frau zu finden, von der Amalie jedoch weder Namen noch Wohnort kennt¿ "Tod in der Speicherstadt" ist bereits der vierte Fall für Hauke Sötje, der Krimi ist aber auch ohne Kenntnis der vorherigen Bände bestens verständlich. Anja Marschall wartet in diesem Krimi mit einer großen Portion Zeit- und Lokalkolorit auf - den Leser erwartet eine fesselnde Zeitreise in das Hamburg zur Kaiserzeit. Es hat großen Spaß gemacht, das alte Hamburg gemeinsam mit Hauke und Sophie zu erkunden - man begibt sich zum Beispiel mit Hauke in die Speicherstadt, um den Schmugglern auf die Spur zukommen, wandert auf der Suche nach Hinweisen durch die verwinkelten Wege und Höfe des Gängeviertels oder genießt mit Sophie das Ambiente des Alsterpavillon am Jungfernstieg. Neben unzähligen spannenden Details zum Kaffeehandel und den damit einhergehenden Aufgaben und Herausforderungen lernt man ebenfalls die Lebens- und Arbeitsbedingungen sowie die Gepflogenheiten zu damaliger Zeit kennen. Auch der Kriminalfall hat es in sich. Hauke und Sophie ermitteln eigentlich in ganz unterschiedlichen Angelegenheiten, müssen aber nach und nach erkennen, dass ihre Fälle mehr gemeinsam haben, als anfangs vermutet. Die Ermittlungen gestalten sich für beide äußerst schwierig, da es nur wenige Anhaltspunkte gibt und sie es darüber hinaus mit einem Gegenspieler zu tun haben, der vor keiner Schandtat zurückschreckt. Plattdeutsche Einsprengsel in den Dialogen und die jedem Kapitel vorangestellten Originalauszüge aus den Hamburger Nachrichten des Jahres 1896 runden diesen historischen Krimi perfekt ab. "Tod in der Speicherstadt" hat mir sehr gut gefallen - die gut ausbalancierte Mischung aus Historie und Spannung wird anschaulich und lebendig erzählt und hat mir ein paar kurzweilige Lesestunden beschert.
Fesselnd bis zur letzten Seite
von Bellis-Perennis - 19.12.2019
Hauke Sötje, Polizist in Kiel, verschlägt es wegen seiner Ermittlungen zu Schmugglerbanden, die einen Kollegen getötet haben, nach Hamburg. Das trifft sich gut, denn seine Verlobte Sophie arbeitet seit geraumer Zeit im Haushalt des Kaufmannes Winter als Gesellschafterin für dessen Tochter Clara. Noch bevor Hauke seine Recherchen weiterverfolgen kann, geht ein Ewer in Flammen auf und die verkohlte Leiche wird an Hand des Siegelringes als Johann Bellingrodt, Sohn eines mächtigen Hamburger Kaufmannes identifiziert. Hauke wird in die Ermittlungen einbezogen und schnell wird klar, dass nichts so ist, wie es scheint. Egal wohin sich der Kommissar wendet, der Name Bellingrodt ist allgegenwärtig. Im zweiten Handlungsstrang schauen wir Sophie über die Schulter, die der bislang extra behüteten Clara ein wenig vom echten Leben erklärt. Ohne es zu wollen, gerät Sophie in die Machtsphäre der Bellingrodts und damit in akute Lebensgefahr. Meine Meinung: Der Autorin ist wieder ein fesselnder historischer Krimi gelungen, der die Vormachtstellung einzelner Kaufleute deutlich macht. Dass dies nicht immer mit rechten Dingen vor sich geht, ist klar. Der bildhafte Schreibstil von Anja Marschall lässt uns tief in das Hamburg der Kaiserzeit eintauchen. Die Bedrohung durch Armut und Krankheit ist deutlich spürbar. Die Arbeiter werden ausgebeutet und sind der Willkür ihrer Arbeitgeber hilflos ausgesetzt. So entpuppt sich manche angebliche Wohltat als Danaer-Geschenk und dem einen oder anderen bleibt nur mehr der Selbstmord. Sehr gut gelungen ist auch die Darstellung der Frauen dieser Zeit: Entweder reich und hilflos oder arm, ausgebeutet und auch hilflos. Beide den Konventionen der Zeit unterworfen. Kein Wunder, dass Figuren wie Sophie hier herausragen. Immer wieder sind historische Ereignisse und Personen in die Handlung eingeflochten. So sammeln sich die Hafenarbeiter zu Streiks und die berüchtigte Engelmacherin von St. Pauli Elisabeth Wiese steht Patin für die Gertrud Wiesner. Auch das erwähnte Kaufhaus Tietz gab es wirklich. Um sich im historischen Hamburg zurecht zu finden, gibt es zu Beginn des Buches einen alten Stadtplan. Fazit: Wieder ein gut gelungener, fesselnder historischer Krimi aus der Feder von Anja Marschall, dem ich gerne 5 Sterne und einer Leseempfehlung gebe.
