Schon die ersten Seiten machen spürbar, wie verzweifelt Eva und ihre Familie gewesen sein müssen. Trotz der zahlreichen Zeitzeugenberichte, Dokumentationen und Filme kann man sich bis heute kaum vorstellen, wie all das geschehen konnte. Dieses Buch schafft es dennoch, das Unvorstellbare greifbarer zu machen - nicht durch trockene Fakten, sondern durch das persönliche Erleben eines Kindes.Immer wieder lese ich unter Videos zum Holocaust den Satz: "Es reicht doch mal, wir haben damit nichts zu tun." Dieser Satz macht mich wütend. Natürlich hat man persönlich nichts damit zu tun, wenn man nach 1945 geboren wurde. Aber genau darin liegt unsere Verantwortung: zu erinnern, hinzusehen und dafür zu sorgen, dass so etwas nie wieder passiert. Warum sich Menschen davon angegriffen fühlen, ist mir ein Rätsel.Eva und ihre Schwester Miriam waren unglaublich mutig. Sie haben um ihr Leben gekämpft, obwohl um sie herum alles in Schutt und Asche lag. Ihr Wille zu überleben, ihr Festhalten am Leben trotz unvorstellbarer Grausamkeit, macht dieses Buch so eindringlich und wichtig. "Ich habe den Todesengel überlebt" ist kein leichtes, aber ein notwendiges Buch - eines, das bewegt, wachrüttelt und zum Nachdenken verpflichtet.