Ein Roman, der zeigt, wozu die Liebe fähig ist, egal wie hart das Leben einem Menschen zugesetzt hat.
Grace trägt Narben einer Vergangenheit, die sie hinter stählerne Mauern aus Arbeit, Training und flüchtigen Begegnungen verbannt hat. Vertrauen erscheint ihr wie ein Fremdwort, Nähe ein gefährliches Spiel. Dann begegnet sie Logan, eine erfolgreich, charismatisch, von außen makellosen Geschäftsmann, der von dunklen Geheimnissen umgeben scheint. Zwischen ihnen entflammt eine Spannung, die zugleich anziehend und beängstigend ist. Während Grace' sorgfältig errichtetes Schutzsystem bröckelt, wird ihr bewusst, dass wirkliche Heilung kann nur gelingen, wenn sie sich öffnet, nicht nur körperlich, sondern mit ihrem Herzen. Logan möchte sein Leben nicht länger im Schatten führen, doch seine Vergangenheit fordert ihren Tribut. Die Begegnung der beiden wird zu einem Wagnis, nämlich dem Aufbruch in eine neue Wirklichkeit, in der Liebe und Verletzlichkeit Hand in Hand gehen.Wenn dich Themen wie sexuelle Gewalt und Gewalt emotional belasten, dann lies dieses Buch nur in einem Moment, in dem du dich sicher fühlst und jemanden hast, mit dem du über den Roman sprechen kannst.Trotz der harten Schicksalsschläge der Protagonisten Grace und Logan liegt über diesem Roman etwas Zartes und Träumerisches, weil er zeigt, wie Liebe selbst aus den dunkelsten Tiefen herausführt. Eine Liebe, die langsam durch jede Mauer dringt und etwas heilt, das lange unbeweglich schien.Ich konnte dieses Buch im Alltag kaum aus dem Kopf schieben. Es gehört zu diesen Geschichten, die man weiterdenkt, während man einkauft oder kocht, weil man unbedingt wieder zurück zu Grace und Logan möchte. bleiben auf der Haut.Julia Krieger zeichnet ihre Figuren so authentisch, dass man die inneren Brüche beinahe spürt. Die Ängste, die Zweifel, die zaghaften Hoffnungen von Grace, aber auch Logans ganz eigener Schmerz, all das wirkt greifbar und ehrlich. Ihre Sprache trägt das wunderbar, besonders in den intimeren Momenten. Julia verwendet keine platten Wiederholungen, keine schon 1000 Mal gelesenen Ausdrücke. Die Szenen sind intensiv, aber nicht selbstzweckhaft, weil das Körperliche im Verlauf der Geschichte immer stärker in den Hintergrund rückt und Platz macht für das, was zwischen den Liebenden wächst. Zwei Menschen, die lernen, einander zuzutrauen, dass Nähe nicht zerstört, sondern bereichert, schützt und glücklich machen kann.Ich mochte sehr, wie beide im Miteinander dazulernen, wie sie Fehler eingestehen und Schritte aufeinander zugehen. Ein Prozess, der trotz aller Härte immer wieder zeigt, wozu das Herz fähig ist. Nur am Ende ging es mir etwas zu glatt. Ich weiß nicht, ob Menschen mit solchen Wunden wirklich so schnell weitermachen können.Bei all der Spannung und Härte überwiegt das Gefühl, eine berührende Geschichte gelesen zu haben, die wirklich Mut macht auf die echte Liebe zu hoffen und sie dann auch zuzulassen.