Mit Hilfe seiner taffen Verlobten kann der Kieler Kommisar den Fall in der Speic
von Daggy - 16.12.2019
Obwohl dies des erste Buch der Reihe ist, habe ich Hauke und seine Verlobte Sophie sofort ins Herz geschlossen. Beide sind Charaktere, die nach der Gerechtigkeit suchen. An Nord-Ostsee-Kanal hat Hauke, der Kieler Kommisar nach einem Brand eine Leiche gefunden. Da das Schiff Kaffee geladen hatte, führte die Spur nach Hamburg in die neu gebauten Speicher. Hier versucht Hauke zu erfahren, wie es möglich ist unverzollten Kaffee zu schmuggeln. Ihm zur Seite steht der Zoll-Anwärter Hans. Es trifft sich gut, dass die Lehrerin Sophie ebenfalls mit der Familie ihres Dienstherrn nach Hamburg zieht. Da ihre Schülerin Clara bald nach London geht, ist Sophie mit der Organisationen eines riesigen Balls beauftragt. Bei beiden fällt schnell der Name Bellingroth. Ein neureicher Kaffeehändler, der auf großem Fuß lebt und arrogant seinen Willen durchsetzt. Ist der Tote sein Sohn Johannes, der vor drei Jahren nach Brasilien geschickt wurde? Sophie macht sich auf die Suche nach Johanns Braut und gerät damit immer wieder in Haukes Ermittlungen. Mir hat besonders die wundervolle und gut recherchierte Atmosphäre der damaligen Zeit gefallen. Zum einen der Reichtum des Bürgertums, die damit das Sagen in einer Stadt wie Hamburg hatten, denn die Armut der Arbeiter, die ihre Gesundheit aufs Spiel setzten und doch nicht satt werden. Zum Anfang jeden Kapitels gibt es eine (Zeitungs)-Nachricht aus dem Jahre 1896, die mir oft zu denken gegeben haben. Manche wirkten durchaus aktuell. Der Krimi war sehr gut angelegt und spannend. Zudem habe ich viel über den Handel mit Kaffee im damaligen Hamburg erfahren. Ich werde sicher die vergangenen Bücher auch noch lesen.
