Keraban der Starrkopf, 1883 als Teil der Voyages extraordinaires erschienen, verbindet Reiseabenteuer, komische Charakterstudie und geographische Erkundung. Der reiche Tabakhändler Keraban verweigert aus eigensinnigem Prinzip eine neue Abgabe für die Überfahrt über den Bosporus und zwingt seine Gefährten zu einer weiten Umrundung des Schwarzen Meeres. Vernes präzise Topographie, sein Sinn für Tempo und seine satirische Zeichnung orientalischer Handels- und Verwaltungskulturen machen den Roman zu einer heiteren, doch scharf beobachtenden Variante des wissenschaftlich grundierten Abenteuerromans. Jules Verne, 1828 in Nantes geboren, schöpfte aus zeitgenössischer Kartographie, Reiseberichten und dem Optimismus des technischen Zeitalters. Als Autor, der Imagination und Dokumentation methodisch verschränkte, interessierte ihn nicht nur die Eroberung ferner Räume, sondern auch die menschliche Fixierung auf Prinzipien. Kerabans Starrsinn spiegelt Vernes wiederkehrende Faszination für Willenskraft, Rationalität, nationale Eigenheiten und die komischen Folgen unerschütterlicher Überzeugungen. Empfohlen sei dieses Buch Lesern, die Verne nicht allein als Propheten der Technik, sondern als feinen Humoristen und Ethnographen der Bewegung entdecken möchten. Keraban der Starrkopf bietet spannungsreiche Episoden, kulturhistorische Anschaulichkeit und eine ironische Moral über Freiheit, Trotz und die Absurdität bürokratischer Grenzen.