"Berlin antwortet nicht" von Franz J. Brüseke ist ein dystopischer Roman, der unter die Haut geht.
Erzählt wird sie von einem unbekannten Erzähler in der Ich-Form, und als Leser habe ich hier auch keinen größeren Blickwinkel als unser Protagonist.
Er wird in eine schreckliche Situation geworfen, Ausnahmezustand, verstrahlte Umwelt, Flucht aus dem Heim in ein Bergwerk. Ein Doktor hat ihn dabei geholfen, der auch eine Weile als Person an seiner Seite bleibt. Denn die Flucht geht weiter, aus dem Bergwerk+, durch eine zerstörte Landschaft. Man schließt sich einer Gruppe von Pilgern an und auch der Doktor bleibt irgendwann zurück.
Unsere Erzähler verschlägt es auf seiner Flucht nach Brasilien, wo er versucht, sich ein neues Leben aufzubauen.
Manchmal bin ich sehr froh, über die Distanz zu unserem Protagonisten, denn er ist schon sehr bemitleidenswert.
Am eindrucksvollsten ist zu erleben, was passiert, wenn jegliche Kommunikation versagt, es keine Anweisungen, keine Erklärungen mehr gibt. Beim Lesen war das immer meine größte Frage im Hinterkopf, was ist hier passiert und warum, dabei war das gar nicht mehr entscheidend, sondern das überleben an sich.
Es war sehr schmerzhaft, sich in diese Flucht einzudenken und hat mich nachdenklich und betroffen zurück gelassen.