Der jüdische Junge Friedrich und der Ich-Erzähler sind 1925 geboren und wohnen im gleichen Mietshaus. In 30 episodenhaften Kapiteln begleiten die Leser die Jungen über eine Zeitspanne von 16 Jahren. Beleuchtet werden dabei familiäre Alltags-Erlebnisse, der Schulanfang, religiöse Feiern und der zunehmende Antisemitismus bis zur offenen Aggression und Lebensgefahr für jüdische Menschen. Am Beispiel der Jungen wird ebenfalls beleuchtet, wie junge Menschen zu Mittätern werden können und welchen Anfeindungen die Freundschaft ausgesetzt ist.Hanns Peter Richters Buch wurde bereits 1961 veröffentlicht, zu einer Zeit, als zahlreiche Zeitzeugen und auch Täter des Nazi-Regimes noch lebten. Es hat auf literarische Weise klar benannt, welche unfassbaren Taten geschehen sind und dass die Täter auch in der direkten Nachbarschaft zu finden waren."Damals war es Friedrich" war Schullektüre vor etwa 45 Jahren. Ich kann mich deutlich erinnern, dass mich das Buch damals außerordentlich beeindruckt hat. Der Re-Read hat noch einmal einen neuen Zugang eröffnet. Allerdings gibt es meiner Meinung nach inzwischen sehr viel mehr Jugend-Literatur zum Thema - oftmals auch noch differenzierter dargestellt als in dieser recht kurzen Episoden-Sammlung.Daher gibt es für mich aus heutiger Sicht 4 Sterne für das Buch.