Klappentext:Er ist ein Junge, der verloren ist. Sie ist ein Mädchen, das vielleicht das Zuhause ist, das er nie hatte.Joey Lynch war schon immer ein Beschützer. Er baut wieder auf, was kaputt ist. Als sein älterer Bruder Darren die Stadt verlässt, stellt der zwölfjährige Joey fest, dass er auf seine jüngeren Geschwister und seine Mutter aufpassen muss. Als er in seine Teenagerjahre eintritt, verschärfen sich seine Kämpfe, wobei Joey der Sucht folgt, während er gleichzeitig seiner Familie gegenüber pflichtbewusst ist. Die Tochter seines Chefs ist das Einzige, was ihn über Wasser hält. Sie ist kompromisslos sie selbst, und obwohl er sich nicht auf sie einlassen will, kann er sich nicht von ihr fernhalten.Aoife Molloy ist lebhaft und selbstbewusst. An ihrem ersten Tag in der weiterführenden Schule trifft sie auf einen hitzköpfigen Jungen, der in ihr eine neue brennende Neugier weckt, einen Jungen, der zufällig für ihren Vater arbeitet. Es ist keine gute Idee, sich mit ihm einzulassen, aber ihr Interesse wächst von Tag zu Tag.Als eine komplizierte Freundschaft entsteht, beginnt Aoife, die Geheimnisse zu entdecken, die mit Joey Lynchs Leben verbunden sind, während er verzweifelt darum kämpft, sie davon fern zu halten. Meine Meinung:Mit Saving 6 schlägt Chloe Walsh ein neues Kapitel in der Reihe auf und diesmal stehen endlich Joey Lynch und Aoife Molloy im Mittelpunkt. Zwei Charaktere, die wir schon aus den vorherigen Bänden kennen und trotzdem habe ich sie hier nochmal ganz neu erlebt.Vor allem Aoife. Ich hatte so ein klares Bild von ihr im Kopf dieses nette Mädchen von nebenan. Ich lag so falsch, sie ist wild, frech, laut und provokant. Ganz anders als erwartet aber genau das macht sie auch irgendwie besonders.Und dann ist da Joey.Joey, der alles für seine Geschwister tut. Der mehr Vater für sie ist als sein eigener es jemals war. Der beschützt, auffängt, trägt und dabei selbst völlig untergeht. Der in seiner Drogensucht gefangen ist, verzweifelt versucht nicht wie sein alkoholkranker Vater zu werden und trotzdem keinen Ausweg findet.Das Ganze ist einfach nur herzzerreißend.Man leidet. Mit Joey. Mit den Lynch Kindern. Mit Aoife, die an seiner Seite steht und ihn sieht wie kaum ein anderer. Und irgendwie sogar mit der Mutter, die selbst nie etwas anderes als Gewalt kennengelernt hat und es einfach nicht schafft, aus diesem Kreislauf auszubrechen.Die Geschichte beginnt mit dem Kennenlernen von Joey und Aoife und ich war ein wenig überrascht, dass die beiden so einen langen, schmerzhaften Weg vor sich haben. Es ist ja eigentlich von Anfang an klar ist, was sie füreinander empfinden und worauf das Ganze hinaus läuft.Aoife hat mich im Verlauf der Geschichte leider immer mehr verloren. Sie war mir stellenweise zu kindisch, zu naiv und dieses ständige Hin und Her wurde irgendwann einfach anstrengend. Besonders, weil ich sie in den vorherigen Bänden so sehr geliebt habe. Das hat mich tatsächlich ein bisschen enttäuscht.Aber ich muss auch sagen sie entwickelt sich. Und das macht Hoffnung für den nächsten Band.Der Schreibstil ist unglaublich emotional, teilweise roh und schmerzhaft ehrlich aber gleichzeitig so flüssig, dass man durch die Seiten fliegt. Viele Szenen brennen sich richtig ins Gedächtnis ein.Auch die Einblicke in die Vorgeschichte rund um Shannon und die Ereignisse an der alten Schule fand ich super spannend. Fazit:Saving 6 ist kein leichtes Buch. Es tut weh. Es ist intensiv, düster und voller Leid aber genau das macht es auch so besonders.