Schöner winterlicher Roman in einer Kleinstadt
Das Buchcover:Das Buchcover zeigt das liebevoll gestaltete Schaufenster der Bäckerei und fängt damit den zentralen Schauplatz der Geschichte perfekt ein. Besonders originell ist der Weihnachtsbaum, der aus Brötchen und Brot geformt ist und sofort einen Bezug zum Bäckerei-Alltag herstellt. Dieses kreative Detail verleiht dem Cover einen ganz eigenen Charme.Der sanft fallende Schnee legt sich über die gesamte Szene und unterstreicht die winterlich-weihnachtliche Atmosphäre. Insgesamt wirkt das Cover warm, einladend und verspielt und macht schon auf den ersten Blick Lust auf eine gemütliche Weihnachtsgeschichte voller Duft von frischem Gebäck und festlicher Stimmung.Meine Meinung:Liebeskummer und Lametta ist ein schöner Weihnachtsroman, der Sandra in den Mittelpunkt stellt, die dem hektischen Alltag in München entflieht, um die Feiertage an einem anderen Ort zu verbringen. Trotz dieser Flucht bleiben turbulente Tage nicht aus, was die Geschichte lebendig und abwechslungsreich macht.Besonders gut gefallen hat mir die Kleinstadt als Schauplatz: klein, aber fein, mit viel Charme und dem typischen Gefühl, dass jeder jeden kennt. Genau das spiegelt sich auch in der Handlung wider, etwa wenn Sandra kurzerhand dem Bäcker aushilft. Die Idee, sie in einer Bäckerei arbeiten zu lassen, fand ich sehr gelungen und passend zur weihnachtlichen Atmosphäre. Der Kontrast zu ihrem bisherigen Leben ist allerdings sehr stark ausgefallen - fast schon zu krass. Hier hätte ich mir ein offeneres Ende gewünscht, das diesen Wandel etwas sanfter oder zumindest reflektierter ausklingen lässt.Mit Sandra selbst bin ich allerdings nicht ganz warm geworden. Für mich bleibt sie weiterhin eine Figur, die auf andere herabsieht. Eine echte Weiterentwicklung oder Veränderung war für mich leider kaum erkennbar, was schade ist, da die Geschichte dafür eigentlich viel Potenzial geboten hätte.Sehr positiv hervorzuheben sind dagegen die Nebencharaktere. Sowohl die Kindergärtnerin als auch der Bäcker sind liebevoll und authentisch gezeichnet und haben mir richtig gut gefallen. Auch die familiären Differenzen mit Sandras Schwester sowie das Gespräch mit Paul hätten meiner Meinung nach mehr Raum verdient. Ein einzelnes Gespräch wirkte hier etwas zu knapp, um die emotionalen Spannungen wirklich auszuschöpfen.Der Schreibstil ist insgesamt angenehm, spannend, winterlich und nicht zu langsam - perfekt für eine gemütliche Lektüre in der Weihnachtszeit. Trotz kleiner Schwächen in der Charakterentwicklung ist Liebeskummer und Lametta ein stimmungsvoller Weihnachtsroman mit schönen Ideen und starken Nebenfiguren.