Dürrenmatt zerstört den Kriminalroman, indem er zeigt, was ein Versprechen mit dem Menschen macht, der es nicht lösen kann.
Matthäi verspricht einer Mutter, den Mörder ihres Kindes zu finden. Von da an ist er erledigt. Nicht weil er scheitert ¿ sondern weil das Versprechen stärker ist als alles, was danach kommt. Karriere, Verstand, Würde. Dürrenmatt sieht ihm dabei zu, ohne Mitleid und ohne Zynismus. Einfach genau.Der Trick des Buchs: Die Wahrheit kommt am Ende ans Licht. Aber nicht durch Matthäi. Nicht durch Ermittlung. Durch Zufall, Jahre zu spät, und an ihm vorbei. Das ist kein Twist. Das ist eine Hinrichtung des Ermittlers als Figur.Dürrenmatt hat das Buch "Requiem auf den Kriminalroman" genannt. Untertrieben. Es ist ein Requiem auf jeden, der glaubt, dass die Wahrheit reicht.