Schöne Fortsetzung mit Tiefe und Gefühl und den realistischen Hürden des Erwachsenwerdens. Ich mochte es sehr.
Der Sommer war bis jetzt Bellys liebste Zeit des Jahres, doch seit den Ereignissen der letzten Monate hat sich vieles verändert. Susannah ist gestorben und ihre Beziehung zu den Fisher-Brüdern Jeremiah und Conrad ist angespannt. Bellys Gefühlwelt ist einmal mehr auf den Kopf gestellt, denn als ein Notfall sie erneut zu den Brüdern ins Strandhaus führt, ist sie hin- und hergerissen. Wer kann ihr Herz erobern? Jeremiah oder Conrad?Meine Meinung:Auch die Fortsetzung von Der Sommer, als ich schön wurde hat einen einnehmenden und lockeren Schreibstil, der mich durch die Seiten hat fliegen lassen.Durch den Schicksalsschlag (Susannahs Tod) und die unterschiedlichen Arten der Trauerbewältigung der Charaktere hat der Roman wesentlich mehr Tiefe als sein Vorgänger. Man spürte Bellys Traurigkeit und ihre Gefühle sind sehr nahbar beschrieben. Wie unterschiedlich die Menschen mit dem Tod eines geliebten Menschen umgehen (Wut, Zurückhaltung, Abgrenzung etc.) fand ich realistisch und es war schön, dass einem so gezeigt wurde, dass alle diese Reaktionen legitim sind und jeder anders mit Trauer umgeht.Seit dem letzten Sommer ist Belly erwachsener geworden und was mir beim ersten Roman noch auf die Nerven gegangen ist (zum Beispiel Bellys Ich-Bezogenheit) wurde hier besser behandelt. Sie verhält sich oft noch sehr egoistisch, bemerkt ihre Fehler aber oft direkt und ist dazu sehr reflektierend. Diese Entwicklung hat mir gefallen, da mir ihr Verhalten sonst eher negativ aufgefallen ist. Im Großen und Ganzen würde ich die Art von Belly, oder auch Taylors Art, als typisch Teenager bezeichnen. Unentschlossen und sehr dramatisch. Das hat mich dann doch genervt, denn das Verhalten hätte vielleicht zu einer 13-jährigen gepasst, aber nicht zu einer fast 17-jährigen.Die Rückblicke und Erinnerungen an vergangene Sommer hat mir geholfen, die Beziehungen der Charaktere untereinander besser zu verstehen. Was ich jedoch irritierend fand, waren die Einblicke in Jeremiahs Gefühlswelt, die ab und zu eingeschoben wurden. Sie haben die Dinge zwar aus seiner Perspektive erklärt, die Geschichte jedoch nicht wesentlich weiter gebracht. Die Kapitel hätte man sich meiner Meinung nach auch sparen können.Das Problem, dem sich Belly und die Fisher-Brüder im Strandhaus stellen müssen, ist schnell gelöst und letzten Endes gar nicht so dramatisch gewesen, wie es durch Belly dargestellt wurde.Abgesehen von dem Verhalten der Charaktere, die mich so manchmal wirklich zur Weißglut gebracht haben, war Ohne dich kein Sommer ein ruhiges Buch für Zwischendurch und den Urlaub, welches man sehr gut lesen konnte. Das Ende macht neugierig auf den finalen Teil der Reihe und ich bin weiterhin gespannt wie die Geschichte von Belly, Jeremiah und Conrad ein Ende findet.