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Die Frauen vom Savignyplatz

von Joan Weng
Roman. 2. Auflage.
Taschenbuch
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Weil die Liebe uns gehört!

Berlin, 1925: Als Vicky von ihrem Mann verlassen wird, denkt sie gar nicht daran, sich einen neuen Gatten und Ernährer zu suchen. Stattdessen erfüllt sie sich lieber einen Traum und eröffnet gemeinsam mit ihrer besten Freund … weiterlesen
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Die Frauen vom Savignyplatz als Taschenbuch

Produktdetails

Titel: Die Frauen vom Savignyplatz
Autor/en: Joan Weng

ISBN: 3746634253
EAN: 9783746634258
Roman.
2. Auflage.
Aufbau Taschenbuch Verlag

5. Oktober 2018 - kartoniert - 312 Seiten

Beschreibung

Weil die Liebe uns gehört!

Berlin, 1925: Als Vicky von ihrem Mann verlassen wird, denkt sie gar nicht daran, sich einen neuen Gatten und Ernährer zu suchen. Stattdessen erfüllt sie sich lieber einen Traum und eröffnet gemeinsam mit ihrer besten Freundin eine Buchhandlung. Und zwar nur für Frauen. Der kleine Laden am Savignyplatz sorgt von Anfang an für Aufsehen. Schon bald werden sie zu Ikonen der aufkeimenden Emanzipation, aber auch Ziel konservativer Anfeindungen. Doch dann wirft Vicky plötzlich alle guten Vorsätze über Bord und das ausgerechnet wegen eines Mannes ...

"Joan Weng weckt das Berlin der Goldenen Zwanziger mit seinem Glamour zu neuem Leben." Stuttgarter Zeitung

Portrait

Joan Weng, geboren 1984, studierte Germanistik und Geschichte und promoviert über die Literatur der Weimarer Republik.
Bisher erschien Das Café unter den Linden bei atb, sowie zwei Krimis, die ebenfalls im Berlin der Zwanziger Jahre spielen: Feine Leute und Noble Gesellschaft.

Pressestimmen

"Joan Wengs literarische Zeitreise in die Jahre der Berliner Bohème ist beste Unterhaltung, mit sympathischen Charakteren leicht erzählt vor authentischer Kulisse." Kirsten Kohlbrei Belletristik Couch 20190601

