"Frag nach Jane" ist ein klassischer Frauenroman mit allem, was dazu gehört: viele Emotionen, viel (Melo-)Drama, flache Charaktere, die sich nur über ihre Eigenschaft als Mütter oder werdende Mütter definiert werden und zu viele unglaubwürdige Zufälle.Im Grunde fasst dieser eine Satz schon zusammen, warum mir das Buch nicht so gut gefallen hat wie vielen anderen Leserinnen (?). Es war mir insgesamt zu kitschig, zu rührselig und zu seicht. Ich lese generell nicht gerne Bücher, in denen Frauen nur auf ihre Eigenschaft als Mütter oder Schwangere reduziert werden. Es wird das Bild vermittelt, als wären Frauen nur dann erfüllt. Genau dieser Eindruck wird hier aber transportiert.Weiterhin wirkt dieses Buch auf mich, als hätte die Autorin eigentlich zwei Geschichten im Kopf gehabt, konnte sich aber nicht entscheiden, welche sie schreiben wollte und hat deshalb einfach beide Ideen verwurstet. Die Themen Adoption und Abtreibung werden so unglücklich miteinander verbunden, dass ich mich frage, ob es nicht besser gewesen wäre, einfach zwei Romane daraus zu machen, weil sie einfach zu "groß" für einen Roman sind.Trotz der vielen Kritik vergebe ich drei Sterne, weil sich das Buch gut lesen lässt. Der Schreibstil ist angenehm flüssig, wenngleich sehr viele Adjektive verwendet werden, und auch sehr bildhaft. Man kann sich die Situationen und die schwierigen Gefühle der Frauen gut vorstellen.Außerdem finde ich diese Geschichte zu wichtig, um sie nicht zu erzählen. Auch wenn die Magdalenenheime schon sehr oft Gegenstand von Romanen waren, war mir gerade das Jane-Netzwerk unbekannt. Ich hätte mir gewünscht, dass der Roman gerade dieses Kapitel ein bisschen mehr in den Fokus nimmt."Frag nach Jane" ist für meinen Geschmack ein wenig zu seicht, findet aber sicher viele Leserinnen. Dennoch ist das Thema sehr wichtig und sollte immer wieder neu erzählt werden.