In "Das Testament eines Excentrischen" verwandelt Jules Verne die Vereinigten Staaten in ein riesiges Spielfeld: Das Vermächtnis des Chicagoer Millionärs William J. Hypperbone fällt demjenigen zu, der in einem nach dem Gänsespiel organisierten Wettlauf quer durch Amerika siegt. Reiseroman, Gesellschaftssatire und mathematisch geregeltes Abenteuer greifen ineinander; Vernes nüchterner, topographisch genauer Stil verbindet Spannung mit enzyklopädischer Landesbeschreibung im späten Kontext der "Voyages extraordinaires". Jules Verne, geprägt von naturwissenschaftlicher Neugier, kartographischer Imagination und dem Optimismus wie den Ambivalenzen des 19. Jahrhunderts, schrieb hier aus besonderer Distanz auf Amerika. Seine wiederholte Beschäftigung mit Technik, Verkehr, Kapital und Raumordnung findet in diesem Roman eine spielerische Zuspitzung: Zufall, Regelwerk und Mobilität bestimmen menschliche Schicksale, während das Erbe eines Exzentrikers soziale Begierden offenlegt. Empfohlen sei dieses Buch Leserinnen und Lesern, die Verne nicht nur als Propheten technischer Wunder, sondern als präzisen Beobachter moderner Systeme entdecken wollen. Der Roman bietet weniger spektakuläre Erfindungen als eine kluge Versuchsanordnung über Konkurrenz, Geographie und Glück. Gerade dadurch erweist er sich als originelles, gelehrtes und unterhaltsames Werk seines reifen Erzählens.