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Martina L.
von Martina L. - Hugendubel Buchhandlung Cottbus Mauerstraße - 08.01.2019
Ein ganz reizendes Buch über die Gründung der ersten Buchhandlung von Frauen für Frauen im Berlin der 20er Jahre. Superentspannter Lesegenuss im Flair der "Roaring Twenties".
Bewertungen unserer Kunden
Ein kleiner Einblick in das Berlin der 20er Jahre
von Julie_02 - 25.12.2018
Vicky eine Metzgerstochter, die mit drei Brüder aufgewachsen ist. Sie ist sehr selbstbewusst, liest gerne Liebesromane, hat zu allem ihre eigene Meinung und ist auch sonst so gar nicht die Art von Frau die sich anderen unterwirft. So wie man die Frauen von damals eigentlich nicht kennt. Denn die mussten sich ihren Männern unterordnen. Sie waren die Hausfrauen und die Männer die Ernährer. Vicky hingegen weiß was sie kann und versucht dies durchzusetzen. Der Schreibstil des Buches passt sich der Sprache der 20er Jahre an, was ich total interessant finde. Wörter wie manoli und das typische Berlinerisch mit kieke und icke finden hier auch ihren Platz. Was mich das eine oder andere mal schon schmunzeln lies, denn es lockert den Text dadurch etwas auf. Das Buch hält einige Überraschungen parat, was es total interessant und spannend macht. Was ich super finde ist, das man das Ende nicht hervorsehen kann. Man erahnt es zwar ein bisschen, aber auf der nächsten Seite verwirft man es dann weder, das macht das Ganze viel viel spannender. Für alle die das Café unter den Linden gelesen haben und es toll fanden, ist dieses Buch auf jedenfall etwas. Ihr werdet viele bekannte Gesichter wieder treffen und die Personen bekommen einen neuen Platz im Buch und somit in der Handlung. Ich fande das Buch richtig schön und es war zwischendurch viel zum träumen dabei. Ich will nur nicht allzu viel vorweg nehmen, deswegen lest es selbst. :)
von Sarah - 20.12.2018
Vicky lebt in den goldenen 1920er Jahre in Berlin. Schon als sie sich als junge Frau in Willi verliebt, den sie entgegen dem Willen ihrer Eltern heiratet, begibt sie sich in die illustre Berliner Gesellschaft. Dieser Roman verfolgt den Lebensweg einer Frau, die nach Unabhängigkeit strebt und Liebe sucht, ... Ich habe - als ich nach dem Roman griff - viel mehr eine Buchhandlung als Handlungsort erwartet als eine Geschichte um eine Frau, die nach ihrem Weg sucht. Nun gut. Der Einstieg fiel mir so ein wenig schwerer, wobei ich mich auch an den etwas saloppen Schreibstil gewöhnen musste. Ich weiß nicht, ob es Gewöhnung war oder er später etwas besser wird. Aber als die Autorin erstmal die Einführungsszenen hinter sich hatte, wurde der Schreibstil für mich flüssiger und direkter. Vorher herrschte eine seltsame Distanz und ich konnte gar keinen Zugang zu Vicky finden. Aber wie gesagt, ich habe mich daran gewöhnt und fand das Geplänkel dann recht unterhaltsam. Vicky ist ein Kind ihrer Zeit und ihres Ortes. Durch ihren sanften, vom Krieg etwas psychisch-geschädigten Bruder Bambi und ihrem Studenten-Mann Willi, ihren homosexuellen Schwager, der u.a. mit Schriftstellern verkehrt, kommt Vicky früh und schnell in gesellschaftliche Kreise, die die goldenen 20er Jahre in Berlin mit geprägt haben. Dementsprechend offen und emanzipiert ist Vicky und bald fügt sich Schreibstil auch mit dem Inhalt zusammen. Vicky ist getrieben von dem Traum, einen Buchladen zu eröffnen. Diesen Traum und ihr Dasein als vierfache Mutter versucht sie gerecht zu werden. Schwierig in einer Zeit, in der Frauen vor allem der Platz als Mutter und Hausfrau zugeschrieben war und auch die Braunhemden immer mehr Krawalle auf der Straße provozieren. Gefallen haben mir die Charaktere, die wie aus dem Leben gegriffen waren. Ein bunter Strauß aus allem, was man sich in dem damaligen Berlin vorstellen kann. Vicky begegnet all diesen Menschen vorurteilsfrei und lässt sie ihr Leben bereichern. Das hat im Endeffekt auch den Roman bereichert, denn die Handlung plätschert von Anfang an eher vor sich hin. Doch durch die skurrilen Personen bekommt es einen amüsanten Hauch, der die Handlung aufwertet. Ein leichter Roman wie die, die von Vicky in ihrer Buchhandlung verkauft werden. Tiefgründigkeit findet die Leserin eher woanders, aber für Zwischendurch durchaus erheiternd.
