Gute Idee, tolle Charaktere, aber leider nicht ganz überzeugend
Izara war mein erstes Buch der Autorin und meine Erwartungen waren gross. Immerhin wurden mir die Bücher von Julia Dippel bereits mehrfach wärmstens empfohlen und so habe ich mich sehr auf diese Geschichte gefreut. Leider muss ich aber sagen, dass es mich nicht ganz überzeugen konnte, obwohl mir die Idee und Charaktere an sich gut gefallen haben. Den Einstieg in die Story fand ich gut und verständlich. Schnell habe ich gemerkt, dass mir der Humor der Autorin sehr gut gefällt und auch die Schlagfertigkeit unserer Hauptprotagonistin Ari empfand ich als erfrischend - Endlich mal kein junges, naives Mädchen, das sich erst im Laufe des Buches zu der starken Protagonistin entwickelt. Ganz im Gegenteil: Ariana wird zwar ziemlich ins heisse Wasser geworfen, lässt sich jedoch von Anfang an weder von Dämonen, bösen Stiefvätern oder mächtigen Organisationen unterkriegen. Auch die anderen Charaktere, welche wir näher kennen lernen durften, haben mir gut gefallen. Die Dynamik der Gruppe ist toll, freundschaftlich und dem Alter (wir sind gerade volljährig geworden) entsprechend. Und hier komme ich auch schon zu meinem ersten grossen Aber: Tatsächlich gab es Jemanden, der mir so gar nicht gepasst hat. Und das ist dummerweise unser wichtigster männlicher Protagonist, Lucian. Der nach eigenen Angaben Tausende von Jahren alter Brachion wirkt unnahbar, undurchsichtig und in den meisten Fällen überheblich. Man bekommt das Gefühl, dass Lucian eher genervt über die Truppe von jungen Erwachsenen ist, welche mit ihm gemeinsam an Aris Seite kämpft. Und er macht zu Anfang des Buches auch ganz klar: Ariana ist ihm viel zu jung, von Jägern und Hexen hält er gar Nichts und sowieso ist er irgendwie der Beste. Dumm nur, dass das Alter von Ariana auf einmal gar keine Rolle mehr zu spielen scheint. Allein die Tatsache, dass Lucian den Kosenamen "Kleines" stur weiter nutzt, hat mich gestört. Das wirkte für mich einfach nicht danach, als würden die Beiden eine Beziehung auf Augenhöhe aufbauen.Die Liebesgeschichte hat für mich daher leider gar nicht gestimmt, weshalb ich dann auch etwas den Spass am Lesen verloren habe.Auch der Schreibstil war mir stellenweise "zu einfach" mit sehr vielen, kurzen Sätzen, was beim Lesen teilweise etwas holprig wirkte. Auch wenn das Magiesystem sehr ausgeklügelt und interessant wirkte, mir die Charaktere und auch die Entwicklung von Ariana sehr gut gefallen haben, konnte ich dem Buch leider nicht mehr wie 3.5 Sterne geben. Izara ist leider scheinbar nicht meine Geschichte, aber das ist natürlich vollkommen in Ordnung. Ich werde trotzdem gerne noch eine andere Geschichte der Autorin ausprobieren!