Seite für Seite verschieben sich die Grenzen zwischen Wahrheit, Schuld und Familie. Unmöglich aus der Hand zu legen.
Nina hält ihre Mutter Maggie im Dachgeschoss ihres Hauses gefangen. Sie ist überzeugt, dass Maggie für schreckliche Taten büßen muss. Doch je mehr Geheimnisse aus der Vergangenheit ans Licht kommen, desto schwieriger wird es, zwischen Wahrheit, Schuld und Täuschung zu unterscheiden.Meine Meinung: ¿¿¿¿¿Mit diesem Buch hat mich John Marrs komplett erwischt. Schon nach wenigen Seiten war ich mitten in der Geschichte und konnte das Buch kaum noch aus der Hand legen. Die Ausgangssituation hat sofort meine Neugier geweckt und je mehr ich gelesen habe, desto größer wurde der Drang, endlich die Wahrheit herauszufinden. Besonders beeindruckt hat mich die Atmosphäre. Durch die detaillierten Beschreibungen des Hauses, der täglichen Abläufe und der gemeinsamen Abendessen hatte ich oft das Gefühl, selbst mit am Tisch zu sitzen. Die Dialoge wirkten unglaublich lebendig und waren voller unterschwelliger Spannungen. Hinter fast jedem Satz schien sich etwas zu verbergen, sodass ich ständig aufmerksam weiterlesen musste. Der Wechsel zwischen den Perspektiven hat mir ebenfalls sehr gefallen. Sowohl Maggie als auch Nina waren auf ihre eigene Weise faszinierende Figuren. Dabei standen für mich weniger die äußeren Beschreibungen im Vordergrund, sondern vielmehr ihre Gedanken, Gefühle und ihre Sicht auf die Geschehnisse. Ich hatte das Gefühl, beide Figuren wirklich kennenzulernen und ihre Beweggründe zu verstehen, auch wenn ich sie nicht immer nachvollziehen konnte.Die Spannung war von der ersten bis zur letzten Seite präsent. Fast jedes Kapitel endete so, dass ich unbedingt weiterlesen wollte. Immer wieder wurden neue Fragen aufgeworfen, neue Hinweise eingestreut und vermeintliche Gewissheiten erschüttert. Mehr als einmal saß ich kopfschüttelnd da und dachte: Das kann jetzt nicht wahr sein. Besonders gelungen fand ich, dass das Buch nicht nur spannend, sondern auch emotional und beklemmend war. Einige Szenen haben mich sehr beschäftigt, andere haben mich fassungslos zurückgelassen. Gleichzeitig gab es Momente, in denen die Abgründe einzelner Figuren so erschreckend waren, dass ich einfach nur ungläubig weiterlesen konnte. Das Ende war für mich die perfekte Abrundung einer ohnehin starken Geschichte. Es kam überraschend, hat mich sprachlos zurückgelassen und noch lange nach dem Zuklappen des Buches beschäftigt. Genau so wünsche ich mir einen Psychothriller.Für mich war das eines dieser seltenen Bücher, bei denen die Welt um mich herum plötzlich unwichtig wurde. Selbst Dinge, die ich eigentlich geplant hatte, wurden nach hinten verschoben, weil ich einfach wissen musste, wie alles zusammenhängt. Fesselnd, beklemmend, überraschend und absolut lesenswert. Mein erstes Buch von John Marrs wird definitiv nicht mein letztes bleiben.