Die Frauen vom Savignyplatz
von Lisa Gurdan - 13.12.2018
Berlin, 1925: Als Vicky von ihrem Mann verlassen wird, denkt sie gar nicht daran, sich einen neuen Gatten und Ernährer zu suchen. Stattdessen erfüllt sie sich lieber einen Traum und eröffnet gemeinsam mit ihrer besten Freundin eine Buchhandlung. Und zwar nur für Frauen. Der kleine Laden am Savignyplatz sorgt von Anfang an für Aufsehen. Schon bald werden sie zu Ikonen der aufkeimenden Emanzipation, aber auch Ziel konservativer Anfeindungen. Doch dann wirft Vicky plötzlich alle guten Vorsätze über Bord und das ausgerechnet wegen eines Mannes ... Starke Frauen in einer schweren Zeit. Toll umgesetzt und wunderbar zu lesen.. Das Buch macht mich sprachlos wie Frauen zu diese Zeit kämpfen mussten um ihren Traum zu erfüllen. Ich würde ich sehr freuen mehr von den Kämpferinnen zu erfahren.
Berlin in den Zwanzigern
von leseratte1310 - 27.11.2018
Berlin, 1925: Vicky und Willi wollten für immer zusammenbleiben. Sie haben vier Kinder und eins ist unterwegs und nun trennt sich Willi von ihr wegen einer anderen. Vicky verfällt nicht in eine depressive Stimmung, ganz im Gegenteil, sie krempelt ihr Leben um und will beweisen, dass Frauen mehr draufhaben als nur Ehefrau und Mutter zu sein. Mit ihrer Freundin eröffnet sie am Savignyplatz eine kleine Buchhandlung für Frauen. Joan Weng führt uns mit ihrem Roman ins Berlin der Zwanziger Jahre. Ihr Schreibstil ist lebendig und die Atmosphäre ist sehr authentisch. Die Protagonisten sind sehr gut ausgearbeitet und kommen realistisch rüber. Vickys Eltern waren von dem Schwiegersohn, den Vicky ihnen vorstellt, gar nicht begeistert. Sie hatten jemand anderes im Blick und nun sehen sie die Chance, Vicky mit dem Fabrikanten Jakob Ebert zu verheiraten. Doch Vicky denkt nicht daran. Willi ist unbekümmert und hat seine Frauengeschichten. Als seine Jugendliebe von ihm schwanger ist, verlässt er dafür seine schwangere Frau. Hilfe erhält Vicky aber trotzdem von ihm und auch von Jakob Ebert. Mit Lisbeth verbindet Vicky eine langjährige Freundschaft und sie konnten sich immer aufeinander verlassen. Auch die anderen Charaktere sind gut gezeichnet. Ihre Buchhandlung für Frauen trifft nicht überall auf Begeisterung, sie müssen auch eine Menge Anfechtungen aushalten, selbst Vicky Vater macht Schwierigkeiten. Es ist eine Zeit, als von Frauen erwartet wurden, dass sie heiraten, Kinder kriegen und dann ihr Glück am heimischen Herd finden. Aber es gibt auch Frauen, die mehr wollen und ihnen bläst zu der Zeit noch ein kräftiger Wind entgegen. Immer be3nötigen Frauen die Erlaubnis eines Mannes, wenn sie etwas auf die Beine stellen wollen. Mit dem Aufkommen der Nazis gibt es dann eine rückwärts gerichtete Entwicklung. Emanzipierte Frauen in den Zwanziger Jahren - eigentlich ein interessantes Thema, aber trotz interessanter Zeit und sympathischer Protagonisten wurde ich nicht so gepackt wie erwartet, da die Geschichte so vor sich hinplätschert.
Frauen der Zwanziger
von Katzenmicha - 03.11.2018
