Seit Platon gilt die gerechte Gesellschaft als Ideal in der politischen Theorie. Avishai Margalit hingegen argumentiert für das Streben nach einer »anständigen« Gesellschaft, das heißt nach einer Gesellschaft, deren Institutionen die Menschen nicht demütigen. Dieses neue Ideal ist nicht nur dringlicher bevor Gutes geschaffen wird, muß Schlimmes verhindert werden , sondern im Gegensatz zum Ziel einer gerechten Gesellschaft auch realistischer und besser umsetzbar. Wie eine anständige Gesellschaft zu verstehen ist, entwickelt Margalit in Auseinandersetzung mit philosophischen Theorien und veranschaulicht es anhand von Beispielen institutioneller Demütigung, etwa im Bereich des Strafvollzugs oder der Fürsorge. Margalits Buch ist eine der großen philosophischen Auseinandersetzungen mit den Erfahrungen des letzten Jahrhunderts und hat eine breite Debatte ausgelöst. Es ist mittlerweile ein Klassiker der politischen Philosophie.
Inhaltsverzeichnis
Vorwort: Anspruch auf Anstand
Vorbemerkung
Einleitung
Erster Teil: Demütigung
Demütigung
Rechte
Ehre
Zweiter Teil: Achtung
Wie läßt sich Achtung rechtfertigen?
Die skeptische Position
Menschen unmenschlich behandeln
Dritter Teil: Anstand
Das Paradox der Entwürdigung
Ausschluß
Staatsbürgerschaft
Kultur
Vierter Teil: Gesellschaftliche Institutionen auf dem Prüfstand
Snobismus
Privatsphäre
Bürokratie
Wohlfahrtsgesellschaft
Arbeitslosigkeit
Strafe
Schluß