"Was wäre wenn" Geschichten ziehen mich immer wieder magisch an.In dem Debütroman von Anne Sauer geht es um die Frage, die sich irgendwann jede Frau stellt, Kinder ja oder nein.Toni, eine Frau in den 30ern lebt in einer glücklichen Beziehung mit ihrem Freund in der Großstadt. Doch der Kinderwunsch bleibt unerfüllt.Eines Tages wacht sie als Antonia in einem Parallelleben auf, lebt immer noch in dem Dorf, in dem sie aufgewachsen ist, hat ein Baby an der Brust und lebt ganz offensichtlich mit ihrer Jugendliebe Adam zusammen.Sie hat keine Ahnung, wie sie zu diesem Kind gekommen ist, hat weder eine Erinnerung an die Geburt, noch an Adam, den sie nur als kleinen Jungen erinnert.An dieser Stelle, wäre ich schon ausgerastet und hätte mich persönlich in die Psychiatrie eingewiesen.Antonia nimmt es natürlich auch nicht gelassen, sie ist maßlos überfordert, aber irgendwie nimmt sie die Gegebenheiten auch hin, wenn auch im Panikmodus und teilweise mit Fluchtgedanken.Die Geschichte wechselt immer wieder zwischen Antonia und Toni und erzählt diese beiden Leben parallel.Ich fand es etwas frustrierend, dass sie sowohl in dem einen als auch in dem anderen Leben über weite Strecken unglücklich war.Ja, die Autorin erzählt ungeschönt und ehrlich wie es ist im Leben mit Baby oder im Leben mit einem dringenden Kinderwunsch , der dann medizinisch begleitet wird, was für eine Paarbeziehung sicherlich sehr herausfordernd ist.Nein, die Autorin bewertet diese Leben nicht danach, welches Leben wohl das Bessere wäre und das fand ich auch gut so. Es geht doch im Wesentlichen darum, dass Jeder selbstbestimmt ein Leben für sich wählen sollte.Den klaren und flüssigen Schreibstil, (ab und zu blitze auch mal etwas Humor auf), mochte ich sehr.Dennoch war es irgendwie nicht mein Buch. Vielleicht hätte mich die Geschichte in meinen 30ern mehr angesprochen. Mir war es insgesamt wohl auch zu sehr fokussiert auf das Thema Mutterschaft. Andere Aspekte traten mir bei beiden Leben zu sehr in den Hintergrund.Und immer wieder fand ich die Lektüre nur deprimierend.