Vicky ist sehr jung als sie den Soldaten Willi kennenlernt und schwanger wird.Sie heiraten,aber Willi hat mehrere Frauen noch nebenher.Als sie mit seinem 5.Kind schwanger ist ,teilt er ihr mit das er sich trennt und zu seiner Jugendliebe ziehen will.Vicky nimmt nun ihr Leben selber in die Hand,von ihren Eltern kann sie keine Hilfe erwarten.Da sie schon immer gerne gelesen hat ,macht sie einen Buchladen auf-auch mit Bücherverleih.Der Laden läuft,aber die Zeiten werden schlechter.Viele Männer untersagen ihren Frauen sich Bücher zu kaufen oder zu leihen-bei Vicky der alleinerziehenden Mutter und emanzipierten Frau.In der Zeit wo die Autorin ihre Geschichte schreibt erlebt man das die Frauen mutiger werden,sich nicht mehr bevormunden lassen,sich was trauen-auch die Röcke werden kürzer.Man erlebt wie Berlin in einen Trudel aus Neid,Hass aus Misgunst rutscht.Wie der Hass auf Juden anwächst.. Die Autorin oan Weng hat einem die Zeit der zwanziger Jahre näher gebracht und einen erleben läßt was in dieser Zeit geschah.Der Schreibstil ist sehr anschaulich,so das ich das Gefühl hatte als wenn ein Film vor mir abgelaufen würde.
Weil die Liebe uns gehört!
von Lese-katze92 - 01.11.2018
Vicky blickt keiner sehr glücklichen Zukunft entgegen. Sie arbeitet in der Metzgerei ihrer Eltern, welche nicht nur alle Bereiche ihres Lebens zu kontrollieren scheinen, sie haben auch ihr künftiges Leben schon fest verplant. Vicky soll den feinen Herrn Tucherben Ebert heiraten, dieser ist nicht nur eine ausgesprochen gute Partie, er ist zudem auch noch ein Garant für einen gesellschaftlichen Aufstieg sowie einer finanziell abgesicherten Zukunft. Doch die Liebe lässt sich nicht planen. Als eines Tages der gutaussehende Frontsoldat Willi Genzer die Metzgerei ihrer Eltern betritt, ist es gleich um Vicky geschehen, sie verliebt sich Hals über Kopf in ihn. Diese stürmische und zunächst heimliche Liebe bleibt allerdings nicht ohne Folgen. Gegen den Willen ihrer Eltern heiraten Vicky und Willi, kurz darauf kommt ihr erstes Kind auf die Welt. Alles könnte perfekt sein, bis Willi eines Tages beschließt, Vicky und die Kinder zu verlassen. Zunächst niedergeschlagen, fasst Vicky jedoch schnell neuen Mut und beschließt sich und ihre Kinder alleine durchzubringen. Bald schon erfüllt sich Vicky wider aller Erwartungen ihren großen Traum einer eigenen Buchhandlung. Noch ahnt sie allerdings nicht, wie sehr ihr Leben sich dadurch verändern wird. Wird Vicky doch noch ihr Glück finden? Wird es ihr gelingen, sich und die Kinder ganz ohne neuen Mann an ihrer Seite durchzubringen? Ich durfte dieses Buch im Rahmen einer Leserunde lesen und bin noch immer verzaubert von Vickys Stärke und ihrem unerschütterlichen Willen. Joan Weng ist mit ihrem Werk Die Frauen vom Savignyplatz nicht nur eine ergreifende und zugleich fesselnde Geschichte gelungen, sie konnte mich zudem mit ihrem detaillierten Schreibstil und ihrem gefühlvollen Ausdruck direkt in ihren Bann ziehen. Die einzelnen Protagonisten wirkten auf mich stets authentisch und lebendig. Auch habe ich sie während des Lesens nicht nur sehr zu schätzen gelernt, ich habe auch mit ihnen gelitten, gelacht und auch gehofft. Durch die sehr atmosphärische Schreibweise ist es der Autorin zusätzlich gelungen, mich auf eine faszinierende Reise ins Berlin der 20er-Jahre zu entführen, welche ich sehr genossen habe. Die Länge der einzelnen Kapitel erschien mir sehr angenehm, auch konnte ich keine unnötigen Längen oder Langeweile während des Lesens feststellen, weshalb mir dieses Buch als tolles Leseerlebnis in guter Erinnerung bleiben wird. Dieses Buch eignet sich nicht nur für begeisterte Leserinnen, sondern auch für unerschrockene männliche Leser, welche keine Scheu vor einem tollen Buch mit Anspruch haben. Insgesamt ist Joan Weng mit ihrem Buch Die Frauen vom Savignyplatz eine tolle Geschichte gelungen, welche sich ebenfalls gut als Geschenk eignet.
"Ungemachte Betten sind aller Laster Anfang.
