"Tausend Arten von Blau" wurde mit einem koreanischen Science-Fiction-Preis ausgezeichnet, allerdings sollte man kein klassisches, actionreiches Zukunftsspektakel erwarten. Zwar gibt es humanoide Roboter und technologische Elemente, doch sie bleiben eher im Hintergrund und dienen vor allem als Rahmen für eine viel tiefere, philosophische Erzählung.Kein klassischer Science-Fiction-Roman, obwohl Roboter, Technologie und eine futuristische Welt vorkommen. Die Sci-Fi-Elemente bleiben eher im Hintergrund und dienen als Rahmen für eine viel ruhigere, philosophische Geschichte.Im Mittelpunkt steht eine kleine koreanische Familie, geprägt von Einsamkeit, Trauer und unausgesprochenen Konflikten. Dazu kommt eine Gesellschaft, in der Automatisierung immer mehr menschliche Arbeit ersetzt und soziale Ungleichheit verstärkt.Eine besondere Rolle spielt der Jockey-Roboter Koli, der gemeinsam mit dem verletzten Rennpferd Today eine Verbindung eingeht. Ihre Geschichte wird zum Ausgangspunkt für Fragen nach Heilung, Verbindung und dem Wert von Leben, egal ob Mensch, Tier oder Maschine.Der 368 Seiten langen Werk von Cheon Seon-Ran liest sich eher wie eine poetische Parabel als wie ein spannender Plot. Vieles passiert im Inneren: Gedanken, Wiederholungen, leise Verschiebungen. Das kann ungewohnt sein, wirkt manchmal langatmig, entfaltet aber genau dadurch seine Atmosphäre.