Starke Dialoge, spannender Aufbau!
Das Krimi-Debüt von Jacqueline Lochmüller ist mit 430 Seiten äußerst umfangreich und spannend ausgefallen. Die eigenwillige Kommissarin Benita Luengo ist sogar persönlich in dem Hauptfall verstrickt, was die Sache nur noch dramatischer macht. Man fragt sich während der Lektüre mehrfach, ob es ihr gelingen wird, unbeschadet aus dem Fall herauszukommen. Als ihr dann noch ein Ultimatum gesetzt wird, beginnt ein Rennen gegen die Uhr. Gut, dass sie sich wenigstens auf ihren emsigen, meist hungrigen Mitarbeiter Julius Schwarz verlassen kann!Benita Luengo trägt offensichtlich auch private Geheimnisse mit sich herum, die im Krimi bestenfalls angedeutet werden, den Leser aber erahnen lassen, dass in ihrem Leben einiges passiert sein muss. Anders lässt sich beispielsweise ihre abneigende, fast aggressive Haltung ihrer besorgten Schwester gegenüber nicht erklären, auch wenn diese mitunter ganz schön nervig sein kann. Dass die Kommissarin für sich etwa einmal wöchentlich den "schnellen Sex" in zwielichtigem Milieu sucht, spricht zudem für eine große Einsamkeit, deren Ursache ebenfalls in ihrer Vergangenheit zu suchen ist. Ob diese wöchentlichen Aktionen auf Dauer "gutgehen", ist angesichts ihrer Position und zunehmender Bekanntheit zweifelhaft.