von Elke Seifried - 13.10.2018
Bei schlampig gemachten Betten fängt es an, (.) Ich sterbe vor Scham, wenn ich mir ausmale, was der Herr Tucherbe Ebert von mir denkt, wenn er im Juni so ein kleines Lotterflittchen zur Frau bekommt." Aber nicht nur die schlampig gemachten Betten, sondern auch der, von den Eltern ausgesuchte, Gatte in spe, sind Vicky herzlich egal, als im Jahr 1916 Fronturlauber Willi, der Rothaarige mit den unwiderstehlichen braunen Augen, die Metzgerei betritt und nach einem Steak für sein blaues Auge verlangt. Hin und weg folgt Vicky ihrem Herzen und "Wenn Willi es eilig hatte, dann hatte er es eilig und irgendwo kamen die bald fünf Kinder eben auch her." Mit dem letzten ist sie im Herbst 1925 schwanger, als er sie für seine Jugendliebe, die ebenfalls ein Kind von ihm erwartet, sitzen lässt. Ihre Eltern stehen schon in den Startlöchern, denn zum Glück ist Jakob Ebert immer noch bereit, Vicky zur Frau zu nehmen, wenn jetzt dieser Lebenskünstler endlich aus dem Haus ist. "Wenn man sich in Schnallenpumps Blasen gelaufen hat, dann kauft man sich als nächstes keine Lackledernen und glaubt, dann würde es besser. Nein, dann kauft man sich Wanderstiefel. Und Jakob ist ein Wanderstiefel, wenn nicht sogar eine orthopädische Sandale." Wie wird es in Liebesdingen bei Vicky weitergehen? Wird sie sich auf Jakob, der sie unterstützen und ihr eine Schulter zum Anlehnen bieten würde, den sie aber nie so lieben würde wie Willi, einlassen? Das wird natürlich hier nicht verraten, nur so viel, eigentlich schwirrt in Vicky ein ganz anderer Plan,... "Was wollen Se denn verkofen?" - "Glück!" - "Se wollen nen Opiumjeschäft ufmachen?"- "Nein, einen Buchladen! Ich möchte Bücher verkaufen, die einfach glücklich machen. Eine gute Zeit schenken, Bücher, die Kraft geben und Mut schenken - Sirupbücher eben." Schon als junges Mädchen träumte Vicky diesen Traum, wenn sie in der Metzgerei hinter dem Verkaufstresen stand und heimlich immer wieder in einem Roman von Courts Mahler schielte. Ist jetzt die Gelegenheit dazu gekommen, vielleicht geht das ja sogar ganz ohne Mann? Nicht von den Eltern verschachert, sondern mit einer Arbeit, die man liebt, auf eigenen Beinen stehen. Joan Weng hat mich schon mit ihren beiden historischen Krimis Feine Leute und Noble Gesellschaft ganz perfekt ins Berlin der 1920er Jahre versetzt und wunderbar unterhalten. Ihr "Cafe unter den Linden" war ein absolutes Highlight für mich und dieses neueste Werk, hat sich schon auf den ersten Seiten als Herzensbuch entpuppt, das ich nicht mehr aus der Hand legen konnte. Sie versteht es den Leser vollständig mit ihren Romanen einzulullen. Man kann gar nicht anders als, emotional komplett eingefangen, immer weiter zu lesen, bis man leider viel zu schnell schon wieder am Ende ist. Die Autorin lässt mit ihrer bildreichen Sprache beim Leser einen Film im Kopf entstehen. Man hat das Gefühl absolut in Raum und Zeit zu versinken. So war ich z.B. ganz sicher auch mit im Türkisen Salon des Rupinski für einen Wagen voll Desserts. Man kann unheimlich viel schmunzeln, die Geschichte ist aber nicht plump witzig, sondern sie zaubert einem ein vergnügtes Lächeln aufs Gesicht. "Und ich finde, er sieht wirklich gut aus. Auf eine gemütliche Art, eine Art für schlechte Tage und zum Anlehnen" - "Füg noch plüschig hinzu, dann haben wir ein Sofa", schlagfertige Dialoge, spritzige Kommentare, wie "Das schärfste Messer im Schrank warst du ja nie, aber stell dich doch nicht an wie ein Zuckerlöffel!", oder Wortschöpfungen wie "kernseifensauber" oder "katastrofürchterlich" machen das Lesen zum absoluten Vergnügen. Vicky, die heimlich in der Metzgerei Zeitung und Liebesromane liest, die bei ihren Eltern nicht viel zu lachen