Interessant und spannend zugleich
von SiWel - 16.12.2019
Gebrannter Caffee, hochfeine Mischung je Pfund 1,40 Mark, besteht aus Java, Guatemale, Maracaibo, Afrikaner, Santos,empfiehlt das Haus Jencke Co, Hermannstr.25, Fernsprecher 1088 Originalauszug: Hamburger Nachrichten, 9. September 1896 Jeder der 56 Kapitel trägt einen solchen Originalauszug zu Beginn. Interessant ist die damalige Ausdrucks - und Rechtschreibform. Die Recherche über das damalige Hamburg ist Anja Marschall in ihrem historischen Krimi Tod in der Speicherstadt perfekt gelungen. Ich habe mich von Anfang an in Hamburg gefühlt, war in der Speicherstadt unterwegs, habe den Kaffeeduft in der Nase gehabt, das Armenviertel kennengelernt und vor allen Dingen die Charaktere Hauke und Sophie. Lokalkolorit ist hier reichlich gegeben. Der Schreibstil ist angenehm und lässt sich leicht lesen. Die Charaktere sowie die Ortschaften sind anschaulich, lebhaft und bildhaft dargestellt. Kommissar Hauke Sötje ermittelt 1896 in Hamburg. Es geht um Macht, Gier und falscher Liebe. Seine Verlobte Sophie, die Lehrerin ist und in einem wohlhabenden Haushalt angestellt ist, versucht mit seiner Hilfe eine verschwundene junge Frau und deren Tochter zu finden. Zwei aussergewöhnliche Charaktere, eine atmosphärische Stimmung des damaligen Hamburgs und ein bis zum Schluss spannender Kriminalfall. Im Anhang gibt es anschließend noch historische Dinge nachzulesen, was mich dann selbst noch einmal zum Nachschauen im Internet angeleitet hat. Wer gerne Historisches kombiniert mit einem Kriminalfall liest, der sollte hier unbedingt zugreifen.
Kieler Kommissar angelt 1896 große Fische im Hamburger Hafen
von Babajaga - 11.11.2019
Das Buch: Alles begann damit, dass ich beinahe zufällig in Anja Marschalls Premierenlesung am 25.10.2019 in der Speicherstadt saß und mich auf der Stelle in die Geschichte verliebte. Die Autorin hatte es geschafft mich mit den Ausschnitten ihres Buches in das Hamburg des ausgehenden 19. Jahrhunderts zu entführen und es blieb mir gar nichts anderes übrig als den ganzen Roman lesen zu wollen. Wann immer ich beim Lesen an Stellen ankam, die sie vorgelesen hatte, hörte ich wieder ihr zu - wie sie begeistert von Hauke und Sophie, von Zollanwärter Detlefsen und vom Kaffeehändler Bellingrodt erzählte, von ihren Recherchen und vor allem über Kaffee! Kaffee ist eine Wissenschaft, glaube ich, und einen kleinen Teil dieser Wissenschaft verarbeitet die Autorin auch zwischen diesen Buchdeckeln. Eines jedenfalls ist sicher: Guter Kaffee braucht keine Milch! Das Cover des Buches passt perfekt zur Geschichte. Es zeigt einen Teil der alten Speicher, so wie man sie heute auch noch bewundern kann. Es reiht sich so gar nicht in die Riege der modernen historischen Cover oder jener der Kriminalromane ein. Es fällt aus der Reihe und das gefällt mir sehr, insbesondere da ich Hamburg-Romane sehr gern lese. Die Haptik des Buches ist weich mit erhabenen Buchstaben, sodass man das Buch einfach gern in der Hand hält. Ein besonderes Schmankerl liefert die Autorin mit ihren Kapitelanfängen. Jedes Kapitel ist mit einem Originalauszug aus Hamburger Zeitungen von 1896 überschrieben. Hin und wieder sind diese Auszüge zum Schmunzeln und manchmal muss man sich schon anstrengen um entweder die alte Rechtschreibung oder auch die Abkürzungen einer Anzeige zu entziffern. Ich kann sagen: Ich habe es geschafft! Worum geht¿s? Hauke Sötje, Kommissar der Kieler Polizei soll in Hamburg in einem Mordfall im Zusammenhang mit einer Schmugglerbande ermitteln. Hierbei stößt er zunächst auf einigen Widerstand - sowohl durch Polizeirat Roscher als auch durch Oberzollinspektor