Studienarbeit aus dem Jahr 2010 im Fachbereich Politik - Thema: Vö lkerrecht und Menschenrechte, Note: 1, 3, Eberhard-Karls-Universitä t Tü bingen, Sprache: Deutsch, Abstract: Am 17. Juli 1998 wurde das Rö mische Statut ü ber die Errichtung eines Internationalen Strafgerichtshofes (IStGH) von der diplomatischen Bevollmä chtigungskonferenz verabschiedet. Dabei stimmten 120 Nationen dem Statut zu, wä hrend sich 21 enthielten und 7 dagegen votierten. Bis zum Jahr 2002 ratifizierten 60 Staaten das Statut, woraufhin der Gerichtshof am 1. Juli 2002 seine Arbeit aufnehmen konnte. Bemerkenswert ist nicht nur die in der internationalen Rechtsgeschichte neuartige Form eines Gerichtshofes, sondern auch die Frontenbildung wä hrend der Verhandlungen im Vorfeld der Romkonferenz zwischen der Like-Minded-Group (LMG) und der P5-Group (benannt nach den 5 stä ndigen Mitgliedern des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen - UNSC). Wä hrend sich die LMG fü r einen starken und unabhä ngigen Gerichtshof aussprach, zielten die Bemü hungen der P5-Group auf einen schwachen IStGH ab. Die beiden Verhandlungsparteien waren sich zwar ü ber die grundsä tzliche Errichtung eines internatio-nalen Gerichts einig, doch die genaue Ausgestaltung war heftig umstritten. Im Folgenden wird, mit Hilfe des Neorealismus die (Nicht-)Kooperation (abhä ngige Variable) im Vorfeld der Rö mischen Konferenzen, erklä rt und die Erklä rungskraft der Theorie ü berprü ft werden. Dazu wird zunä chst die Entstehung des Konflikts um den IStGH aufgezeigt, anschließ end die Denkschule des Neorealismus vorgestellt und anhand derer der vorliegende Fall ü berprü ft. Die Ausfü hrung wird sich auf die Zeit bis zur Konferenz von Rom und auf die beiden genannten, wesentlichen Konfliktparteien beschrä nken.