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Abbitte

Ausgezeichnet mit dem Deutschen Bücherpreis, Kategorie Internationale Belletristik 2003 und dem Nati.…
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Die Abgründe und die Macht der Leidenschaft und der Phantasie: An einem heißen Tag im Sommer 1935 spielt die dreizehnjährige Briony Tallis Schicksal und verändert dadurch für immer das Leben dreier Menschen.
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Abbitte als Taschenbuch

Produktdetails

Titel: Abbitte
Autor/en: Ian McEwan

ISBN: 3257233809
EAN: 9783257233803
Ausgezeichnet mit dem Deutschen Bücherpreis, Kategorie Internationale Belletristik 2003 und dem Nati.
Originaltitel: Atonement.
'Diogenes Taschenbücher'.
Übersetzt von Bernhard Robben
Diogenes Verlag AG

23. März 2004 - kartoniert - 544 Seiten

Beschreibung

Die Abgründe und die Macht der Leidenschaft und der Phantasie: An einem heißen Tag im Sommer 1935 spielt die dreizehnjährige Briony Tallis Schicksal und verändert dadurch für immer das Leben dreier Menschen.

Portrait

Ian McEwan, geboren 1948, lebt und schreibt in London; las mit zwanzig Kafka und Freud als sich ergänzende Texte; wurde als Literaturstudent von Angus Wilson und Malcolm Bradbury gefördert, von Philip Roth für ein Schriftsteller-Stipendium nominiert, für den ersten Erzählungsband mit dem Somerset-Maugham-Preis ausgezeichnet, gelangte mit dem zweiten auf die Bestsellerliste der 'Sunday Times'; erscheint deutsch von Christian Enzensberger, Harry Rowohlt und Wulf Teichmann im Diogenes Verlag.

Pressestimmen

Kabale und Liebe in England

"Abbitte" - der neue Roman des Booker-Preisträgers Ian McEwan Vergessen wir alles, was wir bisher von Ian McEwan gelesen haben - die "Schwarzen Hunde", "Liebeswahn" oder "Amsterdam". Alles gute Romane, zurecht gelobt für ihre fesselnde Erzählweise, für den schwarzen Humor, für die psychischen Grenzsituationen, in denen sich die Figuren permanent bewegen, und nicht zuletzt für die stets garantierten Überraschungen mit Schockwirkung.

Doch nun hat der 54-jährige in Oxford lebende Ian McEwan sein absolutes Meisterwerk vorgelegt, das wie eine Summe aus allen vorangegangenen Romanen daherkommt. Noch nie zuvor hat der Booker-Preisträger des Jahres 1998 ein so weites Themenareal beackert und seine Figuren über einen derart langen Zeitraum unter die sezierende Lupe genommen. Trotz des riesigen Umfangs ein einziges Lesevergnügen, wie ein Sprinter hechelt man atemlos von Seite zu Seite dem Ziel entgegen. Jane Austen und Virginia Woolf werden häufig als McEwans Paten für diesen Roman zitiert. Das ist ziemlich offenkundig, aber bei einem solchen Meisterwerk darf man ungeniert noch höher greifen und Dostojewskijs "Schuld und Sühne" und Schillers "Kabale und Liebe" anführen. Eine unstandesgemäße Beziehung wie in Schillers "bürgerlichem Trauerspiel" spielt nämlich auch bei McEwan eine zentrale Rolle.

Cecilia Tallis, Tochter aus wohlhabendem Haus, hat sich in Robbie Turner verliebt, den Sohn einer Putzfrau. Nicht etwa Cecilias Eltern hadern mit dieser Beziehung, sondern ihre 13-jährige Schwester Briony - ein aufgewecktes Mädchen, vom Wunsch beseelt, Schriftstellerin zu werden und mit einer entsprechenden Fantasie ausgestattet. Dem kleinen Luder fallen Liebesbriefe des Paares in die Hände, und sie heftet sich wie eine Detektivin an ihre Schwester. Fast die Hälfte des kapitalen Umfangs hat Ian McEwan ("mich interessiert das menschliche Innenleben, das nicht von oberflächlicher Logik angetrieben ist") der Schilderung eines einzigen heißen Sommertags im Jahr 1935 gewidmet. Die flirrende Hitze auf dem Anwesen in Surrey (40 km südlich von London gelegen) lässt nichts Gutes ahnen. Es entlädt sich nicht etwa ein kräftiges Sommergewitter, sondern eine üble Denunziation zerstört das großbürgerliche Idyll.

Eine Cousine der Tallis-Schwestern wird vergewaltigt, und Briony behauptet, Robbie - den Freund ihrer Schwester - als Übeltäter erkannt zu haben. "Briony gehörte zu jenen Kindern, die eigensinnig darauf beharren, dass die Welt genau so und nicht anders zu sein hat." Ins Weltbild der englischen Zwischenkriegsgesellschaft passt auch Robbies Vita. Wohl nur ein "social underdog" kann zu einer solch scheusslichen Tat fähig sein. Robbie wandert ins Zuchthaus, Cecilia glaubt an dessen Unschuld und sagt sich von ihrer Familie los - die kleine Briony hat Schicksal gespielt, eine folgenschwere Kabale inszeniert, ohne dass sie sich zunächst der Tragweite bewusst wird.

Aus der Sicht von Robbie (inzwischen Mitglied der Armee) wird der zweite Teil des Romans erzählt, in dessen Mittelpunkt die Schlachten des Zweiten Weltkriegs stehen, der Rückzug der britischen Truppen nach Dünkirchen, wo einst McEwans Vater kämpfte.

So anatomisch detailliert wie der Autor eingangs Cecilias Entjungferung beschrieben hat, so schockierend präzise geht er auch mit entsetzlich verstümmelten Soldatenkörpern, abgeschossenen Gliedmaßen und zerfetzten Köpfen um. Briony will unterdessen Schuld abtragen und arbeitet als Krankenschwester. Ist es eine unterschwellige Form der Sühne, als ihr bei der Behandlung eines Kriegsverletzten plötzlich dessen Hirnmasse entgegen tritt?

Mit Fortschreiten der Handlung entwickelt sich ein ambivalentes Verhältnis zur Protagonistin. Briony kämpft schwer mit ihrer Schuld, von der sie niemand befreien kann. Die Irreversibilität der schwerwiegenden infantilen Verfehlung schwebt wie ein Damoklesschwert über Brionys Leben. Zuletzt erleben wir sie als erfolgreiche, betagte Schriftstellerin von fast achtzig Jahren, die bald (wie McEwans Mutter) von einer Altersdemenz heimgesucht wird. "Es gibt niemanden, kein Wesen, an das sie appellieren könnte, mit dem sie sich versöhnen, das ihr verzeihen könnte." So konnte sie nur schreibend versuchen, die Schuld zu bekämpfen, Abbitte zu leisten (englisch: atonement), oder - um McEwans implizites Wortspiel aufzunehmen - eins zu werden ("at one ment"), mit sich selbst ins Reine zu kommen.

Nur große Literatur vermag es, den Leser durch ein Wechselbad der Gefühle zu schicken, in Wellenbewegungen die Figuren zu verachten und zu lieben. Ian McEwan hat dies mit großer psychologischer Raffinesse geschafft.

© Peter Mohr, www.titel-magazin.de

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