Jensen, der behauptet dass in seiner Speicherstadt nicht geschmuggelt wird. Jensen stellt ihm einen "Aufpasser" zur Seite - Zollanwärter Detlefsen - mit dem im Schlepptau Hauke nun seine Ermittlungen führen muss. Parallel dazu - für sich allein, aber dennoch im gleichen Fall - ermittelt Sophie, Haukes Verlobte, in einem weiteren Mordfall, der zunächst gar nicht zur eigentlichen Ermittlung passen will. Eine Verbrecherjagd durch die Hamburger Speicherstadt beginnt und mit jedem Puzzleteil, das Hauke und Sophie finden, schließt sich die Schlinge um den Hals des Täters enger zusammen. Die Charaktere: Hauke Sötje - ehemaliger Kapitän - und seine Verlobte Sophie sind eindeutig die Sympathieträger in diesem Roman. Mit Ermittlungsmethoden, die in der heutigen Zeit sicherlich als angestaubt gelten können, suchen sie Teil für Teil zusammen. Gleichwohl haben sie sich jedoch an Konventionen zu halten, die die Ermittlungen nicht eben erleichtern. So muss sich Hauke von Polizeirat Roscher immer wieder anhören, dass er nicht einfach die Großen der Wirtschaft, wie z.B. Wilhelm Bellingrodt und seinen Sohn, verhören oder gar vorladen kann, da dieser einen mächtigen Einfluss in der Stadt hat und Roscher das Leben schwer machen kann. Darüber hinaus ist Hauke als "der Kommissar aus Kiel" zunächst kein gern gesehener Gast - insbesondere als er Oberzollinspektor Jensen mit dem Kaffeeschmuggel konfrontiert. Man muss ihn einfach mögen, so wie er sich dennoch immer wieder über eben diese Konventionen hinweg setzt und zielstrebig seine Ermittlungen durchführt. Hinzu kommt, dass Hauke mutig ist und sich nicht so schnell einschüchtern lässt. Sophie passt sich nicht immer an - im Gegenteil, sie hat ein Faible für Ermittlungen, was in dieser Zeit völlig undamenhaft ist. Sie rät ihrem Arbeitgeber sogar, seine Tochter in die Geschicke der Buchhalterei einzuführen und ihr die Firma zu zeigen, damit sie lernt mit Geld umzugehen. Ein sehr gewagter Rat! Diese Eigenschaft macht sie mir so überaus sympathisch. Auch dass sie sich darüber Gedanken macht, dass Frauen generell nicht gerecht behandelt werden. Im Zusammenhang damit, dass dies die Zeit war, in der die Hafenarbeiter streiken und auch die Frauenrechte gestärkt werden sollten, ein nachvollziehbarer Charakterzug, der einmal mehr zeigt, dass Sophie eine starke Frau ist. Manchmal jedoch bringt sie sich, vielleicht durch eine gewisse Unbedachtheit, in Schwierigkeiten, aus denen ihr Hauke aber jedes Mal heraus hilft - und damit ihr Held und der der Leserschaft sein darf. Neben vielen anderen sympathischen, rüpelhaften oder furchtbar unangenehmen Nebencharakteren, die allesamt so gut beschrieben sind, dass ich sie mir lebhaft vorstellen kann, gibt es auch Zollanwärter Hans Detlefsen. Er ist mit seinen 17 Jahren noch so unbedarft, hat Träume und ist einfach liebenswert. Er vertraut Hauke absolut und will ihm mit allem, was ihm möglich ist, zu Diensten sein. Ihn mochte ich sehr, auch weil er es ist, der dem Leser vieles über die neue, moderne Speicherstadt erzählt. Aus ihm sprach der Stolz auf "seine" Speicherstadt und das obwohl sein Erbe - nämlich der Laden seines Vaters - dafür weichen musste. Historischer Hintergrund: Der historische Hintergrund für diesen Roman ist exzellent recherchiert. Als Leser fühlt man sich ein bisschen so, als würde man genau in diese Zeit zurück versetzt werden und einen Rundgang durch Hamburg machen. Auch ohne die Stadt zu kennen, ist es möglich sich vorzustellen, wie es hier ausgesehen und gerochen haben muss. Der Krach im Hafen, die Gerüche aus der Kaffeerösterei oder den Guano-Speichern. Schaut man genauer hin, findet man die recherchierte