Den lass ich gleich an von Ellen Berg ist eine leichte Sommerlektüre im gewohnt lockeren, humorvollen Stil der Autorin. Das Cover macht sofort Lust aufs Lesen, und auch der Einstieg ist charmant und flüssig geschrieben.
Im Mittelpunkt steht Lulu, alleinerziehende Mutter einer achtjährigen Tochter. Sie arbeitet als Fotografin, jongliert Job und Kind und hat kaum Raum für sich selbst. Dating? Fehlanzeige. Als sich ein vermeintliches Date als beruflicher Termin entpuppt und Lulu später völlig erschöpft zusammenklappt, schickt ihre Mutter Gil sie kurzerhand auf eine Reise nach Mallorca. Während Tochter Lotte begeistert ist, blickt Lulu dem Urlaub zwischen scheinbar perfekten Familien eher skeptisch entgegen.
Vor Ort wird schnell klar, dass das Single-Dasein als Alleinerziehende auch im Paradies nicht unbedingt einfacher ist. Am Strand lernt Lulu Alex kennen ein sympathischer Mann , dem sie allerdings verschweigt, dass sie Mutter ist. Damit ist die Richtung der Geschichte früh absehbar.
Thematisch dreht sich der Roman um Familie, Freundschaft, Selbstfindung und natürlich die Liebe. Das liest sich angenehm und locker, allerdings fehlte mir über weite Strecken die Spannung. Viele Entwicklungen wirkten sehr vorhersehbar und liefen fast schon zu glatt: Jobangebot, Traumfinca, Traummann vieles fügt sich ohne größere Konflikte. Auch das plötzliche Auftauchen von Mutter, Freundin Sabrina und Assistent Philipp im Urlaub wirkte eher konstruiert und wenig glaubwürdig.
Trotz dieser Schwächen lässt sich das Buch gut und schnell lesen. Der Stil ist flüssig, humorvoll und typisch Ellen Berg ideal für entspannte Lesestunden am Strand oder auf dem Balkon.
Fazit: Eine nette, herzige Sommerlektüre für zwischendurch, der es jedoch an Überraschungen und Tiefe fehlt. Unterhaltsam, aber etwas zu vorhersehbar daher solide 3,5 Sterne.