Düsterer, fesselnder Thriller mit starkem Setting, spannenden Perspektiven und fiesem Cliffhanger ¿ macht sofort Lust auf die Fortsetzung.
Der Kriminalpsychologe Simon Dorn lebt weiter zurückgezogen in seinem verlassenen Hotel in Bad Gastein. Er wird von einer unbekannten Online-Klientin kontaktiert. Doch diese Frau ist bereits seit Wochen tot, verdurstet neben einem Computer, auf dem eine KI in ihrem Namen weitergeschrieben hat. Dorn erinnert sich an einen alten, jahrelang zurückliegenden Fall und zieht eine Parallele. Bei dem alten Fall hat der Täter seine Opfer qualvoll verdursten lassen, wurde jedoch nicht geschnappt. Die Kriminalpolizistin Lea Wagner nimmt die Spur wieder auf. Während sie versuchen den zurückgekehrten Mörder zu stoppen, arbeitet Dorn weiterhin heimlich an seinem verlassenen Hotel, der er in ein Archiv ungelöster Mordfälle verwandelt hat."Dorn. Ruf der Toten" ist der zweite Band der Reihe mit Simon Dorn und Lea Wagner. Dieser Band lässt sich auch ohne Vorkenntnisse lesen, jedoch ist es, wie bei allen Reihen, den Vorgänger zu kennen, um eine bessere Verknüpfung zu Dorn und Lea Wagner herzustellen.Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven im Wechsel erzählt, was für Tempo und Dynamik sorgt. Es bleibt durch den fesselnden und flüssig lesbaren Schreibstil konstant spannend. Die Kapitelenden mit den Cliffhänger sind kleine Fallen, sodass man immer zum Weiterlesen animiert wird. Das Setting mit Dorns verkommenen Hotel in Bad Gastein wurde sehr bildhaft beschrieben und überzeugt dadurch. Es wurde so bildhaft beschrieben, dass man die bröckelnden Wände, die Kälte und das Echo der Vergangenheit beinahe spüren kann. Die beiden Hauptfiguren bleiben interessant, auch wenn Dorn für mein Empfinden dieses Mal ein wenig zu kurz gekommen ist. Simon Dorn ist ein sehr interessanter Charakter. Er ist ein typische Eigenbrötler und lebt sehr zurückgezogen in seinem Hotel. Gegen seinen Willen hat er Leas Bruder, der Probleme hat, einen Unterschlupf gewährt. Die Szenen zwischend en beiden sind recht humorvoll und lockern die düstere Atmosphäre etwas auf.Lea Wagner hingegen ist impulsiv. Sie ist eigensinnig, spontan und bereit, weiter zu ermitteln, obwohl sie es eigentlich nicht dürfte. Ihre Entscheidungen entstehen oft aus dem Bauch heraus, was sie einerseits menschlich macht, andererseits aber auch für zusätzliche Spannung sorgt. Das KI¿Thema ist überraschend gut eingebunden und zeigt, wie manipulierend und gefährlich Technologie werden kann. Am Ende werden alle offenen Fragen geklärt und ein fieser Cliffhänger macht neugierig auf eine Fortsetzung.Mein Fazit:Der Mix aus düsterer Stimmung, moderner Thematik und packenden Cliffhangern sorgt dafür, dass man das Buch kaum aus der Hand legen möchte und am Ende durch einen fiesen Cliffhänger neugierig auf Band 3 macht. Ich vergebe diesem Teil eine klare Leseempfehlung und möchte unbedingt wissen wie es mit Dorn weitergeht.