hat und deshalb schon mal die eine oder andere Notlüge braucht, hat mich von Anfang an völlig für sich eingenommen. Sie ist gewitzt, lässt sich die Butter nicht vom Brot nehmen und auf den Mund gefallen, ist sie auch nicht. Sie ist eine Kämpferin, die sich nicht unterkriegen lässt, es sein denn ihre Kinder würden leiden. Sehr unterstützt wird sie von ihrem Bruder Bambi, an dem man die Nachwirkungen des Fronteinsatzes im Ersten Weltkrieg mehr als deutlich erlebt und wirklich toll ist auch der Herzensbrecher Willi gezeichnet. Bei ihm gerät man als Leser in ein Wechselbad der Gefühle, was ist er? Der miese Kerl, der seine Frau mit dem fünften gemeinsamen Kind schwanger für eine andere sitzen lässt, oder muss man da vielleicht, wie so oft im Leben genauer hinsehen? Nicht nur er hat seine Geheimnisse und anderen Seiten, die nach und nach ans Tageslicht kommen, und so fiebert und hofft man nicht nur mit Vicky beim Lesen, sondern ist auch bei vielen anderen emotional richtig ergriffen am Achterbahnfahren. Kann denn eine Mutter wirklich so kaltherzig sein, warum verfällt der Geselle den Nazi Parolen? Unbedingt erwähnen muss ich auch noch Mitzie, die mit ihrer Berliner Schnauze hoffentlich auch für alle weiteren Romane erhalten bleibt. "Ich sage Ihnen, was Wahnsinn ist! Dass wir glauben die Frauenfrage ist mit der Einführung des Wahlrechts gelöst!", "Eifersucht und Besitzdenken war ja so was von 19. Jahrhundert!", aufgeschlossen wollte man sein im Berlin der 20er Jahre mit seinen Tanzclubs und Co. Doch bei der Rolle der Frau lag noch vieles im Argen, was an Vicky grandios aufgezeigt wird. "die Eltern würden sie rausputzen wie eine zu prämierende Sau und dann würde sie meistbietend zum Verkauf. Oh nein, Entschuldigung, natürlich zur Verheiratung anbieten." Das Einverständnis des Vaters, bzw. Mannes braucht man zum Lernen und Arbeiten, für ein Geschäft ganz besonders, das eine gute Mutter und Ehefrau sowieso nicht aufmacht, Gesellen, die Vicky sagen, wie sie sich verhalten sollte, wenn kurze Haare, dann müssen das Läuse verursacht haben. Hier finden sich unzählige Beispiele, die den Stellenwert der Frauen erfahrbar machen. Auch unzählige kleine Details, die Geschichte so spannend machen, wie z.B. die Entstehung von Leihbüchereien in Treppenhäusern, oder Demeter Milch auf dem Tisch, machen Joan Wengs historischen Romane zu einer mehr als gelungenen Zeitreise. Dass die Autorin brillant recherchiert, hat sie mir hier wieder einmal bewiesen. Sehr lesenswert ist dazu auch immer der Anhang, in dem sie klarstellt, was wirklich schon so war und wo sie sich eventuell schriftstellerische Freiheiten erlaubt hat. Das Lokalkolorit ist ebenfalls einfach nur als grandios zu beschreiben. "Se haben en Jesicht wie en Püppken und sin bemerkenswert fesch um die Bluse." Auch ihr vierter Roman spielt wieder in Berlin, Berliner Schnautze, das neue Lebensgefühl in der Großstadt ist hier mehr als präsent. Ich kenne mich inzwischen immer besser dort aus, treffe sogar auf Bekannte aus den anderen Büchern und kann mich erinnern, dass ich an dem einen oder anderen Platz schon einmal war, was mir unheimlich gut gefällt. Hier habe ich mich z.B. sehr über das Wiedersehen mit Fritzi, die ja auch kein Blatt vor den Mund nimmt, gefreut. "Ich möchte Bücher verkaufen, die einfach glücklich machen. Eine gute Zeit schenken, Bücher, die Kraft geben und Mut schenken - Sirupbücher eben.". Genau so eine Art Sirupbuch, an dem man nicht nur hoffnungslos festklebt, sondern das das Herz warm macht und eine unheimlich schöne Zeit schenkt hat Joan Weng hier geschaffen. Ich würde sechs Sterne vergeben, wäre es nur möglich, so begeistert bin ich.
Sirup-Bücher
von hasirasi2 - 09.10.2018