Historie in der modernen Stadt wieder. Die Geschichten, die die Autorin erzählt sind nicht nur liebenswert, sondern auch historisch korrekt. Das gefällt mir ausgesprochen gut, da ich genau dieses Merkmal an historischen Romanen besonders mag. Man lernt etwas, indem man eine spannende Geschichte liest. Bisweilen habe ich sogar im Internet weiter geschaut, wann was gebaut wurde z.B. Es gibt eine Szene, in der schreibt die Autorin "Einen Tunnel gab es ja nicht." und bezog sich dabei auf eine Elbquerung. Stimmt, der alte Elbtunnel wurde erst Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut. Solche kleinen Details sind es, die einen durch die gesamte Geschichte begleiten und diese so glaubwürdig machen. In einem Anhang bekommt der Leser zudem einen Überblick über reale Historie und Fiktion. Die großen Ereignisse wie z.B. der Hafenarbeiterstreik werden hier erklärt, Gebäude, die tatsächlich existierten oder noch existieren werden erwähnt und wie sie in der Realität genutzt wurden. Es macht Spaß diesen Anhang zu lesen, der dann auch noch durch ein kleines Hamburger Sprachlexikon abgerundet wird. Schreibstil: Mit ihrem Schreibstil trifft Anja Marschall die Sprache der Zeit - oder jedenfalls so, wie ich sie mir vorstelle. Wer den Hamburger schon mal Platt schnacken hören hat, kann sich sicher vorstellen, was ich meine. Außerdem lässt sie ihre Figuren - z.B. Quartiersleute, Hafenarbeiter usw. - platt schnacken. Das war einfach so, das sprach man in dieser Zeit. Und trotzdem wird auch jemand, der dieses Dialektes nicht mächtig ist, keine Schwierigkeiten haben, die Inhalte der Dialoge zu verstehen. Erstens: es gibt ja besagtes Sprachlexikon und Zweitens: wenn ein wirklich längerer Dialog stattfindet, arbeitet die Autorin den Inhalt des Dialoges geschickt in die nächsten Zeilen ein, sodass sich der Inhalt spätestens daraus ergibt. Besonders beeindruckt hat mich, wie Frau Marschall mit Adjektiven, die Situationen oder Menschen beschreiben, Stimmung herauf beschwört oder die Menschen vor dem inneren Auge lebendig werden lässt. Hinzu kommt eine ordentliche Prise Humor! Zitat S.111: "Schnaufend drehte die Dame sich zurück zum Tisch, beugte sich ein wenig vor und flüsterte ihrer üppig ausgestatteten Freundin, deren Mantel ein Fuchskragen zierte, etwas zu. Das tote Tier über den fleischigen Schultern besagter Freundin starrte aus gläsernen Augen verzweifelt auf den unter vielen Schichten Rüschen verpackten Busen." Der Roman wird aus 2 Perspektiven erzählt - Haukes und Sophies. Diese beiden Perspektiven liefern immer mehr Puzzleteile, die am Ende schließlich zu einem Ergebnis zusammen geführt werden. Sehr schön fand ich auch, dass es manchmal so war, dass ich mehr wusste, als Hauke oder Sophie, weil die beiden nicht allzu oft dazu kamen, ihre Ermittlungen miteinander zu teilen. Trotzdem hat der Leser bis zum Ende zwar viele Verdachtsmomente den Täter betreffend, aber erst ziemlich spät wird klar, wer es tatsächlich gewesen ist. Die Auflösung erfolgt dann ohne plakativ präsentiert zu werden im Verlauf der Geschichte. Auffällig ist immer wieder der Stolz der Hamburger auf ihre (Speicher-)Stadt. Ich liebe es, zumal es heute noch genauso ist. Der Hamburger hat ein ganz besonderes Verhältnis zu seiner Heimat und das macht ihn einfach aus - gestern wie heute. Fazit: Mit diesem Roman ist der Autorin eine Liebeserklärung an ihre Heimatstadt und an ihre Figuren gelungen. Sie hat ihre exzellente Recherche zu einem absolut empfehlenswerten Roman verarbeitet. Für Fans historischer Romane und nicht allzu blutiger Krimis ein absolutes Muss. 5 von 5 Sternen.
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