Spannende Ingredienzien: Tinder und die Sehnsucht nach Nähe, die große Angst vor der Einsamkeit und ein ¿Vampirist¿, der ...
Zur Abwechslung und Entspannung darfs hin und wieder auch mal ein guter Krimi sein. Dies ist einer aus der Kategorie: äußerst lesenswert.Tinder und die Sehnsucht nach Nähe, die große Angst vor der Einsamkeit und ein "Vampirist", der diese Nähe überinterpretiert und Angst in Schrecken und Tod verwandelt. Dazu ein reaktivierter Ermittler (Harry Hole inzwischen Dozent an der Polizeihochschule), der diesem Schrecken, diesem Morden Einhalt gebieten soll, quasi ein Team im Team der ermittelnden Polizisten. Ihr zur Seite die hauptamtliche Ermittlern, Katrine Bratt, die am Rande einer bipolaren Störung herumschlittert. Die losen Fäden der Erzählung werden so geführt, dass sie am Rande der Knäuelbildung geführt werden, mit anderen Worten: Die Hinweise so gegeben werden, dass dem Leser genügend Raum bleibt, um seinen eigenen detektivischen Fähigkeiten nachgehen zu können, ohne daran zu verzweifeln. Bei diesem Roman handelt es sich um eine gelungene Komposition von spannungsreicher Fiktion, zwischenmenschlichen Dramen sowie zahlreichen wissenswerten Einsprengseln, zum Beispiel zu Leistungen des Gehirns bzw. dessen Fehleranfälligkeit - und nicht zu vergessen: dem Vampirismus. Neben der Schnörkellosigkeit der Sprache, gibt es so einige Schmankerl, so manche sprachliche Zauberei wie beispielsweise bei der metaphorischen Beschreibung von Stimmen: "[...] sagte sie mit einer Stimme, die Harry an dünnes Porzellan denken ließ." Oder: "Die Stimme klang, als mahlte sie Steine." Dieser Krimi sorgt dafür, dass man sich vermutlich auf den einen oder anderen Krimi dieser Reihe freuen wird - falls man nicht ohnehin ein Fan davon ist.(7.4.2022)