"Ich kann das nicht länger. ... Ich halte das nicht länger aus. Ich möchte die Scheidung." (S. 41) sagt Willi nach 9 Ehejahren und 4 Kindern zu Vicky, die schon wieder schwanger ist. Während sie noch hofft, dass er nur mal wieder eine Affäre hat, hat sich Willy ernsthaft verliebt. Nur ihre Eltern freuen sich, den ungeliebten Schwiegersohn jetzt endlich loszuwerden, denn Strumpffabrikant Jakob Ebert - der schon vor Jahren um Vicky geworben hatte - ist viel eher nach ihrem Geschmack. Doch Vicky nutzt diese Chance, um ihren eigenen Traum zu verwirklichen und den Buchladen ihrer Träume zu eröffnen: "Ich möchte einen Laden für Sirup-Bücher. ... die nicht literarisch sind oder kritisch. ... die einfach glücklich machen. ... Bücher die Kraft geben und Mut schenken - Sirup-Bücher eben." (S. 171). Das kam 1925 einer Sensation gleich. Und dann auch noch "Schmutz- und Schundliteratur" wie Hedwig Courths-Mahler, da ist Ärger vorprogrammiert ... Vicky war mutig, verrückt und naiv, als sie sich mit 17 Jahren in den mittellosen Chemiestudenten / Leutnant Willi verliebte und schwängern lies. Er hat sie und die Kinder all die Jahre mit Gelegenheitsarbeiten über Wasser gehalten, sein Studium nie beendet. Nach der Trennung will Vicky selber Geld verdienen, unabhängig von einem (neuen) Mann sein. Ich habe mit ihr geweint und gelacht und Willi mehr als einmal in Gedanken ordentlich durchgeschüttelt. Aber sobald er zu Wort kam wurde klar, dass er nicht allein Schuld am Scheitern der Ehe war. Neben ihrer besten Freundin Lisbeth steht Vicky jetzt vor allem ihr Bruder Bambi zur Seite. Der hat ein Kriegstrauma und wurde gerade erst nach Jahren aus einer Heilanstalt (Klapse) entlassen. Jetzt hat er ganz eigene Ansichten von der Welt, die außer ihm kaum jemand versteht, aber er schmeißt ihren Haushalt - verkehrte Welt. Ihr Verehrer Jakob ist sehr süß und bemüht sich um sie, wird zu ihrem besten Freund und Ratgeber - aber liebt er sie und sie ihn? "Wenn man liebt, dann liebt man nur einen Einzigen. Der ist es für jetzt, der war es früher und der wird es auch immer sein." (S. 243) Joan Weng hat es wieder geschafft, mich zu begeistern, zu fesseln und zu überraschen. Sie erzählt wie ein Parr versucht, trotz Trennung freundschaftlich miteinander umzugehen. Nicht nur wegen der Kinder, sondern weil man sich mal geliebt hat und jetzt respektiert, dem Anderen nichts nachtragen will. Zudem zeigt sie auf, wie abhängig eine Frau damals von ihrem Mann war, dass sie allein keine Wohnung anmieten, oder ein Konto eröffnen konnte - von einem Laden ganz zu schweigen. Dabei war man doch so modern, liebte Anglizismen und propagierte die freie Liebe, hatte gleichzeitig aber Angst vor dem §175 und musste als Homosexueller versteckt leben. Dazu kommt, dass die Nationalsozialisten immer mehr erstarken, sich der Judenhass ausbreitet und das Bild der "guten deutschen Hausfrau" aufkommt, die ihrem Mann zu Hause - und nur da - den Rücken frei hält, statt ihm einen Arbeitsplatz wegzunehmen. Erschreckend, wie sie schon 1925 immer mehr Einfluss auf die "öffentliche Ordnung" genommen haben und niemand eingegriffen hat. Ich hatte ganz schön Angst mit Vicky. Es war eine schwierige und gefährliche Zeit, die Joan Weng sehr farbenprächtig schildert. Besonders gefreut habe ich mich über das Wiederlesen mit Vickys Schwager Paul und dessen Freund Carl von Bäumler, Fritzi Keller und Nick Wassermann. Aber auch eine neue Figur hat es mir angetan - ich hoffe sie taucht mal wieder in einem Buch auf: Vickys Vermieterin Mietzi ist eine echte Berliner Schnauze und eine Seele von Mensch. Ohne etwas zu verraten möchte ich sagen, dass mich das Ende sehr überrascht hat. Mit diesen Wendungen hatte ich nicht gerechnet!
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