Mit "Das Zodiak Kind" ist inzwischen der neunte Fall für den Kryptologen Arne Stiller erschienen und nachdem ich die Reihe tatsächlich von Anfang an gelesen habe, finde ich es durchaus bemerkenswert, dass Elias Haller auch nach neun Bänden noch neue Varianten findet, Arne seine kryptologischen Fähigkeiten unter Beweis stellen zu lassen.
Diesmal beginnt alles mit einer eingemauerten Leiche in einer verlassenen Villa. Hinter aufgehängten Bildern tauchen weitere Tote auf. Natürlich gibt es in den Bildern Rätsel, die Arne lösen muss. Dazu kommt ein verschwundenes Mädchen und eine Verbindung in ein Ferienlager zu DDR-Zeiten.
Mir hat die Geschichte wieder gut gefallen. Haller konstruiert seine Fälle sorgfältig und schafft es, die Rätsel mit der eigentlichen Ermittlungsarbeit zu verbinden, ohne dass das Ganze wie ein reines Rätselspiel wirkt. Auch die Rückblenden sind sinnvoll eingesetzt und liefern immer gerade so viele Informationen, dass man glaubt, der Lösung näherzukommen.
Überhaupt funktioniert für mich die Mischung aus Spannung, Ermittlungsarbeit und den etwas ungewöhnlichen Fällen weiterhin gut. Dazu kommt, dass Haller durch seinen beruflichen Hintergrund als Polizist die Abläufe bei den Ermittlungen glaubwürdig schildert, ohne dass darunter das Tempo leidet.
Mindestens ebenso interessant finde ich die Entwicklung der Figuren. Martina bekommt erfreulicherweise immer mehr Raum und auch über das Wiedersehen mit dem Hellseher aus einem früheren Band habe ich mich gefreut. Dessen Geschichte ist definitiv noch nicht vollständig auserzählt und ich warte hier auf ein erneutes Wiedersehen. Arne selbst wird dagegen gefühlt von Fall zu Fall gebrechlicher. Bei seinem Lebensstil und seiner Neigung, sich selbst aus dem Krankenhaus zu entlassen, fragt man sich inzwischen schon, wie lange das noch gutgehen kann.
Ein kleines bisschen vermisst habe ich Inge. Sie war für mich immer eine interessante Ergänzung zu Arne und irgendwie fehlt der Reihe momentan noch ein neuer Sidekick. Der junge Beamte aus diesem Fall hätte sich dafür durchaus angeboten.
Insgesamt ist "Das Zodiak Kind" für mich wieder ein sehr gelungener Band der Reihe und bekommt deshalb auch fünf Sterne. Nach inzwischen neun Fällen finde ich es durchaus bemerkenswert, dass Haller noch immer neue Varianten für Arnes kryptologische Fähigkeiten findet und gleichzeitig die Figuren weiterentwickelt. Nicht jeder Band ist mein persönlicher Favorit, aber die Reihe hat für mich nach wie vor nichts von ihrem Reiz verloren. Ich werde also auch beim zehnten Fall wieder dabei sein.