Eine bewegende Geschichte über einen selbstzerstörerischen Spinner auf der Suche nach sich selbst.
"Spinner" war mein erstes Werk von Benedict Wells und wird mit Sicherheit nicht mein letztes gewesen sein.Die erste Hälfte des Buches habe ich förmlich verschlungen, ich konnte nicht aufhören, Wells' ungeschmückten und authentischen Schreibstil zu folgen. Jesper nimmt uns mit in eine ereignisreiche Woche seines Lebens und zeigt uns sein tiefstes und hässlichstes Inneres. Dabei ist er alles andere als gekünstelt, eher sogar ziemlich unsympathisch und nervig. Es war fast schon unerträglich zu beobachten, wie er sich stetig selbst Steine in den Weg legte. Immer wieder dachte ich mir beim lesen "bitte sprich einfach mal ehrlich über deine Gefühle oder geh in Therapie", aber genau das macht diese Geschichte für mich besonders. Von außen ist es immer so einfach und offensichtlich (im Buch selbst denken die Charaktere auch teilweise ähnlich über Jesper), doch sich selbst einzugestehen, dass man kein Problem mit dem Rest der Welt, sondern womöglich mit sich selbst hat, ist nicht leicht.Wells' Debütroman brachte mich zum Lachen, zum Weinen, machte mich wütend und wahnsinnig und berührte mich zutiefst.Von mir bekommt das Buch 4 Sterne.