Der Auftakt dieser neuen Western-Romance-Reihe klang unglaublich reizvoll für mich (- ich liebe ja Serien à la "Yellowstone" -) ... und kann definitiv mit viel Atmosphäre, Small-Town-Vibes und einem dramatischen Einstieg punkten. Den soliden Schreibstil von Jodi Thomas habe ich als ruhig und bildhaft empfunden; man spürt sofort Staub, Weite und die emotionale Schwere, die über dem texanischen Canyon liegt. Gerade der Beginn rund um Staten Kirkland und den Verlust seiner Frau und seines Sohnes ist eindringlich und emotional erzählt.Die Geschichte wird aus zahlreichen Perspektiven geschildert (Staten, Lauren, Yancy ..), was einerseits Abwechslung reinbringt, andererseits aber auch dafür sorgt, dass die Handlung eher gemächlich voranschreitet. Vieles läuft parallel ab, die Familien sind miteinander verwoben, jeder kennt jeden, und genau daraus entstehen diese typischen Small-Town-Momente, die sicher viele Leser:innen schätzen werden.Laurens Perspektive hat mir von allen Charakteren eindeutig am besten gefallen; sie wirkte frisch, lebendig und emotional greifbar. Insbesondere die Ereignisse rund um das verlassene Haus und die Folgen daraus hatten echte Spannung, ebenso die Dynamik innerhalb ihrer Family, Stichwort: Margaret. Auch Yancys Geschichte war interessant angelegt und hatte Potential, mit ihm wurde ich allerdings bis zuletzt nicht vollständig warm.Ähnlich erging es mir mit der Liebesgeschichte zwischen Staten und Quinn, leider. Die Annäherung, gerade vor dem Hintergrund von Quinn als bester Freundin der verstorbenen Ehefrau, blieb für mich emotional zu distanziert. Auch der vergleichsweise frühe körperliche Aspekt fühlte sich für mich nicht wirklich verdient oder aufgebaut an, sodass der Funke beim relativ frühen Spice (und auch später) einfach nicht überspringen wollte.Insgesamt ist das Werk ein gemächlicher Western-Roman mit modernen Elementen und starken Ansätzen, der sich gut lesen lässt und vermutlich hervorragend als Verfilmung funktioniert - meine Neugier auf die Netflix-Serie wurde auf jeden Fall geweckt. Auf emotionaler Ebene hat mich das Buch jedoch nur semi erreicht.¿¿¿¿¿: Ein solides Leseerlebnis für Fans von Western-Romantik und Kleinstadtgeschichten, für mich persönlich mit Luft nach oben.