Schwächster Band der Reihe
Die Julia Schwarz Reihe konnte mich bislang immer sehr gut unterhalten, doch mit diesem Band tat ich mich ungewohnt schwer. Irgendwie wollte ich nicht so recht in die Geschichte rein kommen und es fehlte zudem das gewisse Etwas.Doch zunächst zu den positiven Aspekten des Buches. Dank der kurzen Kapitel und diversen Perspektivwechsel liest sich auch dieser Band äußerst flüssig. Das Wiedersehen mit den inzwischen gut bekannten Charakteren ist jedes Mal eine Freude, da mir Julia, Florian und Co. mittlerweile echt ans Herz gewachsen sind.Auch der Plot wirkt gewohnt gut konstruiert und die Ermittlungsarbeit beschreibt die Autorin sehr detailliert und interessant. Die Inszenierung der Leichen ist zwar grotesk, jedoch nicht ganz so verstörend wie in manch anderen Bänden der Reihe. Gut möglich, dass ich in dieser Hinsicht aber auch schon etwas abgehärtet bin.Nichtsdestotrotz fehlte mir beim Lesen der ein oder andere Schock-Moment, aufregende Plottwist und Cliffhanger, auch, weil der Aufbau der Bücher doch immer sehr ähnlich ist. So empfand ich beispielsweise das Ende erneut viel zu schnell abgehandelt.Für die nächsten Bände der Reihe würde ich mir wünschen, etwas mehr überrascht zu werden und eine Weiterentwicklung der Hauptcharaktere zu spüren. Speziell Florian, der ja eigentlich Profiler ist, wirkt neben Julia fast etwas blass, wenn sie die Fälle jedes Mal fast im Alleingang löst, was mit der Zeit doch ein kleines bisschen unglaubwürdig daherkommt.Somit war "Artiges Mädchen" für mich leider nur ein solider Krimi und damit der schwächste Teil dieser eigentlich tollen Reihe.