Eine ruhige Entwicklungsgeschichte
Sandra steht kurz vor Weihnachten,nach 8 Jahren Beziehung, auf der Straße. Ihr Ex verreist mit einer anderen. In ihrem Kummer fährt sie nach Hause nach Markingen zu Mama und Papa. Doch die sind, weil beide Töchter Weihnachten nicht kommen wollten, auf Kreuzfahrt. So heißt es für Sandra erstmal bei den Nachbarn den Schlüssel holen, die Heizung in Gang kriegen und einkaufen. Ihr Heimatort kommt ihr dabei so eng und provinziell vor, wie früher und sie ist sich sicher, das ist nur von kurzer Dauer.Doch das Leben hat andere Pläne und ehe Sandra es such versieht, steht sie in der Backstube von Herrn Burger.Und hier begann für mich das olfaktorische Lesen. Es duftete nach Brot, Plätzchen, Hörnchen und Kuchen. Mir lief förmlich das Wasser im Mund zusammen und ich habe gerne viel Zeit in der Bäckerei verbracht. Den das tut Sandra auch.Überhaupt ist dies ein so ganz anderer Weihnachtsroman gewesen. Ganz wenig Glitzer, Klimbim und Sternenglanz. Dafür ganz viel Heimat und Erkenntnis, dass es in einer Kleinstadt auch wunderschön ist. Kein "mein Freund hat mich verlassen, heirate ich halt meine alte Jugenliebe". Sondern Liebe zu Menschen, die man schon ewig kennt. Liebe unter Geschwistern, die nie wirklich da war. Und Liebe für sich selbst.Sandra erkennt in den paar Tagen vor Weihnachten, in denen es so gar nicht typisch weihnachtlich ist, dass sie ihr Leben so gar nicht glücklich macht. Langsam aber stetig kommt ihr die "Erleuchtung".Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen, weil sie so schön realistisch war. Denn wer verliebt sich sofort nach einer Trennung neu? Das Miteinander von Sandra und Herrn Burger, Tante Peter und der kleinen Mai war toll. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen und bei den Koch- und Backszenen kann man fast schmecken, wie gut es ist!Für alle, die eine ruhige unaufgeregte Geschichte mit ein bisschen Weihnachten und ganz viel lecker Backwaren suchen, kann ich diese Geschichte wärmstens empfehlen!