Selbst ein mittelmäßiger Irving ist ein empfehlenswertes Buch!
In typischer Manier widmet Irving sich hier den Themen Selbstfindung, Andersartigkeit und dem Aufbegehren gegen Konventionen, eingebettet in einer außergewöhnlichen Familiengeschichte.Im Zentrum steht Billy, hineingeboren in eine Laien-Schauspielgruppe. Geschildert wird, wie er seine sexuelle Orientierung entdeckt und lernt, sich diesbezüglich zu behaupten und seinen Platz in dieser Welt zu finden. So kennt man Irving.Es ist mir nie so richtig gelungen, mich in Billy einzufühlen. Vielleicht ist das von Irving sogar gewollt, fühlt Billy sich doch auch von nichts und niemanden so richtig verstanden, selbst in der queeren Community fühlt er sich als Außenseiter. Durch die Theaterstücke, die von Billys Familie aufgeführt werden und Billys eigener Liebe zur Literatur bekomme ich allerdings Lust auf Shakespeare und andere Klassiker - direkt im Anschluss habe ich, noch geprägt duch dieses Buch, direkt Madame Bovary verschlungen.Fazit: eingefleischte Irving-Fans bekommen hier, was sie sich wünschen. Als Einstieg in die "Irving-Welt" würde ich eher dazu raten, mit seinen verfilmten Werken anzufangen, zB Garp, Hotel New Hampshire oder Owen Meany; es hat schon seinen Grund, warum er mit diesen Werken berühmt wurde...